collapse

* Benutzer Info

 
 
Willkommen Gast. Bitte einloggen oder registrieren. Haben Sie Ihre Aktivierungs E-Mail übersehen?

* HMA

Autor Thema: Schiffe in Oslo vor Weserübung  (Gelesen 1037 mal)

0 Mitglieder und 1 Gast betrachten dieses Thema.

Offline chattius

  • Fähnrich
  • *
  • Beiträge: 282
Schiffe in Oslo vor Weserübung
« am: 04 August 2017, 12:01:47 »
G'Moie
Vereinzelt stolpere ich über Texte die besagen dass Tage vor Weserübung ein Schiff (WIDAR) Kommandokräfte und Ausrüstung  nach Oslo gebracht hat. Sie sollen Fornebu für die Besetzung durch die Luftwaffe verbereitet haben. Weis jemand etwas genaueres?
Gruss Chattius

Offline t-geronimo

  • Administrator
  • *
  • Beiträge: 17421
  • Carpe Diem!
Re: Schiffe in Oslo vor Weserübung
« Antwort #1 am: 04 August 2017, 23:08:27 »
Nach Geirr Haarr, "The German Invasion of Norway", erreichte Widar am 07.04.1940 Oslo.
Sie war demnach ein normales mit Kohle beladenes Handelsschiff, das jedoch eine sehr gute Funkausrüstung hatte und ein Geheimfach mit Codebüchern und Geheimbefehlen. Der Kapitän wußte nichts von OP Werserübung, hatte jedoch den Befehl, den Verkehr auf See und in der Luft genau zu beobachten und zur Abwehrstelle Hamburg zu melden.
Am Abend des 08.04. kam ein Agent der Abwehr, Oberleutnant Hermann Kempf, auf der Widar an. Kempf war erst wenige Tage zuvor aus Berlin gekommen und wußte bis zum Morgen des 8. auch nichts von der Operation, wurde dann jedoch von Marineattaché Schreiber eingeweiht.
Sein Auftrag war die Überwachung des Funkverkehrs der Widar bis zum Eintreffen der Gruppe 5.

Mehr erwähnt Haarr kaum über die Widar.
Bei Lochner bin ich auf die Schnelle nicht fündig geworden, da meine Ausgabe keinen Index hat, was die Suche sehr erschwert.
Gruß, Thorsten

"There is every possibility that things are going to change completely."
(Captain Tennant, HMS Repulse, 09.12.1941)

Forum MarineArchiv / Historisches MarineArchiv

Offline JensA

  • Stabsbootsmann
  • *
  • Beiträge: 113
Re: Schiffe in Oslo vor Weserübung
« Antwort #2 am: 05 August 2017, 09:34:06 »
Hallo,

Ich habe keine Erwähnungen von "Widar" in den KTB's 1./Skl., Marinegruppenkommando Ost oder Befehlshaber der Sicherung der Ostsee und auch nicht in die Akten der Gruppe XXI gefunden.

So ich denke, dass das Schiffe kein aktives Teil in der militärischen Planung war.   

mfg.
Jens

Offline redfort

  • Kapitän zur See
  • *
  • Beiträge: 2819
    • Luftwaffe zur See
Re: Schiffe in Oslo vor Weserübung
« Antwort #3 am: 05 August 2017, 12:21:03 »
G'Moie
Vereinzelt stolpere ich über Texte die besagen dass Tage vor Weserübung ein Schiff (WIDAR) Kommandokräfte und Ausrüstung  nach Oslo gebracht hat. Sie sollen Fornebu für die Besetzung durch die Luftwaffe verbereitet haben. Weis jemand etwas genaueres?
Gruss Chattius

