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Autor Thema: Zerstörer der DARING-Klasse haben Maschinenprobleme bei zu hohen Meerwassertemperaturen  (Gelesen 5969 mal)

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Offline FAUN

  • Leutnant zur See
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 Es kommen mehre Dinge zusammen. Die Anlage soll einen geringeren Brennstoffverbrauch bringen, also wurde sie im Wikungsgrad optimiert. D. h., die zugeführte Verbrennungsluft wird komprimiert und gekühlt. Anschließend erwärmt man diese Luft um eine höhere Leistung bei der Verbrennung zu erreichen. Dieses bedeutet eine Feinabstimmung zwischen Kühler und Vorwärmer. Bringt jetzt der Kühler nicht die Leistung, dann läuft der ganze Prozeß langsam aus dem Ruder. Evtl. könnte man dies von Hand übersteuer, aber das verhindert (wohl zu recht) die Automatik. Jetzt ist das weitere Problem, daß die Automatik zwar die Abweichungen bemerkt, aber falsch reagiert. Bis sie schließlich den Prozeß beendet, also alles abstellt.
Vielleicht ein Erlebnis in früheren Zeiten? Wir liefen damals durch das Rote Meer, Kurs südlich, also Suezkanal-Bab el Mandeb. Auf der Höhe von  Dschidda reduzierte die Hauptmaschine automatisch bei Kühlwasseralarm. Die Seewassertemperatur lag bei ~36 Grad, damit konnte das Zylinderkühlwasser nicht mehr heruntergekühlt werden. Was war die Lösung? Wir warfen den Verdampfer (zur Frischwassererzeugung) an und holten aus ihm das Maximum heraus. Normal brachte er 1 t/Tag, jetzt waren es über 5 t. Der Verdampfer arbeitet  in einem Teilvakuum, dadurch wird der Verdampfungspunkt gexenkt und die Kühlwassertemperatur reicht zum  "Kochen" aus. Die so dem Kühlwasser zusätzlich entzogene Wärme reichte dann um wieder auf normale Drehzahl zu kommen. Wenn man so eine Möglichkeit nicht hat, hat man ein richtiges Problem. Das so gewonne Frischwasser lief übrigens gleich wieder über die Kante.

Online ede144

  • Korvettenkapitän
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Für die Gasturbine sind nicht Kubikmeter pro Stunde, sondern kg pro Stunde. Jetzt sind die Lufteinlässe auf ein bestimmtes Volumen, also m3/h ausgelegt. Steigt die Lufttemperatur sinkt die Dichte der Luft, und die Gasturbine bekommt zu wenig Luft. Das ist kritisch wenn jetzt ein Lastwechsel in der elektrischen Anlage erfolgt. Die Generatoren benötigen jetzt mehr Drehmoment und die Turbine kann ihn nicht liefern. Die Folge ist, die Drehzahl sinkt, der Generator liefert weniger Strom und die Frequenz sinkt. Dann schalten die Sicherungen ab und es kommt zum Black out