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Autor Thema: Schicksal des Torpedobootes T 7 ex k.u.k. Tb 96F  (Gelesen 1240 mal)

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Offline Ferenc

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Schicksal des Torpedobootes T 7 ex k.u.k. Tb 96F
« am: 01 Mai 2017, 19:33:22 »
Hallo,
Ich möchte die interessante Geschichte des ehemaligen k.u.k. Torpedobootes 96F vorstellen.

Name: T 7 ex Tb 96 F
Werft: Porto Re
Bauort: Fiume Bergudi; Kraljevica/Porto Re
Kiellegung: 24.02.1915, Stapellauf: 08.07.1916, Indienststellung: 10.11.1916
Länge: 58,76 Meter, Breite: 5,84 Meter, Tiefgang: 1,50 Meter
Einsatzverdrängung: 243,9 t
Maschine: 2 Yarrow-Wasserrohrkessel, 2 AEG-Curtisturbinen, 2 Schrauben,
2 Wellen,) , PS: 6.000, 
Geschwindigkeit: max 29 kn, Besatzung: 3/38
Bewaffnung: 2 x 7 cm Geschütz L/30, 1 x 8mm MG, 2 x 45 cm Doppellancierapparate

Lebenslauf
Das k.u.k. Torpedoboot 96 F gehörte zu einer Gruppe von 16 Torpedobooten (82 F bis 97 F), die im Februar 1913 bei der Werft Danubius & Co in Fiume in Auftrag gegeben wurden.
Im Ersten Weltkrieg hatte es neben Routineaufgaben folgende Einsätze:
Am 01.Mai 1917 Sicherung des Panzerkreuzers  KAISER KARL VI auf der Fahrt von Tajer nach Pola. Am 11. Mai hatte TB 96 F ein kurzes Gefecht mit feindlichen Torpedobooten. Es blieb für das Torpedoboot die einzige Kampfhandlung im 1. Weltkrieg. Vom 19. Bis 24. Mai sicherte das Boot die Bergungsarbeiten von U 5 ab. Das Torpedoboot barg 25 Überlebende des nach einen Minentreffer gesunkenen  Torpedobootzerstörers WILDFANG. Am 17. März 1918 wurde die Abteilung des Lschlt. Veith 15 sm nordöstlich von Ancona, zur Durchführung eines Kommandoeinsatzes gegen den Hauptstützpunkt der italienischen MAS Boote, abgesetzt, der jedoch erfolglos verlief. Am Juni 1918 gehörte TB 96 Fzu den Sicherungskräften der Schlachtschiffe VIRIBUS UNITIS und PRINZ EUGEN.
Nach dem Krieg wurde das Boot der königlich jugoslawischen Marine übergeben.
Es erhielt die Bezeichnung T 7. Das 8 mm Maschinengewehr wurde gegen eine 15 mm Skoda-Maschinenkanone getauscht.
Beim Angriff der Achsenmächte auf Jugoslawien lag T 7 als Teil der III. Torpedodivision in Sebenico/Sibenik. Bereits am 17. April 1941 wurde das Torpedoboot von Italien beschlagnahmt und als Patrouillenboot in der Adria eingesetzt. Nach dem italienischen Waffenstillstand im September 1943 wurde T 7 in Sibenik, in nicht fahrbereitem Zustand, von deutschen Truppen erbeutet. Das Boot wurde zur Instandsetzung nach Fiume überführt. Es war vorgesehen, das Boot unter der Bezeichnung TA 34 der kroatischen Marine zu übergeben. Neuer Kommandant wurde Kapitänleutnant Ivan Lotz. Am 12. Juni 1944 desertierten 11 Besatzungsmitglider. Sie hatten geplant mit dem Schiff zu den Partisanen überzulaufen.