Moin,
die glaube ich nicht so ganz !
Weil der Flugplatz Oslo-Fornebu erst Ende April / Anfang Mai 1940 den Flugbetrieb durch die Fl.H. Kdtr. E 4 / IV durch die deutsche Luftwaffe aufnahm.
Zuerst einmal transportierten die Dampfer des Luftgau zbV 200 unter den Transportchef (See) beim X. Fl.Koprs (Oberst Roth) das benötige Material , nur Flieger-Gerät, Fliegerbodengeräte und Verbrauchstoffe.
Für Personaltransporte (Wesertag und Wesertag + 1) war die Kampfgruppe zbV. 108 mit 42 Flugzeugen von Norderney und List / Sylt (He 59 und Ju 52 ) zuständigt u.a. eine Infanteriekompanie (160 Mann), Nachrichtenpersonal (55 Mann) und Personal für die Einsatzhäfen-Kommandanturen ( 200 Mann). "Eintreffen der Flugzeuge in den Bestimmungsorten nicht vor "Weser-Uhrzeit" !
Dann standen die Flugsicherungsschiffe Rolshoven / Bergen, Tschirschky / Drontheim und Karl Meyer / Oslo für den Funkverkehr (Befehlsnetze) sowie Reparatur und Versorgungszwecke zur Verfügung, diese Schiffe hatten auch eine verstärkte Besatzung und auch die entsprechenden Luftwaffenoffiziere als Fliegerhorstkommandanten an Bord.

Die E-Häfen werden am "Wesertag" erst nach Weserzeit zunächst durch das auf den Flugsicherungsschiffen eingeschiffte Vorkommando besetzt. Kommandanten der E-Häfen sind die auf den Flugsicherungsschiffen eingesetzten Luftwaffenoffiziere. Nach Besetzung der E-Häfen ist nach oben gut sichtbaren Hakenkreuzflaggen ausgelegt.

 :MG:
« Letzte Änderung: 05 August 2017, 13:19:26 von redfort »

Offline Violoncello

  • Leutnant zur See
  • *
  • Beiträge: 483
Re: Schiffe in Oslo vor Weserübung
« Antwort #4 am: 05 August 2017, 18:39:27 »
Hallo Chattius,

ich kann eigentlich nur t-geronimos Ausführungen ergänzen: Nach Uwe Brammer: Spionageabwehr und "Geheimer Meldedienst" - Die Abwehrstelle im Wehrkreis X Hamburg 1935-1945 (Freiburg 1989), Seite 114, wurden Handelsschiffe, die in der zweiten April-Woche südnorwegische Häfen anlaufen würden, vom Referat IM der Abwehrstelle Hamburg mit Agentenfunkgeräten ausgerüstet, um Informationen übermitteln zu können. Zu den in die Übermittlung geheimer Nachrichten eingewiesenen Besatzungsmitgliedern dieser Handelsschiffe zählte auch der Zweite Offizier der "Widar", der gleichzeitig auch Funkoffizier des Frachters war. Die "Widar" ging in den ersten April-Tagen in See, übermittelte den ersten Funkspruch bereits am 5. April 1940 um 18.00 Uhr (Positionsangabe und Wettermeldung). Dieser wurde um 21.00 Uhr nach Berlin weitergegeben. Am 7. April 1940 lief die "Widar" um 10.00 Uhr in den Osloer Hafen ein. Im BArch sind unter der Signatur RH 2410/603 insgesamt 40 an die Abwehrstelle Hamburg gerichtete Funksprüche der in Oslo liegenden "Widar" archiviert (erster Funkspruch 5. April 18.00 Uhr, letzter Funkspruch 11. April 19.00 Uhr). Allein am 9. April 1940 wurden zwischen 7.45 Uhr und 18.25 Uhr 27 Funksprüche über den Ablauf der Besetzung Oslos abgesetzt.

Viele Grüße

Violoncello

Offline chattius

  • Fähnrich
  • *
  • Beiträge: 282
Re: Schiffe in Oslo vor Weserübung
« Antwort #5 am: 05 August 2017, 19:05:58 »
G'moie

Danke für die Antworten.
Das bestätigt einen Teil meiner Notizen, die WIDAR hatte ein Abwehrfunkgerät und stand vermutlich mit der Abwehrstelle in Stahnsdorf in direktem Kontakt. Das Problem mit den Einsetzen der Abwehr ist es dass man kaum Unterlagen findet. Ein erfolgreiches Kommandounternehmen wurde zwecks Widerverwendung nicht publik gemacht. Zu diesem Kriegszeitpunkt ging es bei Einsätzen der Abwehr/'Brandenburger' hauptsächlich darum die Zerstörung wichtiger Ziele zu verhindern. Weserzeit war 5:15. Die Sicherung der Flugplatzbefeuerung und des Brennstoffes sowie eine mögliche Auschaltung der FLAK würde Sinn für den Einsatz von Kommandos oder Quisling-Anhängern machen. Sollte dies erst gewährleistet werden  dann würde ein Funkspruch 'Landen nicht vor Weserzeit' Sinn machen.
Die Fetzen Informationen die ich habe: es sollen Brandenburger unter Volltarnung agiert haben. Vermutlich waren sie Mitglieder der Mannschaft der WIDAR die norwegische Uniformen im Gepäck hatten.

