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Autor Thema: Duikboot - Nummer 3153  (Gelesen 705 mal)

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Duikboot - Nummer 3153
« am: 09 April 2017, 11:40:08 »
Hallo Walter.
Ich befasse mich gerade mit den U-Verlusten durch Bombenangriffe auf Häfen ("Air Raids")
Dabei gab mir duikboot das Schicksal von U92 nicht preis, weil das unter dem passenden FST-Code nicht zu finden ist. Ich kam schließlich durch Recherchen in anderen Quellen darauf.

Laut Ritschel wurde U92 zwischen 30.9. und 2.10. von Drontheim nach Bergen (Werft) verlegt.
Dort wurde es durch Luftangriff vom 4.10. zum konstruktiven Totalverlust.
In Bergen - nicht in Drontheim - wurde es am 12.10. außer Dienst gestellt.
Viele Grüße
Thomas

P.S. In uboat.net gibt es noch einen weiteren Eintrag:

Decommissioned on 12 October 1944 at Bergen ...
The hulk was towed to Hoplafjord near Trondheim where it accidentally sank on 7 March 1945.



« Letzte Änderung: 09 April 2017, 14:07:04 von TW »

Offline t-geronimo

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Re: Duikboot - Nummer 3153
« Antwort #1 am: 09 April 2017, 12:49:29 »
Aber worauf basieren Ritschels Angaben.
Anbei der zum Zeitrahmen passende KTB-Auszug.
Gruß, Thorsten

"There is every possibility that things are going to change completely."
(Captain Tennant, HMS Repulse, 09.12.1941)

Forum MarineArchiv / Historisches MarineArchiv

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Re: Duikboot - Nummer 3153
« Antwort #2 am: 09 April 2017, 13:11:35 »
Hi Thorsten
Dass U92 in Bergen bombardiert wurde, wird in etlichen Büchern erwähnt.
Ich fand auch keinen Luftangriff auf Trondheim im Oktober 1944
Schönen Sonntag noch
Thomas

P.S. Momentan versuche ich herauszufinden, welche RAF-Gruppen Kiel am 24. Juli 1944 bombardierten

Offline t-geronimo

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Re: Duikboot - Nummer 3153
« Antwort #3 am: 09 April 2017, 13:26:50 »
Hafenkommandant Bergen meldet 1 versenktes U-Boot und 2 beschädigt sowie 2 U-Boot-Hebepontons Totalverlust.
MOK Norwegen meldet 2 versenkte U-Boote.
KTB Admiral norwegische Westküste für diesen Tag habe ich leider nicht und der FdU Norwegen erwähnt die Vorgänge vorsichtshalber gar nicht. In dessen KTB habe ich überhaupt nichts zu U 92 gefunden, auch nicht vor dem 01.10.1944.  :?
Gruß, Thorsten

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Re: Duikboot - Nummer 3153
« Antwort #4 am: 09 April 2017, 14:16:58 »
Höchstwahrscheinlich handelt es sich um eine Erkenntnis aus der ULTRA-Forschung, Thorsten
Erwähnung bei Nesbit: Ultra Versus U-Boats: Enigma Decrypts in the National Archives, page 113
und bei Paul Kemp (submarine tracking room) in: U-boats Destroyed: German Submarine Losses in the World Wars, page 221
Schönen Gruß
Thomas

P.S. Sorry, Verwechslung mit Peter Kemp.
PP.S Bei den anderen Booten handelt es sich um U228, U437 und U993 (letztes zerstört)
« Letzte Änderung: 09 April 2017, 14:51:59 von TW »

Offline bettika61

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Re: Duikboot - Nummer 3153
« Antwort #5 am: 09 April 2017, 15:14:41 »
P.S. Momentan versuche ich herauszufinden, welche RAF-Gruppen Kiel am 24. Juli 1944 bombardierten
Hallo Thomas,
ich habe leider nur einen Quellenhinweis
Zitat
The National Archives (TNA), London: Bestand AIR 14, Akte 3421: Bomber Command:
Summary of Operations, Night, zum 23. /24. Juli 1944
und (vermutlich) ein Zeitzeuge: http://www.tenhumbergreinhard.de/05aaff9c6f0a4030c/05aaff9dc30777801/05aaff9f010a13b0d.html
Zitat
23./24.07.1944

