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Autor Thema: Trossschiff ALTMARK  (Gelesen 1864 mal)

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Offline Smutje Peter

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Re: Trossschiff ALTMARK
« Antwort #15 am: 25 November 2017, 18:44:36 »
Moin zusammen

Also Gröner gibt in der 7. Auflage 8053 ts als Standardverdrängung für die Trossschiffe an. Das sind rund 8174 metrische Tonnen. Darin sind enthalten die Gewichte für Besatzung und Effekten und deren Proviant mit zusammen 52 t. Die Ausrüstung schätze ich mal so auf 200 t, Die Bewaffnung auf 100 t, die Antriebsanlage (M I) auf grob 1000 t, die Schiffsbetriebsanlagen (M II) auf 500 t (relativ schwer, aber mit dem schweren Ladegeschirr und den Öl-Übernahmeeinrichtungen wohl nicht zu hoch).
Bleibt für Schiffskörper und Reserve noch 6322 t.

Kann das in etwa hinkommen?

Gruß

Peter aus Nürnberg

Offline Peter K.

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Re: Trossschiff ALTMARK
« Antwort #16 am: 27 November 2017, 00:14:09 »
Also, im Gröner Band 4, Seite 163, habe ich tatsächlich diese 8.053 t (nicht ts) gefunden, allerdings bei FRANKEN und ERMLAND. Bei ALTMARK, ebenso wie bei DITHMARSCHEN und NORDMARK, findet sich der vergleichbare Wert 6.958 t, aber nicht wie vermutet als Standardverdrängung wie wir gleich sehen werden.

Zunächst einmal muss man sich meiner Meinung nach bei diesen, wohl nach Handelsschiffnormen gebauten Schiffen von der engmaschigen Gewichtsgruppeneinteilung der Kriegsmarine verabschieden und die Gewichte lediglich den Hauptgruppen Schiffskörper, Antrieb, Brennstoff, Besatzung und Ladung zuordnen, wobei die letzten drei gleichzeitig die Tragfähigkeit ergeben. Die bereits oben gebrachte Liste aus JUNG/MAASS/WENZEL hilft nun sehr weiter, obwohl sie für DITHMARSCHEN und damit für ein dampfbetriebenes Schiff und nicht für ein Motorschiff wie die ALTMARK gilt. Da aber GRÖNER für beide idente Verdrängungsabgaben macht, gehe ich davon aus, dass sich die Gewichtssummen nicht verändern. Beispielsweise wird ALTMARK kein Heiz-, sondern Treiböl fahren und sie wird auch kein Speisewasser für Hauptkessel benötigen, aber dafür sehr viel mehr Schmieröl.

Die Hauptgruppe Ladung ist mit 9.870 t gegeben, ebenso die Hauptgruppen Besatzung (Frischwasser, Proviant, Besatzung mit Effekten, Verschiedenes) mit 250 t und Brennstoff (Treiböl, Schmieröl, Verbrauchsstoffe, Speisewasser für Hilfskessel) mit 2.778 t. Das ergibt gleichzeitig die Tragfähigkeit von 12.898 t.

GRÖNER gibt die Konstruktionsverdrängung mit 19.358 t an. Zieht man davon die Tragfähigkeit ab, erhält man das Gewicht des leeres Schiffes, also die Hauptgruppen Schiffskörper und Antrieb, mit 6.460 t. Die oben erwähnten 6.958 t definieren das ausgerüstete Schiff ohne Treiböl für die Hauptmaschinen, d.h. die Hauptgruppen Schiffskörper, Antrieb, Besatzung und Brennstoff ohne Öl.

Die Hauptgruppe Antrieb habe ich wie folgt abgeschätzt:
Der DZ53/76 wurde mit unterschiedlicher Zylinderanzahl gebaut. Die 6-Zylinder-Maschine mit 3.800 PSe auf der FELS-Klasse, wo zwei Motoren über Vulcan-Getriebe eingebaut waren, ist recht bekannt und eine 8-Zyinder-Maschine mit 5.000 PSe auf COBURG hatte eine sehr ähnliche Konfiguration. Für Vergleiche eignet sich aber besonders eine 7-Zylinder-Maschine mit 4.400 PSe auf OSLOFJORD, weil dort vier Motoren über zwei Vulcan-Getriebe auf zwei Wellen wie auf ALTMARK montiert waren. Außerdem liegt mir über diese Antriebsanlage genaueres Zahlenmaterial vor. Zu beachten war lediglich, dass auf OSLOFJORD die Maschine etwa mittig eingebaut war und das Schiff zwei Schornsteine hatte, während die Antriebsanlage auf ALTMARK in Hecknähe lag und dort nur ein Schornstein war.
Ein 9-zylindriger DZ 53/76 kommt bei einem Einheitsgewicht von 56 kg / PSe bzw. einem Motorengewicht pro Zylinder von 35 t auf 315 t, alle vier Motoren daher auf 1.260 t. Bei einer Zylinderleistung von 625 PS erreicht jeder Motor 5.625 PSe und alle vier zusammen 22.500 PSe. Für die ganze Anlage komme ich bei einem Einheitsgewicht von 94 kg / PSe auf recht günstige 2.115 t (Schornstein 20 t, Rohrleitungen 100 t, Wellen und Schrauben 120 t, Hilfsmaschinen 390 t, Flurplatten, 60 t, Lüftung 10 t, Inventar 30 t, Reserveteile 100 t, Öl und Wasser in den Leitungen 20 t), was ich vor allem auf die kurzen Wellen zurückführe.

Damit verbleiben für die Hauptgruppe Schiffskörper noch 4.345 t übrig, was ich trotz der Anwendung von Schweissung als ungewöhnlich gering ansehe.

Zusammenfassend ergibt sich also folgendes Bild:
Gewichtsgruppet%
Schiffskörper4.34522,4
Antrieb2.11510,9
Brennstoff2.77814,4
Besatzung2501,3
Ladung9.87051,0
Konstruktionsverdrängung19.358100,0

EDIT: Tippfehler korrigiert
« Letzte Änderung: 28 November 2017, 09:56:28 von Peter K. »
Grüße aus Österreich
Peter K.

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Offline Smutje Peter

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Re: Trossschiff ALTMARK
« Antwort #17 am: 28 November 2017, 04:40:04 »
Danke Peter

Einfach Klasse  top
Gruß

Peter aus Nürnberg

Offline Smutje Peter

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Re: Trossschiff ALTMARK
« Antwort #18 am: 28 November 2017, 09:23:03 »
Übrigens als US-Beuteschiff lief die Dithmarschen unter dem Namen USS Conecuh (AOR-110)  (Displacement-Angabe 8820 ts)
Gruß

Peter aus Nürnberg

Offline Peter K.

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Re: Trossschiff ALTMARK
« Antwort #19 am: 28 November 2017, 09:48:38 »
.... und NORDMARK, ex WESTERWALD, später in der Royal Navy zunächst als NORTHMARK und dann BULAWAYO.
Grüße aus Österreich
Peter K.

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Offline Smutje Peter

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Re: Trossschiff ALTMARK
« Antwort #20 am: 28 November 2017, 21:37:16 »
Ja genau, die ham sich die Pötte ganz genau angeschaut, und sie getestet. Die wurden zu den Vorbildern für deren Versorgungsschiffe.
Gruß

Peter aus Nürnberg