Gruss Chattius

Offline Violoncello

  • Leutnant zur See
  • *
  • Beiträge: 483
Re: Schiffe in Oslo vor Weserübung
« Antwort #6 am: 05 August 2017, 21:27:31 »
Hallo Chattius,

ja, der direkte Kontakt bestand natürlich über Stahnsdorf, der Funkstelle der Abwehrstelle Hamburg.

Könntest Du zumindest etwas zur Qualität des Urprungs Deiner Notizen sagen?

Gehen sie auf Gerüchte, auf die Aussagen von Personen, die sich auf die Erinnerungen von Augenzeugen berufen, auf die Erinnerungen von Augenzeugen, auf Hinweise in der Sekundärliteratur oder auf Andeutungen in Primärquellen zurück?

Viele Grüße

Violoncello

Offline chattius

  • Fähnrich
  • *
  • Beiträge: 282
Re: Schiffe in Oslo vor Weserübung
« Antwort #7 am: 06 August 2017, 12:44:56 »
G'Moie

(+)auf die Aussagen von Personen, die sich auf die Erinnerungen von Augenzeugen berufen

Die schriftlichen Erinnerungen meines Nachbarn konnte ich fast alle verifizieren. Ich habe in den Unterlkagen der Feuerwehr einen meiner alten Zettel gefunden.
Bei einer Oldtimer-Rallye Ende der Siebsiger war ich in der Jugendfeuerwehr. Bei einer Ortsbegehung habe ich notiert wo wir Strohballen anbringen sollten. Mit von der Partie waren mein Nachbar und sein Freund, beide vom ADAC und beide ehemalige Mitglieder des MG-Bataillon 2. Bei der Teilung des Bataillons kam mein Nachbar zum neuen MG-Bataillon 13 und sein Freund blieb beim MG-Btln2. Das 13. war Teil von Weserübung und das 2. ging nach Afrika. Sein Freund geriet dort in Gefangenschaft und baute eine Freundschaft mit einem Mitglied der Long Range Desert Group auf. Der Engländer war später im Vorstand eines englischen Oldtimer-Clubs.
Bei der Ortsbegehung war dieser als Vorabtrupp des Oldtimerclubs der Partnergemeinde vor Ort, ausserdem ein Mitglied der Funkabteilung des THW und ein Mitglied des DARC, des  deutschem Amatuer Radio Club. Es gab ja noch keine Handies. Die alten Herren tauschten Kriegserinnerungen aus und das Gespräch kam irgendwie auf Einsätze hinter den Linien. Mein Nachbar sagte dass sie bei Weserübung einmal von einem kleinem Trupp deutscher Soldaten empfangen worden sind und sie eigentlich die schnellste Einheit waren. Er sagte dass er dachte dass die anderen schon vor Weserübung vor Ort waren. Daraufhin fragte der Engländer: Du warst in Norwegen, Fornebu?. Mein Nachbar sagte: Nein, in Dänemark nahe Aalborg, das 13. sei erst wegen der hohen Transportverluste von Dänemark nach Norwegen verschifft worden.
Der Engländer sagte daraufhin dass bei seiner Ausbildung gesagt wurde dass in Fornebu sehr wahrscheinlich der Tower vorab gesichert wurde. Der vom DARC sagte ein Bekannter sei damals in Hamburg an neuen Abwehrfunksendern ausgebildet worden und dass bei der Landung in Oslo alle Zwischenstationen der Befehlskette übergangen wurden und Nachrichten von Widder sofort ganz nach oben gingen.
Leider sind alle alten Beteiligten inzwischen verstorben und ich habe nur noch mein Blatt mit den Stichwörtern.
Tut mir leid dass es nicht mehr ist :(

Gruss Chattius


Offline Violoncello

  • Leutnant zur See
  • *
  • Beiträge: 483
Re: Schiffe in Oslo vor Weserübung
« Antwort #8 am: 06 August 2017, 16:54:42 »
Hallo Chattius,

Deine Aufzeichnungen decken sich doch im Kern mit den überlieferten Archivalien! Ein Dankeschön daher für Deinen asuführlichen Bericht.