In der Nacht vom 23.07.1944 auf den 24.07.1944 greift das RAF Bomber Command Kiel an, hierbei werden 2748 t Bomben abgeworfen.
Im Hafen werden getroffen:
U 239 (Oblt.z.S. Vöge) am 05.08.1944 außer Dienst gestellt
U 1164 (Kptlt. Wengel) am 24.07.1944 außer Dienst gestellt

Sperrbrecher 25/Ingrid Horn
U-Boot-Tender Erwin Wassner
Frachter Axel (1540 BRT)
Tanker Merignac (767 BRT)

Tanker Treene (656 BRT) wird versenkt
Wohnschiff General Osorio (11.590 BRT) brennt aus
der beschädigte Zerstörer Z 39 (KKpt. Loerke) wird erneut getroffen.

Die Werften Deutsche Werke, Germania und Howaldt sowie das Marinearsenal werden z.T. schwer beschädigt
 
und der Hinweis auf einschlägige Literatur
Zitat
Middlebrook, M. & Everit, C. (1995): The Bomber Command War Diaries – An
Operational Reference Book 1939-1945.- Leicester/England.
 Freeman, R.A. (1990): The Mighty Eighth War Diary.- London.
Grüße
Beate

„Wer sich nicht an die Vergangenheit erinnern kann, ist dazu verdammt, sie zu wiederholen.“ George Santayana

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Re: Duikboot - Nummer 3153
« Antwort #6 am: 09 April 2017, 18:28:09 »
Danke Beate, aber ...
weder Middlebrook noch Freeman geben an, welche Gruppe(n) des RAF Bomber Command zum Einsatz kamen. "The Mighty Eighth" ist übrigens die 8. US Luftflotte.
Viele Grüße
Thomas
« Letzte Änderung: 09 April 2017, 18:45:04 von TW »

Offline Schorsch

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Re: Duikboot - Nummer 3153
« Antwort #7 am: 09 April 2017, 20:14:36 »
Hallo Beate,

mein Posting wird zwar etwas OT, aber herzlichen Glückwunsch zum neuen Forenrang! :TU:)

Mit freundlichen Grüßen
Schorsch
'Judea, London. Do or Die.'

Offline ARANTALES

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Re: Duikboot - Nummer 3153
« Antwort #8 am: 09 April 2017, 20:23:40 »
Hallo Thomas,

Recht herzlichem Dank für Deine Meldung i.B. U92 in DUIKBOOT.  :MG:

Wir zeichnen die Außerdienststellung von U92 am 12.10.1944 in Drontheim, basierend auf das KTB vom Boot (cf. dem Beitrag von Thorsten der dem KTB-Auszug gibt).

Axel Niestlé in "German U-Boat losses during World War II" (die 2.Ausg.,2014) bringt auf Seite 44 das U92 nach die a.D. in Trondheim kannibalisiert wurde wonach die Hulk zum Hoplafiord (NO von Trondheim) gebracht wurde, wo sie zufällig im Mai 45 sank.

Dann gibt es die privat-veröffentlichte Arbeit von Derek Waller "U-Boats in the Royal Norwegian Navy" (chapter 17 in "The Kriegsmarine's U-boats, the Finale").
Derek Schreibt das sowohl die "Tripartite Naval Commission's Final Report" sowie frühere "Admiralty War Diaries" 7 Uboote auflisten die sich entweder a.D. und/oder beschädigt in norwegische Häfen befanden im Mai 1945:
- Bergen: U228, U256, U437, U993
- Trondheim: U92, U622 (TNC-Inspektion  im Aug./Sep. 1945).
- Kristiansand (S): U985
Sie wurden von die TNC katalogiert wie "unallocated submarine afloat".
Die Hulk von U92 (und die andere 6 Uboote) wurde von die norwegische "Government's Directorate of Enemy Property" verkauft an A/S Friis & Tandberg (angesiedelt in Drammen, nähe Oslo). Die Boote wurden an ihre Liegestelle verschrottet, U92 in 1946.

