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Autor Thema: Zerstörer der DARING-Klasse haben Maschinenprobleme bei zu hohen Meerwassertemperaturen  (Gelesen 4069 mal)

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Offline Ulrich Rudofsky

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In der Presse kursiert ein kurioser Bericht:  Das Wasser im  Arabischen Golf ist für den neuen britischen Zerstörer Typ 45 zu heiß und führt zu Maschinenpannen  Es ist nicht klar ob das wirklich einwandfrei bewiesen wurde.   

Britain's Royal Navy warships are breaking down because sea is too hot
http://www.cnn.com/2016/06/09/europe/britain-royal-navy-warships/index.html 


PS: Ein paar Versuche im Internet nach ‘”surface water temperature”
Wassertemperaturuntetschiede sind etwa:  Arabischer Golf  24-35 C vs. Ärmel-Kanal 10-18C    :/DK:

« Letzte Änderung: 10 Juni 2016, 16:47:54 von Ulrich Rudofsky »
Ulrich Rudofsky

Offline Big A

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Jetzt stellt euch mal die gehässigen Kommentare vor, wenn das bei uns passiert wäre, den "Erfindern der Seefahrt" (Eigeneinschätzung :-D :-P) wird das wohl verziehen...

Axel
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Offline Ulrich Rudofsky

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Ulrich Rudofsky

Offline FAUN

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Könnte es evtl. sein, daß die Kühlung zu gering ausgelegt wurde? Bei einem Zentralkühlsystem kann es unter extremen Bedingungen schon zu Problemen führen. Die Seekühlwassermenge ist aufgrunf der Wassertemperatur nicht ausreichend und die dadurch steigenden Temperaturen führen zu automatischen Abschaltungen. Ärgerlich wird es, wenn es die Stromversorgung betrifft, diese läßt sich dann erst nach einer Abkühlphase wieder starten. So fabriziert man unter Umständen einen mehrstündigen Blackout.

Offline Ulrich Rudofsky

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Also mein Traum für mein neues Auto scheitert:  Rolls Royce No! Mercedes Nein!  Audi Jain? :MLL:
Ulrich Rudofsky

Offline FAUN

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Also mein Traum für mein neues Auto scheitert:  Rolls Royce No! Mercedes Nein!  Audi Jain? :MLL:

Kommen diese nicht gerade gut am Persischen Golf an? Jedenfalls scheinen sie keine Temperaturprobleme zu haben.

Offline Matrose71

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Jetzt stellt euch mal die gehässigen Kommentare vor, wenn das bei uns passiert wäre, den "Erfindern der Seefahrt" (Eigeneinschätzung :-D :-P) wird das wohl verziehen...

Axel

Ähm,

also ich werde es die Tage suchen, aber ich erinnere mich, dass bei der ersten Marine Operation von Operation Enduring Freedom, auch Schnellboote am Horn waren (per Huckepack) und dort Kühlungsprobleme wegen der höheren Wassertemperatur aufgetreten sind.
Allerdings muss man sagen, dass die 143 und 143A auch nie für den weltweiten Einsatz konzipiert wurden.

Edit:
http://www.sueddeutsche.de/politik/deutsche-marine-mit-muedem-material-ins-mittelmeer-1.780621

Zitat
Auf längeren Seestrecken häufen sich regelmäßig die Ausfälle, weshalb etwa vor vier Jahren fünf Schnellboote mit einem zivilen Transportschiff nach Djibouti gebracht wurden. Diese Möglichkeit, das so genannte Condock-Verfahren, böte sich auch jetzt an, würde aber den Transfer wohl noch einmal verlängern.
Doch selbst bei geglückter Überfahrt bleiben Probleme: Vor Djibouti etwa gab es immer wieder Schwierigkeiten, weil die Wassertemperatur zu hoch war und im ruhenden Zustand Probleme mit der Motorenkühlung entstanden. Das Material forderte seinen Tribut.
« Letzte Änderung: 10 Juni 2016, 21:35:08 von Matrose71 »
Viele Grüße

Carsten

Offline Elektroheizer

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  • Die Lage ist hoffnungslos, aber nicht ernst
Könnte es evtl. sein, daß die Kühlung zu gering ausgelegt wurde?

Da hatte ich zuerst auch dran gedacht, bei 32 Grad warmen Wasser fehlen ja gut 10 Grad Temperaturdifferenz zu Wärmeabgabe. Aber das Problem scheint komplexer zu sein, im zweiten link steht:

"Two turbines on each ship, made by Rolls-Royce, have intercooler units which recover heat from the exhaust and recycle it into the engine."
"intercooler" kenne ich als Ladeluftkühler bei Abgasladern von Kolbenmotoren, dict.leo.org übersetzt das auch so oder wörtlich als "Zwischenkühler". "Gibt Wärme an die Maschine zurück" dürfte einen Wärmetauscher meinen. aber von Gasturbinen hab ich zu wenig Plan und könnte hier nur spekulieren wo die Wärme hin soll und warum die Teile sich abschalten.

