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Autor Thema: Roman: Patrick Robinson - Codename Viper  (Gelesen 464 mal)

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Offline Imposand

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Roman: Patrick Robinson - Codename Viper
« am: 15 Februar 2017, 15:45:00 »
Moin zusammen,

ich lese gerade o.g. Roman, in welchem es kurz gesagt darum geht, dass Argentinien im Jahr 2011 erneut die Falkland Inseln angreift und besetzt. Die Briten unternehmen erneut einen Versuch zur Rückeroberung, scheitern aber dieses mal, aufgrund der mangelnde Flottenstärke der Royal Navy, der Außerdienststellung der Harrier FA2 und durch die Hilfe eines russischen Akulas.

Nun bin ich was so etwas angeht ein Laie, hab zwar ein Grundwissen, jedoch wenig Wissen wie so etwas in der Realität aussieht.

Zunächst einmal zur Situation im Buch. Die Royal Navy zum Zeitpunkt der Auseinandersetzung, für eine Rückeroberung, nur noch die HMS Ark Royal als Träger, die HMS Albion, HMS Largs Bay und HMS Ocean als Docklandungsschiffe, dazu 2 Zerstörer vom Typ 45, 3 Zerstörer vom Typ 42 und 8 Fregatten vom Typ 23 zur Verfügung. Als Trägerflugzeuge stehen nur noch die Harrier GR9 bereit, welche zumindest im Buch, nicht nacht- und allwetterkampffähig wären (liegt wohl am Radersystem).
Den britischen Offizieren ist auch bewusst, dass es schwer werden wird, den Sieg von 1982 zu wiederholen.

Ziel ist es etwa gut 10.000 Mann an Land zu bringen und damit die Inseln zurück zu erobern.

Die USA verhalten sich neutral, unterstützen die Briten nur mit Informationen. Argentinien lehnt jedes Gespräch ab und bekommt von den Russen eine Akula als Unterstützung (welche später den Träger versenken wird).

Weiter werden in dem Buch auch 2 Zerstörer vom Typ 45 versenkt, diese wurden zuerst von 6 Dassault Super Etendard mit 6 Exocet angegriffen. Die Maschinen fliegen wohl nur 15m über der Wasseroberfläche, so dass die Briten Sie nicht auf dem Rader erfassen können, erst als eine Maschine etwas steigt um einen Radarkontakt zum Zielen mit den Exocet vorzunehmen, erscheinen die Maschinen bei den Briten auf dem Radar.
Alle Flugkörper wurden entweder vom Seadart System zerstört oder durch Dümpel abgelenkt.
Im Anschluss an diese Attacke werden die beiden Schiffe jedoch von 4 IAI Nescher (Dagger) und 4 A-4 Skyhawks mit 1.000 Pfund Bomben angegriffen. Auch diese fliegen sehr tief und steigen erst spät für Ihren Anflug auf. Jede Maschine trägt 2 von diesen Bomben. Es gelingt den britischen Schiffen erst die Maschinen unter Beschuss zu nehmen, als die Bomben bereits ausgeklinkt wurden. Die beiden Typ 45 erhalten 2 bzw. 3 Volltreffer und sinken im Anschluss daran.

Später wird die auch die HMS Ark Royal versenkt und die Briten verlieren, ohne Träger verständlich, den Konflikt.

Zu meinen Fragen:
1. Wären die neuen Typ 45 Zerstörer wirklich so anfällig und recht hilflos gegen die beschriebenen Luftangriffe, zumal es sich bei den Maschinen um ältere Modelle handelt?
2. Ist die Harrier GR9 wirklich so viel schlechter als die FA2?
3. Hätte Argentinien überhaupt die Mittel für eine solche aktion?
4. Wären die Falklands eigentlich in der heutigen Zeit zu verteidigen?

Danke euch schon einmal und sollte etwas unklar sein, einfach Bescheid sagen.

Gruß
Sebastian
« Letzte Änderung: 15 Februar 2017, 16:04:56 von Imposand »
WoWs-Nick: Valletto

Im Übrigen bin ich der Meinung, gehört der Rundfunkbeitrag abgeschafft!!