Ohne die Arbeit von Ritschel oder uboat.net abwerten zu wollen (es gibt dafür überhaupt kein Anlaß!), haben wir bevorzügt Niestlé und Waller zu folgen.
Weil aus die detaillierte Angaben von Waller (mit Verweis auf verschiedene Akten im TNA, NARA, die RNoN, das norwegische National Archiv, usw.) hervorgeht das U92 bei Kriegsende nähe Trondheim lag, ist es auch da das sie laut DUIKBOOT ihr Ende fand. da wo sie laut KTB a.D. gestellt wurde.

Wenn kein genauere Angeban gefunden werden für den Luftangriff, dann wird diese Meldung gestrichen im Satz zur a.D. U92 in DUIKBOOT.

Met vriendelijke groeten,
Walter




 

Offline ARANTALES

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Re: Duikboot - Nummer 3153
« Antwort #9 am: 09 April 2017, 21:49:38 »
Werde mal suchen in die Funksprüche ob sich da was findet von eine Verlegung van U92 von Drontheim nach Bergen am/nach 29.09.44 und vor 04/10/44.

Zu Ritschel : er schreibt das U92 am 29.09.44 0800 einlief in Trondheim.
Nächster Eintrag ist:
04.10.1944 09.30 Uhr - Fliegerangriff des RAF und RCAF auf Bergen
Stadt, Hafenanlagen und U-Bunker.
Bericht Hafenkommandant Bergen zum Luftangriff siehe U 228 - Band 6, Seite 36.
12.10.1944 Boot a.D. zum Ausschlachten
(ohne Ortsangabe).

Im Band 6 zu U228…:
Bericht Hafenkommandant Bergen:
U-Bunker erhält 7 Volltreffer – keine Nennenswerte Schäden.
Laksevägwerft – Halle 1 beschädigt, Halle 2 abgebrannt, Halle 3 zerstört.
2 Hebewerke mit den U-Booten U228 und U993 schwer beschädigt, gesunken.
Ein weiteres Hebewerk beschädigt, das darin liegende U-Boot (U437) ist gekentert.

Puddelfjord – Die Dampfer „Elisabeth Bornhofen“ (2.300 BRT /Ladung Schwefelkies) und nw. „Sten“ /1.564 BRT – leer), 4 Kleinfahrzeuge der Kriegsmarine, 7 kleinere beim U-Bootbunkerbau eingesetzte Transportfahrzeuge und 3 norw.Fahrzeuge durch Bombentreffer gesunken.
U92 Totalschaden.

Laut Ritschel gibt dem Bericht vom Hafenkommandant Bergen 4 Uboote die versenkt/beschädigt wurden beim Luftangriff auf Bergen am 04.10.44: U92, U228 (+), U437 und U993 (+).
Thorsten fand andere Angaben im KTB Hafenkommandant Bergen (sehe #3: „Hafenkommandant Bergen meldet 1 versenktes U-Boot und 2 beschädigt sowie 2 U-Boot-Hebepontons Totalverlust.“).

„Ultra versus U-Boats“ von R.C.Nesbit erwähnt er hat die ZTPGU-Funksprüche ausgewertet für sein Buch, aber er macht keine Angaben i.B. die Auswertung von Akten i.B. RAF Bomber Command (oder sonstige TNA-Akten). Es erscheint mir daher das er die Angaben über einen Luftangriff auf Bergen wobei U92 schwer beschädigt sein soll aus eins der in die Bibliography aufgeführten Bücher her hat. Nesbit bringt die Angabe als Teil vom  Zuschrift bei einem Funkspruch i.B. U92 vom 25.12.42.

KTB BdU (translated version available on http://www.uboatarchive.net/BDU/BDUKTB30356.htm) meldet:
0930/4/10 150-200 Liberators attacked Bergen dockyard.  U 228 and U 993 sank.  B shelter received 7 direct hits, no damage.  When power has been reestablished the dockyard's capacity is expected to be only 4 boats for large repairs, one for small repairs, as crane installations have been put out of action.  Details of damage to dockyard cannot be assessed.

