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Autor Thema: Der Fall Beluga  (Gelesen 3484 mal)

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Offline Trimmer

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Re: Der Fall Beluga
« Antwort #15 am: 22 Juni 2016, 09:27:35 »
Hallo Urs -  top - besonders auch zu Deinem Satz das man die Aufzeichnungen - soweit vorhanden - freigeben sollte . Zumindest würde man damit vielen Spekulationen den Wind aus den Segeln nehmen. M.M. nach müsste es ja wohl auch sogenannte Lagekarten mit genauen Angaben wer wo in dieser Zeit gehandelt hat geben oder werden solche Protokolle nach einem Manöver vernichtet  :?

Gruß - Achim - Trimmer
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( von Karl Hagenbeck)

Offline Thoddy

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Re: Der Fall Beluga
« Antwort #16 am: 22 Juni 2016, 09:38:46 »
Es wurde ein neues Verfahren getestet, um Piraten vor Somalia faktisch instant geräuschlos abzuräumen.
 :-D

Leider "warpte" ein "klingonisches Tarnschiff" direkt in die neue Apparatur und da haben wir den Salat.
Meine Herren, es kann ein siebenjähriger, es kann ein dreißigjähriger Krieg werden – und wehe dem, der zuerst die Lunte in das Pulverfaß schleudert!
WoWs : [FMA]Captain_Hook_

Offline Trimmer

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Re: Der Fall Beluga
« Antwort #17 am: 22 Juni 2016, 09:46:08 »
Hallo Thoddy - ob nun Dein Beitrag zu dieser Sache passt - also ich habe da so meine Zweifel. Immerhin ging es hier um drei Menschenleben

Gruß - Achim - Trimmer
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( von Karl Hagenbeck)

Offline Urs Heßling

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Re: Der Fall Beluga
« Antwort #18 am: 22 Juni 2016, 09:48:33 »
moin,

M.M. nach müsste es ja wohl auch sogenannte Lagekarten mit genauen Angaben wer wo in dieser Zeit gehandelt hat geben oder werden solche Protokolle nach einem Manöver vernichtet  :?
"wer wo gehandelt hat" ist schön ... pure NVA/NVM-Sprache  :-D

Ich habe selbst nach einer Manöverwoche im Herbst 1980 die von den einzelnen Booten vorgelegten "Plot-Karten" zu einem zeichnerischen Gesamt-Plot zusammengefaßt. Die einzelnen Karten wurden an die Boote zurückgegeben und dort sicher vernichtet.

Die Bandaufzeichnungen der Bootsrechner wurden bei größeren, z.B. NATO-Manövern eingesammelt und an das Flottenkommando weitergegeben. Welche Aufbewahrungsfristen dort galten, kann ich Dir nicht sagen.
Es wäre aber für mich vorstellbar, daß mehr als 10 Jahre alte Aufzeichnungen - auch im Rahmen der Auflösung der Dienststelle "Flottenkommando" - vernichtet wurden.

Gruß, Urs
"History will tell lies, Sir, as usual" - General "Gentleman Johnny" Burgoyne zu seiner Niederlage bei Saratoga 1777 im Amerikanischen Unabhängigkeitskrieg - nicht in Wirklichkeit, aber in George Bernard Shaw`s Bühnenstück "The Devil`s Disciple"

Offline halina

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Re: Der Fall Beluga
« Antwort #19 am: 22 Juni 2016, 11:44:49 »
Moin Axel ,

Deine Stellungnahme als Marineoffizier kann ich sehr gut nachvollziehen , wahrscheinlich würde ich
genauso argumentieren .
Das nun alle möglichen Untergangsszenarien aufgestellt werden liegt wohl hauptsächlich daran ,
dass die Marineleitung unter dem Vorwand der Geheimhaltung nicht bereit ist hier zur Aufklärung
beizutragen , was ich persönlich sehr bedaure , geht es doch hier um drei getötete Seeleute .

                                                                                                                             Gruss  Günter
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zu lassen"
                      Phil Borman

Offline Big A

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Re: Der Fall Beluga
« Antwort #20 am: 22 Juni 2016, 12:17:03 »
Sorry, aber ein weiterer Logikfehler: Welches Kriegsschiff ("Fregatte") hat einenn mehrere hundert Meter langen Drahtstropp der in Behauptung stehenden Stärke an Bord und kann ihn so verankern, dass er - ohne das "Trägerfahrzeug" zu beschädigen - ein anderes Boot umreißen kann. Da bin ich ganz bei Urs. Alleine das Gewicht eines solchen Stropps ...  nee, das will einfach nicht scheinen.