Jedenfalls meint auch ein Vertreter von Northrop Grumman, daß das Ganze nicht so einfach sei  :roll:  ‘It is very difficult to fully simulate a lifetime’s worth of conditions. There’s always a risk of some discovery once a system enters service.’

Offline Ulrich Rudofsky

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Man muss sich wundern wie die Wasserkühlanlagen von CVNs das Problem lösen.   :/DK:
Ulrich Rudofsky

Offline FAUN

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Sicherlich geht es um ein Kühlungsproblem, also Intercooler im Sinne von Ladeluftkühler. Allerdings verstehe ich den Text nicht soweit, ob es sich um ein Leistungsproblem, also z.B. zu kleine Kühler, oder um ein Regelungsproblem handelt. Im letzteren Fall wird etwas vorgegaukelt, was nicht existiert, genug kühle Luft z.B., und stellt damit quasi den Betrieb ab.
Vielleicht kann hier ein, im Englischen Versierterer eine Erhellung bringen?

Offline Matrose71

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Man muss sich wundern wie die Wasserkühlanlagen von CVNs das Problem lösen.   :/DK:

Ausreichend große Klimaanlagen, da durch Atomenergie genügend Power da ist und die Reaktoren und ihre Kühlkreisläufe haben mit der Außentemperatur oder Wassertemperatur des Meeres, nun gar nichts zu tun.
Dazu werden dort herkömmliche Dampfturbinen verwendet und nicht Gasturbinen, ein riesen Unterschied.
Viele Grüße

Carsten

Offline jja60

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A couple of links for all you engineer-minded out there .
- About the gas turbine (2003) http://nippon.zaidan.info/seikabutsu/2003/00916/pdf/igtc2003tokyo_os203.pdf
- About electrical propulsion in warships (2008) http://www.bmtdsl.co.uk/media/6097927/BMTDSL-Electric-warship-then-now-and-later-Conpaper-INEC-Apr08.pdf, see Figure 5.

Jari

Offline chattius

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Die Royal Navy will es am 90zigsten Ihrer Majestät nicht zugeben.....
...aber sie haben aus Kostengründen die Abgassoftware eines Automobilherstellers übernommen. Leider schalten die alle ab wenn die Temperatur nicht im richtigen Bereich liegt.

Apropos Software, lag nicht einmal ein US Schiff hilflos im Mittelmeer weil Windows NT bei einer Division durch 0 komplett abgestürzt  war?
0 Knoten Fahrt und die Ankunft bei der augenblicklichen Fahrt im Hafen berechnet  ?

Offline ufo

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Langsam nimmt die Entsetzung zu, alles wird auf das ”heiße”  Wasser geschoben.  :MLL:
http://www.dailymail.co.uk/news/article-3629306/Royal-Navy-s-advanced-destroyers-break-Gulf-water-WARM-bungling-defence-chiefs-admit.html

Nun ist die Daily Mail auch nicht die Krone des Journalismus.  :roll: Die Probleme mit den Maschienenanlagen der D-Class Destroyer sind durchaus nicht neu. Hier:

http://www.savetheroyalnavy.org/putting-the-type-45-propulsion-problems-in-perspective/

ein - soweit ich das einschaetzen kann - recht fundierter Artikel dazu. Die Anschaffung jedes hochkomplexen, neuen Waffensystems ist ein Irrgarten aus Wuenschen und Anspruechen. Militaerische Belange sind da oft nur ein (kleiner) Teil vom Gesammtspektrum. Hier hat sicher zu einem gewissen Teil ein 'British jobs for British ships' Gedanke eine problematische Rolle gespielt.

Ufo

Offline ede144

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Die Probleme sind nicht neu und nicht nur auf heiße Regionen beschränkt. Anscheinend hatte der erste T45 auch schon in kühleren Hemisphären einen Black out. Anscheinend hat man die Komplexität eines elektrischen Antriebs unterschätzt. Was im Golf problematisch ist, ist nicht die Wassertemperatur sondern auch die Lufttemperatur. Eine Gasturbine hat nun einmal einen sehr hohen Luftbedarf und der Bedarf wird nicht in m³/h sondern kg/h gebraucht. Da warme Luft eine geringere Dichte als kalte Luft hat, hat die GT bei heißer Umgebung eine geringere Leistung. Kommt jetzt eine kurzfristige Lastspitze reagiert das Gesamtsystem sehr empfindlich wenn man nur 2x2 MW Dieselstrom im Vergleich zu 21 MW Gasturbinenstrom hat. Und da habe ich noch nicht auf die Drehmomente geschaut.
Merke: ein elektrischer Motor / Generator kann kurzfristig das dreifache seiner Nennleistung liefern. Ein Diesel oder eine GT hat eine maximale Leistung und damit hat es sich.