Der Untergang
In der Nacht vom 24. Auf den 25. Juni 1944 lief T 7 von Sibenik aus, in Richtung Jablanac. Zur Sicherung wurde es von den Schnellbooten S 157 und S 154 begleitet.
Nach Schilderung von Dudley Pope in “Flag 4 ” verlief das Gefecht folgenderweise:
“Gegen 22.00 Uhr wurde das alte Torpedoboot auf Höhe der Insel Murter aufgrund seiner starken Rauchentwicklung von den britischen MGB 662 (Tim Bligh), MGB 659 (Barlow) und MTB 670 (Hewitt), entdeckt.
Der Verbandsführer Bligh gab MTB 670 die Weisung zum Torpedoangriff. Die beiden im Bereich der Murter vorgelagerten Insel Coccoglari/Kukuljari abgefeuerten Torpedos liefen aber am Heck des Torpedobootes vorbei und explodierten an der Küste.
T 7 wurde von den angreifenden britischen Booten unter heftigen Artielleriebeschuss genommen. Es geriet in Brand und stellte die Gegenwehr ein. Das Boot steuerte direkt auf die Küste von Murter zu und lief, mit über 12 Knoten auf das felsige Ufer der Bucht Velika Doca auf. MGB 662 ging längsseits und nahm 3 verwundete Besatzungsangehörige gefangen. Alle drei britischen Boote feuerten noch einige Zeit in den Rumpf des aufgelaufenen Torpedobootes. Anschließend liefen sie zurück in ihre Basis Komiza auf Lissa/Vis”.
In dem relativ ausführlichen Bericht wird die Anwesenheit von deutschen Schnellbooten interessanterweise nicht  erwähnt.
Auf T 7 fielen 14 Mann (3 Tote und 11 vermißte).

Das Kriegstagebuch des Kommandanten Seeverteidung Nord-Dalmatien beinhaltet in Bezug auf T 7 und dessen Versenkung, folgende Eintragungen die ich hier wörtlich zum Teil wiedergebe:
“17.6.44
Kroatisches T 7 fahrbereit in Sibenik, Absicht: Auslaufen sobald erforderliches Geleit verfügbar. Geleit ist notwendig, da Boot ein alter Kasten vom Weltkrieg, entsprechend schlecht instand, keinen richtigen Kompass und kein FT an Bord hat.
24.6.44
00:45 Uhr, S-Boote 154, 157 von Split in Sibenik ein, die Geleit für kroatisches T 7 bis Jablanac übernehmen sollen. Endlich ist das Geleit da, nachdem das T-Boot seit dem 17.6. fahrbereit.
21:00 Uhr, Kroat. T 7 mit S 154, 157 Sibenik aus.
21:20 Uhr, V.B. auf Zlarin meldet, 21:05 Uhr, 12 sm westlich Kap Ploca, 2 schnellaufende Fahrzeuge mit nordwestliche Kurs”.
(Die Übermittlung der Nachricht erfolgte erst um 22:22 Uhr, da die Funkstelle Sibenik nicht im Besitz der “Sturmvogelsignaltafel” für die S-Bootswelle, war. Der Seekommandant hat die Meldung nicht als bedrohlich für T 7 gewertet, da in den letzten Tagen mehrfach solche Meldungen eingelaufen wären und es sich dabei offensichtlich immer Zerstörer gehandelt hätte, die nach Norden in Richtung Lussin vorgestoßen seien.)
“22:23 Uhr, Angriff auf T 7 und S 54, 157 bei der Insel Kukuljari (südlich der Mitte der Insel Murter) durch 3 Schnellboote. In Sibenik werden lediglich 2 Detonationen gehört. Ein Funksignal der S-Boote kann nicht entschlüsselt werden. Landstellen melden kurze Feuerstöße, wie beim Funktionsschiessen der Fla-Waffen.
25.6.44
01:00 Uhr, S 154, 157 Zara ein.
12:00 Uhr, erster Gefechtsbericht von S 157:
21:00 Uhr mit S 157, 154 und T 7 aus gem. Absicht, Weg Blaufuchs, S-Boote Aufstellung Backbrd voaus T 7 22:28 Uhr 2 Detonationen auf Insel Kukuljari, vermutlich auf T 7 abgeschossene und fehlgegangene Torpedos. 22:30 Uhr, 3 grosse Schnellboote, Steuerbord achteraus. T 7 abdreht auf Küste, obwohl Feindboote zwischen T 7 und Küste stehen. Feind kommt stark auf, eröffnet Feuer auf T 7, kurz auf eigene S-Boote. Starke Trefferwirkung auf T 7. Nur 4 cm mit starker Feuerkonzentration beobachtet, vermutlich mehrrohrige Waffen. Versuch T-Angriff auf überdurchschnittlich große Boote durch überlappende Stellung T 7 und Feindboote vereitelt. 22:40 Uhr, starke Brandwirkung auf T 7, Feind stellt Feuer ein und nähert sich mit Scheinwerfer T 7. 2 Feindboote halten an eigenen Booten Fühlung. 22:50 Uhr abgeschüttelt. Marsch nach Zara 01.00 Uhr fest. Feindsichtmeldung KR 2157/82 erst 22.45 Uhr eingelaufen.”
Nachmittag läuft die Meldung über den Erfolg der Nachsuche der 7./-M.A.A. 540 von der 264.I.D. fernmündlich ein und wird gefunkt
“T 7 liegt 43.47.8’ Nord, 15.36’ Ost. Schiff brennt, nicht betretbar. 21 Mann gerettet, davon 11 verwundet, werden heute nach Zara abtransportiert. Über Kommandant nichts bekannt. 3 Tote, 11 Mann vermisst, Gefangennahme möglich”.

