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Autor Thema: externe Anfrage: Sauerstoffwerk Bremen 1943-1945  (Gelesen 2175 mal)

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Offline bettika61

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Re: externe Anfrage: Sauerstoffwerk Bremen 1943-1945
« Antwort #15 am: 19 September 2017, 11:21:07 »
Kann mir jemand Details zu dem/ den Projekt(en) "Seegestützter Raketen" sagen? Ich höre davon zum ersten Mal.
schau mal hier
Grüße
Beate

„Wer sich nicht an die Vergangenheit erinnern kann, ist dazu verdammt, sie zu wiederholen.“ George Santayana

Offline Archer

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Re: externe Anfrage: Sauerstoffwerk Bremen 1943-1945
« Antwort #16 am: 19 September 2017, 14:28:58 »
Nach dem Durchlesen des Threads stellt sich mir die Frage - wie ist die korrekte Bezeichnung

Nazogen oder Naszogen

in #6 Naszogen - Verfahren
in #10 Nazogen - Patronen

Das Landesarchiv Sachsen - Anhalt ist sich da auch nicht so ganz im Klaren...

http://recherche.landesarchiv.sachsen-anhalt.de/Query/detail.aspx?ID=1511598
http://recherche.landesarchiv.sachsen-anhalt.de/Query/detail.aspx?ID=1516399

 :MG:

Offline lafet944

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Re: externe Anfrage: Sauerstoffwerk Bremen 1943-1945
« Antwort #17 am: 19 September 2017, 15:39:03 »
Naszogen - eindeutig mit "s": Wikipedia

Viele Grüße

Offline bettika61

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Re: externe Anfrage: Sauerstoffwerk Bremen 1943-1945
« Antwort #18 am: 19 September 2017, 21:01:39 »

T-Stoff wurde großtechnisch in den Schickert-Werken mit Standorten in Bad Lauterberg und Rhumspringe erzeugt. Dabei soll es sich um (über die Montan, spätere IVG, finanzierte) Werke der Kriegsmarine handeln
Die Luftwaffe war federführend
Zitat
Im November 1938 wurde die Otto Schickert & Co. KG (Osco) als Tochtergesellschaft der Elektrochemischen Werke München (EWM) in Berlin gegründet. Die Aufträge zum Bau und Betrieb der Anlage in Bad Lauterberg ergingen 1938/1939 durch das Reichsministerium für Luftfahrt
https://www.karstwanderweg.de/schickert.htm
Rhumspringe
Zitat
Neben dem Werk in Bad Lauterberg mit einer geplanten Monatskapazität von 1200 (1250) t wurde ein weiteres in Rhumspringe für 2100 Monatstonnen geplant. Bei der Planung dieses Werks kam es jedoch zu Verzögerungen infolge einer vorübergehend geringeren Nachfrage nach Wasserstoffperoxid (BARANOWSKI 2013). Anfang Mai 1940 plädierte daher die Rüstungsinspektion Hannover beim RLM für eine Rückstellung des geplanten Zweigwerks. Mitte Juni 1942 kam das Oberkommando der Marine auf die Vorplanungen aus dem Jahr 1938 zurück. In dem Bericht des Rüstungskommandos vom 18. Juni 1942 heißt es: „Die Bauarbeiten für das Werk Rhumspringe wurden auf Anordnung des OKM wieder aufgenommen und sollen mit großem Nachdruck vorangetrieben werden“.
https://www.karstwanderweg.de/publika/knolle/schickert/rhumspringe/
Aus der 8.Rüstungsbesprechung für die KMam 22.3.1944:
Zitat
T-Stoff-Bedarf: Heer 500 moto, Luftwaffe 7000 moto, Marine 2000 moto
[Vorhanden] Ende 44 ca 3500 moto, Ende 45 ca. 7000 moto
Endziel Marine 6000 moto, falls Luftwaffe ausweicht