Es bleibt das Mysterium des Kommandoeinsatzes gegen Fornebu.

Viele Grüße

Violoncello


Offline Götz von Berlichingen

  • Korvettenkapitän
  • *
  • Beiträge: 919
Re: Schiffe in Oslo vor Weserübung
« Antwort #9 am: 06 August 2017, 18:35:20 »
Der Engländer sagte daraufhin dass bei seiner Ausbildung gesagt wurde dass in Fornebu sehr wahrscheinlich der Tower vorab gesichert wurde.

Der Tower war zur Weserzeit noch im Bau (Foto in After the Battle No. 126, S. 19).  Welchen Sinn hätte es, den unfertigen Kontrollturm durch Brandenburger im Tarneinsatz zu nehmen, nicht aber die viel wichtigeren Flak- und MG-Stellungen am Platzrand? Der Kdr. der KGr z.b.V. 103 mit dem II./IR 324 an Bord, Hptm. Wagner, fiel in seiner Führungsmaschine beim Versuch der Landung (als erste dt. Maschine). Der Flugzeugführer startete durch und flog zurück nach Aalborg. Dorthin waren zuvor schon die Ju 52 der II./KG z.b.V 1 mit den 1. & 2./FJR 1, die Fornebu eigentlich im Sprungeinsatz nehmen sollten, wegen Schlechtwetters und Nebel zurückgekehrt. [Cajus Bekker, Angriffshöhe 4000]


Weil der Flugplatz Oslo-Fornebu erst Ende April / Anfang Mai 1940 den Flugbetrieb durch die Fl.H. Kdtr. E 4 / IV durch die deutsche Luftwaffe aufnahm.
Zuerst einmal transportierten die Dampfer des Luftgau zbV 200 unter den Transportchef (See) beim X. Fl.Koprs (Oberst Roth) das benötige Material , nur Flieger-Gerät, Fliegerbodengeräte und Verbrauchstoffe.
Für Personaltransporte (Wesertag und Wesertag + 1) war die Kampfgruppe zbV. 108 mit 42 Flugzeugen von Norderney und List / Sylt (He 59 und Ju 52 ) zuständigt u.a. eine Infanteriekompanie (160 Mann), Nachrichtenpersonal (55 Mann) und Personal für die Einsatzhäfen-Kommandanturen ( 200 Mann). "Eintreffen der Flugzeuge in den Bestimmungsorten nicht vor "Weser-Uhrzeit" !
Zu diesem Kriegszeitpunkt ging es bei Einsätzen der Abwehr/'Brandenburger' hauptsächlich darum die Zerstörung wichtiger Ziele zu verhindern. Weserzeit war 5:15. Die Sicherung der Flugplatzbefeuerung und des Brennstoffes sowie eine mögliche Auschaltung der FLAK würde Sinn für den Einsatz von Kommandos oder Quisling-Anhängern machen.

Vorgesehene Absprungzeit für die Fallschirmjäger der 1. & 2./FJR 1 sollte lt. Bekker Weserzeit + 185 Minuten sein, für die 2. Welle, das II./IR 324, die Landung auf dem inzwischen von den Fsch.Jg. freigekämpften Flugplatz um Weserzeit + 205 Minuten erfolgen. Da die Fallschirmjäger niemals absprangen, sondern nach Aalborg zurückkehrten, war wie oben erwähnt die Ju 52 der KGr. 103 mit deren Kdr. Hauptmann Richard Wagner, die erste Maschine, die auf dem feindbesetzten Platz landete und beschossen wurde.

Welchen Sinn sollte dann eine Anweisung »Landen nicht vor Weserzeit« machen, nachdem die ersten Fallschirmjäger erst um Weserzeit + 185 Minuten abspringen sollten?