Interessant ist der im Anschluss verfasste Bericht über die Versenkung des Bootes des Seekommandanten an den Admiral Adria:

“25.6.44, 23.12 Uhr,
T 7 war 17.6. klargemeldet. Tatsache war dem Gegner durch Überläufer bekannt. Daher bedeuten 7 Tage, bis S-Bootsgeleit gestellt war, schon starke Gefährdung des Bootes. Auslauftermin war nur den 3 Bootskommandanten 10 Stunden vorher bekannt. Trotzdem ist meines erachtens Verrat im Spiel, da in den Tagen vorher Murter feindfrei war, da Geleite ungehindert durchkamen. Kroatische Besatzung hat anscheinend tapfer gekämpft. Vorstoss 7./-M.A.A. 540 von Tijesno zur Strandungsstelle und Bergung Besatzung ist bei der unbekannten Partisanenlage auf Murter anzuerkennen. . Verhalten S-Bootsrotte im Hinblick auf Schicksal T 7 bedarf der Aufklärung. Vorschlag, propagandistische Auswertung als erstes Gefecht junger kroat. Marine gegen Übermacht. Schneidigen Kommandanten herausstellen.
Dass die S-Boote, selbst wenn sie glaubten, nicht durch Angriff T 7 entlasten zu können, vom Gefechtsfeld abliefen, ist unverständlich. Sie hatten noch 4 Stunden Zeit wieder in das Gefechtsfeld vorzustoßen, nach T 7 zu suchen und Angriffsgelegenheit auszunutzen. Ähnliches Verhalten ist mir bei der Versenkung von S 153  am 12.6.44 nw Cap Ploca schon aufgefallen. Gez.: Kap.z.S…..”


Wenn man diese Kriegstagebucheintragungen und die Ausführungen in “Flag 4” vergleicht, fällt auf, dass die deutschen Schnellboote nicht in das Gefecht eingegriffen haben und augenscheinlich von den britischen Booten nicht einmal bemerkt worden sind. Über die Gründe für das passive Verhalten der S-Bootbesatzungen können nur Vermutungen angestellt werden.
Die Ursache dürfte in der offensichtlichen Unterlegenheit der S-Boote sowie der mangelnden Motivation der deutschen Besatzungen, die S-Boote und das eigene Leben für eine als sich als unzuverlässig gezeigte kroatische Besatzung, die bereits mit dem Boot desertieren hatte wollen, zu suchen sein.

Über die Erkundung der Wrackstelle und der Bergung der Todesopfer gibt folgender Eintrag des KTB Auskunft:
“27.6.44, 21.45 Uhr,
Oblt Weibl,7./M.A.A.540, gibt folgende Meldung als Führer des Bergungskommandos T 7 ab:
Am 26.6.44, 6 stark verkohlte Leichen, darunter Kommandant von T 7, geborgen. Während Bergungsarbeiten von See beschossen. 2 Flak ausgebaut. Bergung 7,5 cm am 27.6. beabsichtigt. Schiff liegt mit Vorschiff auf Strand. Hinterschiff teilweise unter Wasser. Nach Aussagen geretteter ist Boot mit voller Wucht auf Strand gesetzt worden. Boden im Vorschiff aufgerissen, Schiffskörper stark zerschossen und teilweise ausgebrannt. Bergung nicht möglich. Sprengung Wrack nach Ausbau 7,5 cm Geschütz beabsichtigt”.