Angaben von E.Zimmerman nach wurde der Bombenangriff am 4.10.44 auf Bergen tatsächlich geflogen von 47 Lancaster und 93 Halifax Flugzeuge, mit 12 Mosquito's als Escorte.

Schrieb da jemanden DUIKBOOT wäre eine Datenbank im Aufbau? Er hatte recht!

Met vriendelijke groeten,
Walter

Offline Axel Niestle

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Re: Duikboot - Nummer 3153
« Antwort #10 am: 10 April 2017, 12:00:27 »
Hallo Walter,

die im Bericht des Hafenkommandanten Bezeichnung U 92 ist ein Druckfehler, muss richtig heißen UC 2. Angabe bei Ritschel über einen Verlegungsmarsch Trondheim-Bergen ist falsch, sollte nur den für ihn nicht erklärbaren Unterschied zwischen Einlaufen in Trondheim und angeblicher Versenkung in Bergen auflösen. Verbleib U 92 ist in meinem Buch enthalten. Das Boot war nachweislich eines am 10.10.44 entstandenen Photos zu diesem Datum in Trondheim. Photo des Hulks von UC 2 im Bereich Puddefjord ist auch in meinem Buch.

Beste Grüße

Axel   

Offline ARANTALES

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Re: Duikboot - Nummer 3153
« Antwort #11 am: 10 April 2017, 16:38:57 »
Danke Axel.

Entschuldige. An das Bild von UC2 in Dein Buch erinnerte ich mich nicht.  :-(

Frans hat inzwischen auch das KTB U92 noch mal nachgelesen und die Zeitspanne 30.09.44-12.10.44 steht darin als  Drontheim - Liegezeit.
Keinen Abstecher nach Bergen und zurück.

Beste Grüßen aus Herentals,
Walter



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Re: Duikboot - Nummer 3153
« Antwort #12 am: 11 April 2017, 08:58:57 »
Vielen Dank, Walter und Axel, für Eure Aufklärung.
Die Quelle für "U92" in Bergen war also offenbar der Druckfehler für "UC2"
Das Brauel im KTB stoisch "Liegezeit Trondheim" schrieb, hat mich am meisten verunsichert.
Es hätte keinen Grund gegeben zu verschweigen, dass U92 nach Bergen verlegte.
Dass Ritschel die Verlegung als Fakt formuliert, ist eigentlich ein Hammer.
Ich denke, damit ist der Luftangriff aus der Debatte raus.

Warum wurde U92 denn eigentlich endgültig a.D. gestellt und zum Ausschlachten freigegeben?
Im August war es noch zum Schnorchelboot umgebaut worden.
Viele Grüße, Thomas

Hallo Walter,

die im Bericht des Hafenkommandanten Bezeichnung U 92 ist ein Druckfehler, muss richtig heißen UC 2. Angabe bei Ritschel über einen Verlegungsmarsch Trondheim-Bergen ist falsch, sollte nur den für ihn nicht erklärbaren Unterschied zwischen Einlaufen in Trondheim und angeblicher Versenkung in Bergen auflösen. Verbleib U 92 ist in meinem Buch enthalten. Das Boot war nachweislich eines am 10.10.44 entstandenen Photos zu diesem Datum in Trondheim. Photo des Hulks von UC 2 im Bereich Puddefjord ist auch in meinem Buch.

Beste Grüße

Axel   

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Re: Duikboot - Nummer 3153
« Antwort #13 am: 11 April 2017, 09:11:09 »
Angaben von E.Zimmerman nach wurde der Bombenangriff am 4.10.44 auf Bergen tatsächlich geflogen von 47 Lancaster und 93 Halifax Flugzeuge, mit 12 Mosquito's als Escorte.

Middlebrook/Everitt schreiben:
"93 Halifaxes and 47 Lancasters of 6 and 8 Groups [RAF] were dispatched to attack Bergen, most of the aircrafts being allocated to the pens but 14 Halifaxes and 6 Lancasters were ordered to bomb individual U-boats known to be moored in the Harbour. 12 Mosquitos of [No.] 100 Group acted as long-range fighter escort" (S.594)