Axel
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Offline Urs Heßling

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Re: Der Fall Beluga
« Antwort #21 am: 22 Juni 2016, 12:49:58 »
moin,

Ich möchte diese von mir eingebrachte Argument noch einmal aufnehmen
Abgesehen davon macht man sich bei dieser Diskussion vielleicht zu wenig Vorstellungen, welche physikalischen Kräfte hier am Werke gewesen sein müssen. Eine Außenwirkung, durch Draht oder was auch immer, die ein Schiff in Sekundenschnelle zum Kentern bringt, hätte meiner Ansicht nach viel stärkere Schäden an den Aufbauten hinterlassen müssen, etwas das Deckshaus hoch- oder den Kran aus der Bettung reißen, o.Ä.  Solche Schäden sind aber nicht zu erkennen.

Aber wir brauchen Beweise : Schauen wir uns einmal das gerade geborgene Schiff an :
http://images.google.de/imgres?imgurl=http%3A%2F%2Fwww.ostsee-zeitung.de%2Fvar%2Fstorage%2Fimages%2Foz%2Fnachrichten%2Fkultur%2Fwarum-sank-die-beluga%2F141920419-1-ger-DE%2FWarum-sank-die-Beluga_ArtikelQuer.jpg&imgrefurl=http%3A%2F%2Fwww.ostsee-zeitung.de%2FNachrichten%2FKultur%2FWarum-sank-die-Beluga&h=379&w=272&tbnid=AlR5mehnhYwXJM%3A&docid=W2X6TSgLC7ODkM&ei=ompqV4m8E4jN6QTc97vwBw&tbm=isch&client=firefox-b&iact=rc&uact=3&dur=716&page=1&start=0&ndsp=16&ved=0ahUKEwiJle3MuLvNAhWIZpoKHdz7Dn4QMwgeKAAwAA&bih=586&biw=1281

Kann sich jemand vorstellen, eine Trosse, die das Schiff sei es von achtern, sei es von der Seite ruckartig zum Kentern brachte, hätte dabei nicht auch den hier sichtbar unbeschädigten Mast abgeknickt oder weggerissen ? .. und die Reling und der Flaggenstock vorn sind ebenso noch heil :|

Auch an der Steuerbordbettung des Krans kann ich keine Schäden erkennen.

Damit ist die "Trossen-Theorie" für mich als "äußerst unwahrscheinlich" einzustufen.

.. und zum Link-Text: wo ist bei diesem Schiff der Schornstein, von dem mehrfach die Rede war ?

Gruß, Urs
« Letzte Änderung: 22 Juni 2016, 12:56:34 von Urs Heßling »
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Offline RonnyM

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Re: Der Fall Beluga
« Antwort #22 am: 22 Juni 2016, 12:59:37 »
Bei der Drahtstropp-Geschichte fehlt mir auch der Glaube. Und nachdem alle bisherigen Zeugen den Kutterkapitän als penibel beschrieben haben, kann ich es mir nicht vorstellen, dass er tonnenweise Dreckwasser spazieren fährt.

Was mich auch stutzig macht, dass sich trotz des angeblichen "Blitzuntergangs" kein Mitglied der Besatzung mehr an Bord befunden hat. Zumindest aus den Kammern war es schwer zu entkommen.

Für mich bleibt es dabei: Es sollte alles vertuscht werden. Videoaufnahmen verschwunden etc.

Grüße Ronny
...keen Tähn im Muul,
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Offline Urs Heßling

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Re: Der Fall Beluga
« Antwort #23 am: 22 Juni 2016, 13:18:57 »
moin, Ronny,

Für mich bleibt es dabei: Es sollte alles vertuscht werden.
Wenn das stimmen sollte : was genau  ist alles ?

Da das Schiff aus meiner Sicht "heil" blieb -> keine Kollision, biete ich einmal folgende Hypothese des Ablaufs des Untergangs an :
- Kapitän Schneider erleidet einen Herzinfarkt, stirbt und reißt im Stürzen noch den Maschinenhebel auf "zurück",
- das Schiff nimmt rückwärts Fahrt auf und durch die geöffneten Heckspeigatten dringt nun - durch den hohen Wasserdruck - Wasser ins Schiff (dynamisch und nicht aufgrund eines zu hohen Tiefgangs wegen Restwasser),
- als das Schiff bereits sinkt und achtern wegsackt, wachen - durch die geänderte Trimmlage - die schlafenden Männer der Besatzung auf,
- sie holen den Kapitän, von dem sie annehmen, er sei nur bewußtlos, noch aus dem Steuerhaus, aber jetzt sinkt ihnen das Schiff unter den Füßen weg, bevor sie an die Rettungsinsel herankommen.