Der letzte Eintrag im Kriegstagebuch des Kommandanten der Seeverteidigung Nord-Dalmatien befasst sich mit der Beerdigung der Gefallenen:

“29.6.44, 17.00 Uhr, Beisetzung des Kommandant T 7, Kptlt.Lotz und 5 nicht erkannten Soldaten von T 7 auf Heldenfriedhof Sibenik im Beisein Seekommandant”.
Bemerkenswert ist die am 26.9.44 verfasste Stellungnahme des Admiral Adria zum Gefecht bzw. dem Verhalten der Schnellbootbesatzungen:

“Zum 25.6.44: Verhalten der S.-Bootsroote S 157 und S 154 wurde gesondert nachgeprüft. Ermittlungen noch nicht abgeschlossen. Tätigkeit der 7./M.A.A. 540 bei Vorstoss zur Strandungsstelle und Bergung Besatzung wird anerkannt. Die tatsächliche Unterlegenheit der 7.-S.-Flottille in Armierung und Geschwindigkeit in Vergleich zu feindlichen Bootstypen und Zerstörern kann zu ungerechten Schlüssen führen. Flottille hat sich trotz ihrer Unterlegeneheit bisher wacker geschlagen und anerkennenswerte Erfolge erzielt.

Das Wrack heute:
Das Wrack des Torpedobootes blieb in der Bucht von Vela Doca liegen. Erst, 1953 wurde das Wrack verschrottet. Es ist aber nicht das ganze Schiffe geborgen worden. Teile des Rumpfes, hauptsächlich Platten und Spanten des Kieles, liegen noch immer nur wenige Meter vom Ufer entfernt im seichten Wasser der Bucht Velika Doca.
Von den zahlreichen Touristen, die in den Sommermonaten die Buchten und Strände der Insel Murter bevölkern, wird wohl niemand  über die dramatischen Ereignisse die sich an dieser Küste abgespielt haben Bescheid wissen.

Grüße
Ferenc



Offline Urs Heßling

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Re: Schicksal des Torpedobootes T 7 ex k.u.k. Tb 96F
« Antwort #1 am: 03 Mai 2017, 11:08:24 »
moin,

[Pope] T 7 wurde von den angreifenden britischen Booten unter heftigen Artielleriebeschuss genommen. Es geriet in Brand und stellte die Gegenwehr ein.

Das Kriegstagebuch des Kommandanten Seeverteidung Nord-Dalmatien
25.6.44
12:00 Uhr, erster Gefechtsbericht von S 157:
21:00 Uhr mit S 157, 154 und T 7 aus gem. Absicht, Weg Blaufuchs, S-Boote Aufstellung Backbrd voaus T 7 22:28 Uhr 2 Detonationen auf Insel Kukuljari, vermutlich auf T 7 abgeschossene und fehlgegangene Torpedos. 22:30 Uhr, 3 grosse Schnellboote, Steuerbord achteraus. T 7 abdreht auf Küste, obwohl Feindboote zwischen T 7 und Küste stehen. Feind kommt stark auf, eröffnet Feuer auf T 7, kurz auf eigene S-Boote. Starke Trefferwirkung auf T 7. Nur 4 cm mit starker Feuerkonzentration beobachtet, vermutlich mehrrohrige Waffen. Versuch T-Angriff auf überdurchschnittlich große Boote durch überlappende Stellung T 7 und Feindboote vereitelt. 22:40 Uhr, starke Brandwirkung auf T 7, Feind stellt Feuer ein und nähert sich mit Scheinwerfer T 7. 2 Feindboote halten an eigenen Booten Fühlung. 22:50 Uhr abgeschüttelt. Marsch nach Zara 01.00 Uhr fest. Feindsichtmeldung KR 2157/82 erst 22.45 Uhr eingelaufen.”

Interessant ist der im Anschluss verfasste Bericht über die Versenkung des Bootes des Seekommandanten an den Admiral Adria:
“... Verhalten S-Bootsrotte im Hinblick auf Schicksal T 7 bedarf der Aufklärung.
Dass die S-Boote, selbst wenn sie glaubten, nicht durch Angriff T 7 entlasten zu können, vom Gefechtsfeld abliefen, ist unverständlich. Sie hatten noch 4 Stunden Zeit wieder in das Gefechtsfeld vorzustoßen, nach T 7 zu suchen und Angriffsgelegenheit auszunutzen. Ähnliches Verhalten ist mir bei der Versenkung von S 153  am 12.6.44 nw Cap Ploca schon aufgefallen. Gez.: Kap.z.S…..”

Wenn man diese Kriegstagebucheintragungen und die Ausführungen in “Flag 4” vergleicht, fällt auf, dass die deutschen Schnellboote nicht in das Gefecht eingegriffen haben und augenscheinlich von den britischen Booten nicht einmal bemerkt worden sind. Über die Gründe für das passive Verhalten der S-Bootbesatzungen können nur Vermutungen angestellt werden.
Die Ursache dürfte in der offensichtlichen Unterlegenheit der S-Boote sowie der mangelnden Motivation der deutschen Besatzungen, die S-Boote und das eigene Leben für eine als sich als unzuverlässig gezeigte kroatische Besatzung, die bereits mit dem Boot desertieren hatte wollen, zu suchen sein.