Offline Urs Heßling

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Re: Roman: Patrick Robinson - Codename Viper
« Antwort #1 am: 15 Februar 2017, 17:25:58 »
moin,

Ich kann Deine Fragen nicht beantworten, aber zur Geschichte einige Anmerkungen

Argentinien ... bekommt von den Russen eine Akula als Unterstützung.

Weiter werden in dem Buch auch 2 Zerstörer vom Typ 45 versenkt, diese wurden zuerst von 6 Dassault Super Etendard mit 6 Exocet angegriffen. Die Maschinen fliegen wohl nur 15m über der Wasseroberfläche, so dass die Briten Sie nicht auf dem Rader erfassen können, erst als eine Maschine etwas steigt um einen Radarkontakt zum Zielen mit den Exocet vorzunehmen, erscheinen die Maschinen bei den Briten auf dem Radar.
Alle Flugkörper wurden entweder vom Seadart System zerstört oder durch Dümpel abgelenkt.
Im Anschluss an diese Attacke werden die beiden Schiffe jedoch von 4 IAI Nescher (Dagger) und 4 A-4 Skyhawks mit 1.000 Pfund Bomben angegriffen. Auch diese fliegen sehr tief und steigen erst spät für Ihren Anflug auf. Jede Maschine trägt 2 von diesen Bomben. Es gelingt den britischen Schiffen erst die Maschinen unter Beschuss zu nehmen, als die Bomben bereits ausgeklinkt wurden. Die beiden Typ 45 erhalten 2 bzw. 3 Volltreffer und sinken im Anschluss daran.
1. So schnell wird ein modernes Atom-U-Boot, das man (zur Verfügung gestellt) "bekommt", nicht einsatzfähig (es sei denn, die Besatzung oder Teile davon blieben an Bord)

2. Sea Dart hat sich als eher ungeeignet erwiesen, Exocet abzuschießen. Den einzigen Erfolg gegen einen SZ-FK gab es gegen eine Silkworm.

3. Die erwähnten Jagdbomber können die Schiffe nur optisch geortet und angegriffen haben. In einer solchen Situation wären auch die Harrier GR9 mit den Einschränkungen einsatzfähig.

4. Die Zerstörer Typ 45 müßten mit den bekannten Radargeräten in der Lage sein, auch im Tiefflug angreifende JaBo rechtzeitig zu orten und mit Aster zu bekämpfen.

Gruß, Urs
"History will tell lies, Sir, as usual" - General "Gentleman Johnny" Burgoyne zu seiner Niederlage bei Saratoga 1777 im Amerikanischen Unabhängigkeitskrieg - nicht in Wirklichkeit, aber in George Bernard Shaw`s Bühnenstück "The Devil`s Disciple"

Offline beck.Schulte

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Re: Roman: Patrick Robinson - Codename Viper
« Antwort #2 am: 15 Februar 2017, 17:49:01 »
Hätte Argentinien überhaupt die Mittel für eine solche Aktion?
Das beliebte, zu nichts führende Spiel „Was wäre wenn ?“ Hier wieder einmal rein akademisch.  :roll:
Wo bleibt der Mensch?
Der Normal-Argentinier hatte kein großes Verlangen für die seinige Militärdiktatur ins (Falkland)-Gras zu beißen. Es waren meist Wehrpflichtige, die bei erst bester Gelegenheit klugerweise  die Hände gehoben haben.
Bei den Briten standen Freiwillige, die im Umbringen von Menschen geübt und daher keinerlei Probleme hatten. Technisch und mental überhaupt nicht mit dem Feind zu vergleichen. Dazu hatten sie die SUN.  :sonstige_154:
Ergo; Was auch immer die Argentinier als Material zur Hand hatten, die Briten waren Kämpfer.
Nachsatz: Während der Falkland Arie hatten wir bei Blohm neben reichlich Argentinier auch britischen Konstrukteur. Die Briten haben fleißig für den Feind weiter gearbeitet.
Begründung. Sie wären Schotten und der Krieg wäre englisch. So viel zum Thema "Beim Geld hört die Vaterlandsliebe auf“.  8-)
« Letzte Änderung: 15 Februar 2017, 18:03:49 von beck.Schulte »

Offline Leutnant Werner

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Re: Roman: Patrick Robinson - Codename Viper
« Antwort #3 am: 15 Februar 2017, 18:25:01 »
Patrick Robinson ist kein Roman-Schreiber. Der bewegt sich sowas von in der Fabelwelt.