Gruß
Thomas
« Letzte Änderung: 07 August 2017, 12:48:43 von Götz von Berlichingen »
»Jedes Problem durchläuft bis zu seiner Anerkennung drei Stufen: In der ersten wird es lächerlich gemacht, in der zweiten bekämpft, in der dritten gilt es als selbstverständlich.«  Arthur Schopenhauer

Offline chattius

  • Fähnrich
  • *
  • Beiträge: 282
Re: Schiffe in Oslo vor Weserübung
« Antwort #10 am: 07 August 2017, 11:23:50 »
Ich glaube ja selbst nicht dass nach so langer Zeit noch Licht in die Sache kommt. Es ist nur so dass ich lose Fäden hasse.
Bis auf die Aussagen des Engländers konnte ich alles verifizieren. Aber warum sollte dieser lügen? Es könnten Vermutungen der Gegenseite gewesen sein. Es könnte sich auch um ein geplantes oder fehlgeschlagenes Unternehmen gehandelt haben. Vielleicht ist mit Tower die Steuerungsanlage der Navigationshilfen gemeint. Es herrschte ja schlechtes Wetter. Vielleicht sollte nur die Navigation der Fallschirmjäger ermöglicht werden und diese dann die Flak ausschalten. Vielleicht hatte das Unternehmen auf den 'Tower' Erfolg aber das Wetter war zu schlecht für einen Absprung...

Das sind leider sehr viele vielleichts und ich schäme mich um mein damaliges Geschmirre auf dem Zettel: Vornebü, Widder, Staansdorf, ... Ich habe meinen Nachbarn ein paar Tage später auf das Gespräch angesprochen und er konnte nur sagen dass er am Neunten noch in Dänemark war und von Fornebu nicht mehr weis.

Irgendwie sagt mir mein Bauchgefühl dass ein Schiff nicht rein zufällig zwei Tage vor Weserübung mit Agentensendern an Bord in Oslo gewesen sein kann.

Offline Rudergänger

  • Oberfähnrich
  • *
  • Beiträge: 376
Re: Schiffe in Oslo vor Weserübung
« Antwort #11 am: 07 August 2017, 12:30:29 »
Hallo,
in der Marinerundschau Heft 4/1956 habe ich im Artikel von E. Pruck  „Abwehraußenstelle Norwegen“ folgenden Hinweis zu WIDAR gefunden:
„Oberleutnant K. (Kempf,Hermann) war für Sonderaufgaben freigegeben worden. Er berichtete über sein Wirken: Da ich zur Tarnung meiner Tätigkeit die Kapitäne der deutschen Schiffe als Schiffahrtsbeauftragter empfing und mit ihnen in Gespräch kam, wußte ich natürlich auch, wer A.Fu-Geräte an Bord hatte oder nicht…
Ich hatte mich am 8. April abends mit dem Kapitän des D. WIDAR verabredet, um an Bord zu fahren. Ich habe das Motorboot des Schiffes anwärmen lassen und den II. Offizier und Funker gebeten mit seinem A.Fu-Gerät Verbindung mit Hamburg aufzunehmen. Ab 12 Uhr stan dieses Gerät auf laufenden Empfang. Gegen 4 Uhr morgens hörten wir Kanonendonner und schwere Einschläge in Richtung Dröbak, wo auch mit Hellwerden eine Rauchwolke stand.
Mitterweile waren aber im Morgengrauen die ersten deutschen Aufklärer in Sicht gekommen, die ich immer per Schlüssel meldete. Als nun immer mehr und mehr heranflogen und die erste Maschine in Fornebu landete, wobei die dort stehenden Gloster Gladiator Jäger in Brand geschossen wurden, gab ich den bekannten Funkspruch: 8:10 Uhr Fornebu in deutscher Hand, und habe dann laufend Funksprüche den ganzen Tag über nach Hamburg gesandt, die ich alle mit Dietrich unterzeichnete. Es kam dann von Hamburg die Rückfrage, wer der Beopachter sei. Ich medete mich unchiffriert als Oberleutnant K. Von da ab habe ich nur noch offen gefunkt und bekam gegen Mittag die berühmte Anfrage: Erbitten Meldung Wirkung Stukaangriff. Im selben Augenblick kam die Stuka-Gruppe, die Akershus angriff, in Sicht, so daß ich Artilleriebeobachtung direkt vornehmen und melden konnte“
Soweit ein Auszug aus den obengenannten Artikel aus der Marinerundschau
Gruß
Harald