Bemerkenswert ist die am 26.9.44 verfasste Stellungnahme des Admiral Adria zum Gefecht bzw. dem Verhalten der Schnellbootbesatzungen:
“Zum 25.6.44: Verhalten der S.-Bootsroote S 157 und S 154 wurde gesondert nachgeprüft. Ermittlungen noch nicht abgeschlossen. .. Die tatsächliche Unterlegenheit der 7.-S.-Flottille in Armierung und Geschwindigkeit in Vergleich zu feindlichen Bootstypen und Zerstörern kann zu ungerechten Schlüssen führen. Flottille hat sich trotz ihrer Unterlegeneheit bisher wacker geschlagen und anerkennenswerte Erfolge erzielt.

Keine Vermutungen : die Boote des Typs S 151 waren den britischen MGB artilleristisch hoffnungslos unterlegen. Sie waren geschwindigkeitsmäßig auch den britischen Zerstörern unterlegen, was zu dem erwähnten Verlust von S 153 führte, nach dem der Flottillenchef im KTB nur feststellen konnte, daß er froh war, nicht noch mehr Boote verloren zu haben.

Mein Interviewpartner und guter Bekannter Herr Gunnar Kelm war als Kommandant S 154 bei dem o.a. Gefecht dabei.

Sein Kommentar war, daß das kroatische Boot trotz artilleristischer Überlegenheit (7,5 cm-Waffe)
bei ersten Schuß des Gegners ohne erkennbare Gegenwehr zur Küste hin abgedreht und sich aufgesetzt habe.
Dennoch sei er froh gewesen, angesichts der damaligen "Stimmungslage" einem möglichen Kriegsgericht "entkommen" zu sein.

Gruß, Urs
"History will tell lies, Sir, as usual" - General "Gentleman Johnny" Burgoyne zu seiner Niederlage bei Saratoga 1777 im Amerikanischen Unabhängigkeitskrieg - nicht in Wirklichkeit, aber in George Bernard Shaw`s Bühnenstück "The Devil`s Disciple"

Offline Ferenc

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Re: Schicksal des Torpedobootes T 7 ex k.u.k. Tb 96F
« Antwort #2 am: 03 Mai 2017, 21:06:47 »
Hallo,
Also eine deutliche und allseits bekannte Unterlegenheit der deutschen S-Boote gegenüber brit. MGB und MTB. Damit weiss man aber, dass man die zu erwartenden Gefechte mit MGBs und MTBs im Regelfall verlieren werden würde. Das heißt, bei solchen Geleitfahrten wird gehofft worden sein, dass es zu keinem Feindkontakt kommt. Warum ließ man dann T 7 nicht alleine fahren? Es wurde 7 Tage auf das Eintreffen der S-Boote als Geleit zugewartet.

Für das deutsche Marinepersonal muss die Situation ausgesprochen deprimierend und demotivierend gewesen. Aber zumindest stand die Führung hinter den Seeleuten (siehe Stellungnahme des Admiral Adria).

Gruß Ferenc   

Offline Urs Heßling

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Re: Schicksal des Torpedobootes T 7 ex k.u.k. Tb 96F
« Antwort #3 am: 04 Mai 2017, 00:29:02 »
moin,

Warum ließ man dann T 7 nicht alleine fahren?
Vielleicht um ein Desertieren von Besatzung und Schiff zu unterbinden ?


Für das deutsche Marinepersonal muss die Situation ausgesprochen deprimierend und demotivierend gewesen. Aber zumindest stand die Führung hinter den Seeleuten (siehe Stellungnahme des Admiral Adria).
Glücklicherweise : Die andere Stellungnahme (Seekommandant) war durchaus anders flop

Gruß, Urs
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Offline Ferenc

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Re: Schicksal des Torpedobootes T 7 ex k.u.k. Tb 96F
« Antwort #4 am: 04 Mai 2017, 17:22:49 »
Hallo Urs,
Eine andere Frage.
Zu Deinem Bekannten Hr. Gunnar Kelm. Ich beneide Dich um dessen Bekanntschaft. Er muss ja mittlerweile sehr betagt sein. Ich hoffe, er ist noch am Leben und bei guter Gesundheit. Hast Du von ihm nähere Informationen bzw. Schilderungen über die Einsätze in der Adria? Diese Dinge interessieren mich sehr. Sind persönlicher und zum Teil informativer wie KTB-Eintragungen.