Also, das russische Atom-U-Boot sorgt schon mal für einen Lacher.

Das wahrscheinlichste an der ganzen Geschichte ist: Die Argentinier kämpfen um die Inseln (Faktor Mensch). Bei denen sind das die Malvinas. Die Wehrpflichtigen, die 1982 auf die Inseln verfrachtet wurden, wollten sich nur nicht für diese scheiß Militär-Junta abknallen lassen, die da schon 10.000de auf dem Gewissen hatte.

Man muss nicht viel googeln, um herauszufinden, dass Argentinien in den vergangenen 35 Jahren zu keinem Zeitpunkt die Mittel hatte. Von etwa 50 Einheiten der ARA sind nur 15 fahrbereit. Die Prunkstücke, die 35 Jahre alten Mekos von Bernds Werft,  sind zum Teil abgerüstet. Man hat also die Bewaffnung aus Mangel an Ersatzteilen entfernt. Bei den U-Booten sind 6 Stunden Tauchgang pro Jahr die Norm.

Von den Super-Etendards dürfte auch nur noch ein kleiner Bruchteil einsatzfähig sein. Ab und zu machen sie mit den wenigen Maschinen immerhin noch Trägerlandungen und -starts, wenn mal ein Amerikaner darunter kommt.

Die Argentinier sind absolut nicht in der Lage. dumme Sachen anzustellen. Sie sind in der Lage, guten Rotwein herzustellen. Ist doch auch irgendwie viel besser.

An Bernd: Was ist da dran, dass Almirante Brown nur mit Verzögerung ausgeliefert wurde? Sie wurde 1982 fertig gestellt.
"Ach, der Schampus....wie unaufmerksam von mir!" (Günther Lamprecht als Kapitän des Versorgers "Vegesack" in "Das Boot")

Offline Leutnant Werner

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Re: Roman: Patrick Robinson - Codename Viper
« Antwort #4 am: 15 Februar 2017, 18:32:04 »
Aster statt Sea Dart. Großer Unterschied.
"Ach, der Schampus....wie unaufmerksam von mir!" (Günther Lamprecht als Kapitän des Versorgers "Vegesack" in "Das Boot")

Offline beck.Schulte

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Re: Roman: Patrick Robinson - Codename Viper
« Antwort #5 am: 15 Februar 2017, 19:04:27 »
Herr Leutnant: Ich mach das mal wie viele hier..aus WiKi:

Die Ausrüstung der Almirante Brown verzögerte sich durch den Ausbruch des Falklandkrieg. Die bereits angelieferten Rolls-Royce Gasturbinen wurden noch im Laufe des 2. April 1982 vom Werftgelände abgeholt und bei einer Spedition zwischengelagert um sie später an das Fertigungswerk zurückzuschicken, des Weiteren wurden alle von Rolls-Royce gelieferten konstruktionsrelevanten Unterlagen zurückgefordert und durch die vor Ort tätigen Rolls-Royce-Monteure mitgenommen. Erst zwei Wochen nach Kriegsende wurden die Gasturbinen wieder angeliefert und die Rolls-Royce Techniker nahmen ihre Arbeit wieder auf

Als Konstrukteur hat man ja wenn die Dinger gebaut werden, nicht mehr so den Draht dazu. Ich weiß es ging auch noch um andere Ausrüstungsteile. Moderne Marine war ja nie mein Thema.

Offline Imposand

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Re: Roman: Patrick Robinson - Codename Viper
« Antwort #6 am: 15 Februar 2017, 19:29:18 »
Vielen Dank für die schnellen Antworten.

Ich wusste doch warum man als Laie, der nicht gedient hat, Fragen die einem zu diesem Thema kommen hier stellen sollte. Einfach unglaublich viel Fachwissen  :O/Y

@ Urs: Hatte vergessen zu erwähnen, dass das U-Boot weiterhin von den Russen bedient wird und nur als "stille" Hilfe dient.

Werde das Buch zu Ende lesen, spannend ist es, auch wenn mir bereits schon einige Dinge unrealistisch vorkamen. Aber so ist das mit der Fiktion in Romanen  :wink:

Gruß
 
WoWs-Nick: Valletto

Im Übrigen bin ich der Meinung, gehört der Rundfunkbeitrag abgeschafft!!