Kein Versagen, keine Schuld, einfach nur ... Seemannspech :|

Das ist natürlich pure Hypothese, aber auch nicht unwahrscheinlicher als die von der Trosse ...

Gruß, Urs
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Offline FAUN

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Re: Der Fall Beluga
« Antwort #24 am: 22 Juni 2016, 14:16:13 »
Nur zur Abschätzung der Schleppseilfrage, ein Drahtseil aus dem Kranbereich mit 30 mm Durchmesser wiegt ca. 3,2 kg/m, gehen wir auf ~50 mm sind es ~8 kg/m. Bei "mehreren hundert Metern" sprechen wir über Werte zwischen 1.000 und 3.000 kg.

Offline RonnyM

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Re: Der Fall Beluga
« Antwort #25 am: 22 Juni 2016, 15:08:29 »
...naja Urs, mit Vertuschung meine ich - die eine Seite hatte Kriegsschiffe in dem Bereich gesehen, die andere Seite behauptet, alle lagen in Häfen... Da geht`s doch schon los. Da ja auch alle Unterlagen beseitigt wurden, steht eben Aussage gegen Aussage... Und ich werde das verdammte Gefühl nicht los, alles "von Oben" gesteuert.

Grüße Ronny
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Offline bodrog

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Re: Der Fall Beluga
« Antwort #26 am: 22 Juni 2016, 15:09:01 »
@FAUN

die, die ich kenne sind wesentlich schwerer als 8kg/m aber keine 50 mm stark...

ich werde mich hier aber nicht an wilden Spekulationen beteiligen. Generell gilt bei sowas (und wie stets) immer erstmal die einfachste Variante (auch als "Ockhams Rasiermesser" bekannt) bevor komplexe Verschwörungstheorien erstellt werden sollten...

Offline Elektroheizer

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Re: Der Fall Beluga
« Antwort #27 am: 22 Juni 2016, 15:18:20 »
Generell gilt bei sowas (und wie stets) immer erstmal die einfachste Variante [...] bevor komplexe Verschwörungstheorien erstellt werden sollten...
Das Problem ist, hier giebt es keine einfachste Erklärung. Das, zusammen mit mangelnder Transparenz - um nicht zu sagen Geheimnistuerei, und schon blühen die Verschwörungstheorien.
« Letzte Änderung: 22 Juni 2016, 22:44:27 von Elektroheizer »

Offline halina

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Re: Der Fall Beluga
« Antwort #28 am: 23 Juni 2016, 18:31:06 »
Bin zwar nicht der Urheber der "Drahtseil-Theorie" , möchte diese aber nicht gänzlich ausschliessen .
            Beim Vergrössern mit Bildnachbearbeitung des Fotos der gehobenen "Beluga" im Link von
Urs sichtbar sind doch einige Details erkennbar , die etwa den Untergang simulieren könnten.
Die Beluga fuhr ca. parallel zum sogenannten Drahtseil als es von diesem auf Steuerbordseite ca. 1 m
unter der Wasserlinie in Höhe der Brücke getroffen wurde mit einem kräftigen Schupser nach Backbord
mit der sofortigen Kenterung nach Steuerbord mit dem Bug leicht voran und ablaufend über Heck mit
Hinterlassung der etwas schräg verlaufenden Schleifspuren die von UNTEN nach OBEN führen und am
achteren Oberdeck endeten .
Sollten tatsächlich die 2 ausländischen Fregatten dieses Seil gefahren haben , so kann man wohl davon
ausgehen dass der Aufprall mit ca. 20 Kn erfolgte und auch der Kutter war etwa mit 10 Kn in Fahrt ,
sicherlich genügend Energie um die Kenterung herbeizuführen .

                                                                                                                            :MG:    halina
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                      Phil Borman

Offline Trimmer

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Re: Der Fall Beluga
« Antwort #29 am: 23 Juni 2016, 18:44:59 »
Nun frage ich mal die Spezialisten war oder ist es möglich das ein Fischkutter in einen Marineverband reinfahren kann ohne das eine Warnung erfolgt, ohne das er schon vorher auf dem Radarschirm erscheint  - kann ich mir eigentlich nicht vorstellen. Mag mit einem Speedboot klappen  aber ein Kutter ist ja wohl doch Grösser und auch langsamer.

Gruß - Achim - Trimmer
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