Mich würde weiters der genauere Versenkungsort von S 153 interessieren. Über diese Örtlichkeit habe ich nur vage Angaben und mit der Bezeichnung im KTB Qu. G.J. 3861 und Qu. 3837 kann ich leider nicht viel anfangen. Das Wrack wurde noch nicht gefunden und dürfte möglicherweise sehr tief liegen.
Gibt es eine Adria- oder Mittelmeerkarte in welcher die Marinequadrate eingezeichnet sind?

Grüße
Ferenc

Offline Urs Heßling

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Re: Schicksal des Torpedobootes T 7 ex k.u.k. Tb 96F
« Antwort #5 am: 04 Mai 2017, 17:48:03 »
moin, Ferenc,

Hast Du von ihm nähere Informationen bzw. Schilderungen über die Einsätze in der Adria? Diese Dinge interessieren mich sehr. Sind persönlicher und zum Teil informativer wie KTB-Eintragungen.
Kaum, bis eben auf die Versenkung von T 7.
Er erinnerte sich, daß ihm sein Bootsmann vor der im Rahmen der erwähnten Untersuchung stattfindenden Vernehmung sagte "Wenn die sie festhalten, holen wir sie da 'raus".
Ansonsten sprachen wir über seine Fähnrichszeit in der 4. SFltl, über die Verlegung der Boote ins Mittelmeer via Rhein/Rhone, über den Transport der Boote von Genua über den Po zur Adria und über Personen.


Mich würde weiters der genauere Versenkungsort von S 153 interessieren. .. mit der Bezeichnung im KTB Qu. G.J. 3861 und Qu. 3837 kann ich leider nicht viel anfangen.
http://www.navalgrid.com/find/square/cj%203837
Genauer habe ich es leider auch nicht.

Gibt es eine Adria- oder Mittelmeerkarte in welcher die Marinequadrate eingezeichnet sind?
Ich habe keine, nur den o.a. Internet-Helfer.

Gruß, Urs
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Offline Ferenc

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Re: Schicksal des Torpedobootes T 7 ex k.u.k. Tb 96F
« Antwort #6 am: 04 Mai 2017, 18:10:10 »
Hallo Urs,
Danke für die Info.
Die website "navalgrid.com" ist sehr hilfreich.

Gruß
Ferenc

Offline t-geronimo

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Re: Schicksal des Torpedobootes T 7 ex k.u.k. Tb 96F
« Antwort #7 am: 04 Mai 2017, 18:11:41 »
Gibt es eine Adria- oder Mittelmeerkarte in welcher die Marinequadrate eingezeichnet sind?

 --/>/> http://www.oocities.org/germangrid/eindex.html
Gruß, Thorsten

"There is every possibility that things are going to change completely."
(Captain Tennant, HMS Repulse, 09.12.1941)

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Offline redfort

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Re: Schicksal des Torpedobootes T 7 ex k.u.k. Tb 96F
« Antwort #8 am: 04 Mai 2017, 18:11:46 »
Über diese Örtlichkeit habe ich nur vage Angaben und mit der Bezeichnung im KTB Qu. G.J. ( CJ )3861 und Qu. 3837 kann ich leider nicht viel anfangen.
Gibt es eine Adria- oder Mittelmeerkarte in welcher die Marinequadrate eingezeichnet sind?

Grüße
Ferenc

Hi Ferenc,
habe so einen MQK-Converter und die entsprechend MQ-Karte dazu auf dem Rechner:  ;)

CJ 3861 = 43°29' N / 15°48' E
CJ 3837 = 43°35' N / 15°48' E

Offline Ferenc

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Re: Schicksal des Torpedobootes T 7 ex k.u.k. Tb 96F
« Antwort #9 am: 06 Mai 2017, 00:17:56 »
Hallo,
Danke für die Infos top

Grüße
Ferenc

Offline Kroatischemarine

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Re: Schicksal des Torpedobootes T 7 ex k.u.k. Tb 96F
« Antwort #10 am: 23 Juli 2017, 18:21:50 »
Great strory.
Thank you Ferenc!
"Ich habe mein Pflicht getan"
Freg.Kpt. Karl-Friedrich Birnbaum