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Autor Thema: Titanic - Simulation des Untergangs - in Echtzeit!  (Gelesen 6004 mal)

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Offline M Mg.

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Re: Titanic - Simulation des Untergangs - in Echtzeit!
« Antwort #30 am: 23 April 2016, 01:11:27 »
Elektroheizer
Das ist, genauso wie die Frontalkollision mit Erhalt der Schwimmfähigkeit, ein typischer Fall von "Nachher-ist-man-immer-schlauer". Nicht, daß ich Dir hochmütig einen Vorwurf machen wollte.

Das ist sehr nett von Dir! Allerdings bestand dazu auch kein Anlass, zumal ich bereits von einem was wäre wenn Rückblick gesprochen hatte.
Außerdem gibt es einen gravierenden Unterschied zu der Frontalkollisionsthese: Die Entscheidung dafür hätte vorher, also zu einem Zeitpunkt fallen müssen, als noch Hoffnung bestand dem Hindernis auszuweichen! Und dies innerhalb weniger Sekunden. Da hätte vermutlich keine Schiffsführung einen Frontalaufprall riskiert, der noch dazu fast ungebremst mit ca 18-20 Knoten erfolgt wäre (Auch wenn die Kenntnis heutiger Unfallforschung bei einer unverminderten Kollisionsgeschwindigkeit von ca 35km/h noch nicht vorlag).
Nach dem Zusammenstoß gab es aber etwas mehr Zeit auch an so außergewöhnliche Maßnahmen zu denken, wie ich sie umrissen habe. Dass Laufen über die Schrauben, zu dem sich v Egidy, der Kommandant der S.M.S. Seydlitz entschlossen hat, stand so sicher auch nicht im Handbuch.
Ob es eine vergleichbare Rettung auf einen Eisberg gab weiß ich nicht. Mir sind lediglich die unter ganz anderen Bedingungen erfolgten Rettungen vom Schiff aufs Eis bei verschiedenen Polarexpeditionen bekannt.
Wie auch immer! Dass diese Katastrophe bis heute die Phantasie anregt und so viel Kreativität entfacht, wie in der gut gemachten Animation ist schon sehr beeindruckend. Und lässt fast vergessen, dass sich mit der Estonia erst 1994 ein Schiffsunglück ereignet hat, dass mit 850 Opfern
in der überschaubaren Ostsee angesichts heutiger Rettungsmöglichkeiten fast noch erschreckender war.

Offline Elektroheizer

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Re: Titanic - Simulation des Untergangs - in Echtzeit!
« Antwort #31 am: 23 April 2016, 10:08:34 »
Nach dem Zusammenstoß gab es aber etwas mehr Zeit auch an so außergewöhnliche Maßnahmen zu denken, wie ich sie umrissen habe.
Der Knackpunkt ist, daß zuviel Zeit verstrichen ist bis zum Einleiten der regulären Maßnahmen, und daß die dann nur unzureichend ausgeführt wurden (Rettungsboote nur teilweise besetzt). Damit hätten auf jeden Fall mehr Menschenleben gerettet werden können. Selbst das hat die Schiffsführung nicht umgesetzt, da kann man nicht erwarten daß man sich um weiter Szenarien Gedanken macht.

Anderer schon angesprochener Punkt, wie erfolgversprechend wäre das gewesen?. Das waren ja keine treibenden Eis-Schollen, sondern ein Eis-Berg. Die habe ich wenig zugänglich, mit mehr oder weniger steilen Wänden vor meinen geistigen Augen. In wikipedia ist ein Bild von dem mutmaßlichen Kollisionsgegner, daß diese Annahme bestätigt.