Es gibt in den überlieferten Protokollen/Auszügen  der Rüstungsbesprechungen 12/43 bis 03/45 keine Hinweise für einen nicht gedeckten Bedarf an Sauerstoff.
Einzige Erwähnung Sauerstoff 1.11.1944
Zitat
Beschaffungslage andere Stoffe: Staatsrat Schieber:....Sauerstoff sichergestellt
Daraus leitet sich die Frage ab , woher der Bedarf für ein "Sauerstoffwerk" resultieren sollte.
Grüße
Beate

„Wer sich nicht an die Vergangenheit erinnern kann, ist dazu verdammt, sie zu wiederholen.“ George Santayana

Offline Ochtumfee

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Re: externe Anfrage: Sauerstoffwerk Bremen 1943-1945
« Antwort #19 am: 20 September 2017, 17:25:45 »
 :-) Guten Tag -
die Sauerstoffwerksbaustelle in Bremen-Huchting war als Verlagerungsstandort für ein bestehendes Sauerstoffwerk im Bremer Industriehafen vorgesehen, soviel ist klar. Der Platz dieser Anlage der Vereinigten Sauerstoffwerke wurde von der Marine für andere Zwecke gebraucht. Obendrein war der Standort beim 165. Luftangriff auf Bremen am 30.03.1945 gründlich+endlich bombardiert worden.---Was das Verfahren betrifft, so scheidet die Herstellung von Wasserstoffperoxid/T-Stoff aus. Dafür wären große Wassermengen erforderlich gewesen, die an der Obervielander Straße fehlten. Bei den im vorigen Beitrag angeführten Standorten war Wasser in Hülle und Fülle vorhanden, in Bad Lauterbach durch die Odertalsperre und in Rhumspringe durch den sehr wasserreichen Quelltopf der Rhume.

"
Zitat
Diese Lokation wurde u. a. deshalb gewählt, weil mit der nahen, 1930 - 1933 errichteten Odertalsperre ein großer Kaltwasserspeicher zur Verfügung stand.

Obwohl die Versorgungslage mit Sauerstoff als ausreichend bewertet worden ist wurde trotz des sehr fortgeschrittenen Kriegszeitpunkts noch an neuen U-Boot-Projekten geplant, in Bremen als auch Wilhelmshaven (Marineoberbauleitung WERNER). Diese Nuss möchte ich knacken  :BangHead: Besten Gruß, Ochtumfee

Offline Ochtumfee

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Re: externe Anfrage: Sauerstoffwerk Bremen 1943-1945
« Antwort #20 am: 21 September 2017, 17:46:26 »
was ich noch zu mir selbst sagen wollte...Was ich so im Leben mache und warum ich mich mit dem Thema beschäftige: anknüpfend an meine berufliche Tätigkeit als Physikerin im industriellen Immissionsschutz möchte ich sehr gern alles zusammentragen, was zur Entstehung des imposanten Baukomplexes an abgelegener Stelle über die lokalhistorische Überlieferung hinaus heraus zu finden ist. Da wurde mein Interesse von der Quellenlage auf die Marine gelenkt und ich entdeckte Euer Forum. Die Frage kam mir aber schon vor 50 Jahren in den Kopf, als ich als Schulmädchen mit dem Turnbeutel die Obervielander Straße entlang schlenderte. Es grüßt: Ute alias Ochtumfee

Offline Ochtumfee

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Re: externe Anfrage: Sauerstoffwerk Bremen 1943-1945
« Antwort #21 am: 29 September 2017, 11:55:27 »
Langsam ist die Luft raus aus meinem Thema...  :|. Als interessantes Detail erscheint mir noch, dass die IG Farben als Besitzer des ersten Sauerstoffwerks am Hafen im Februar 1945 gegen die angeordnete Verlagerung nach Huchting Widerspruch eingelegt hatten. Der Wehrkreisbeauftragte in Bremen hat aber die Verlagerung nach Huchting angeordnet und den Bau beauftragt. Dafür wollte IG Farben als Besitzer aber nicht zahlen. Da der Bau von der Organisation Todt durchgeführt wurde, sei es unvermeidlich, dass diese dafür zahlen müsse. So geschah es dann. Das ergibt sich aus einem Dokument, Schreiben des  Baubeauftragten beim Reichsverteidigungskommissar Weser-Ems vom 23.02.1945.
Ochtumfee grüßt die Spezialisten