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Autor Thema: Sternmotoren  (Gelesen 2594 mal)

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Offline Mischa

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Sternmotoren
« am: 02 April 2016, 16:25:06 »
Hallo Forum,

Mir ist ein interessanter Gedanke gekommen.
Warum verwendet man im Ubootbau eigentlich keine Sternmotoren?
Aufgrund der Möglichkeit diese perfekt auszuwuchten ist ein nahezu
Vibrationsloser Betrieb möglich.
Und ein Diesel-Sternmotor mit heutiger Technik (doppelter Aufladung,
Leichtbau, ...) müsste doch mindestens so effizient sein wie ein Reihendiesel.
Von der geringen Länge mal ganz zu schweigen.

Lg Mischa

Offline delcyros

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Re: Sternmotoren
« Antwort #1 am: 06 April 2016, 01:42:27 »
Die Sternmotoren in der Nachkriegs- TANG Klasse waren soweit ich mich erinnere eher ein Problem als alles andere.

Offline chattius

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Re: Sternmotoren
« Antwort #2 am: 06 April 2016, 09:57:19 »
G'Moie

Für genügend Leistung müsste man mehrreihige Sternmotoren verwenden. Bei einer Wasserkühlung können die Zylinder mehrreihiger Sternmotoren schlecht versetzt angeordnet werden. Bei einem kalten Motor gibt es deshalb grosse Unterschiede zwischen den unten liegenden und den oben stehenden Zylindern was Kühlung und Schmierung angeht.
Man müsste das Kühlwasser und das Öl vermutlich vorheizen.
Aber ich kenne stationäre Sternmotoren nur einreihig und liegend zur Stromerzeugung. Das eignet sich aber schlecht für ein Uboot denke ich jetzt mal.  Ich bin aber nur eine wasserscheue Landratte.

Gruss Chattius

Offline FAUN

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Re: Sternmotoren
« Antwort #3 am: 06 April 2016, 13:36:44 »
Gab es nicht hier schon einmal Bilder von einem russischen Schnellboot mit Sternmotor? Ich glaube, unsere Kenner der Volksmarine könnten was dazu sagen.

Offline Ingo

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Re: Sternmotoren
« Antwort #4 am: 06 April 2016, 13:41:32 »
Aber ich kenne stationäre Sternmotoren nur einreihig und liegend zur Stromerzeugung. Das eignet sich aber schlecht für ein Uboot denke ich jetzt mal.  Ich bin aber nur eine wasserscheue Landratte.

Der Antrieb bei (neuern) U-Booten ist eigentlich immer elektrisch. Von daher kein Problem die Motoren zur Stromerzeugung liegend anzuordenen, was bei der TANG-Klasse auch der Fall war.
Die GM-Motoren der TANG-Klasse war wohl keine zuverlässige Konstruktion und es kam u.a. öfter vor, daß Öl in den darunter angeordneten Generator lief. Außerdem war die Wartung der Motoren in den Booten deutlich schwieriger als bei konventionellen Motoren.

Gab es nicht hier schon einmal Bilder von einem russischen Schnellboot mit Sternmotor? Ich glaube, unsere Kenner der Volksmarine könnten was dazu sagen.

https://de.wikipedia.org/wiki/Swesda_M503

Offline Matrose71

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Re: Sternmotoren
« Antwort #5 am: 06 April 2016, 18:39:25 »
Salve,

der Swesda wurdr hier schon diskutiert, allerdings war schon damals die geringe Betriebsdauer absolut auffällig.
500 Betriebstunden, bis zu einem völligen Motorenwechsel, sind völlig inakzeptabel.
Urs sprach von fast 100 Seetagen im Jahr die deutsche Schnellboote auf See verbrachten, mit ihren MB 518 und Weiterentwicklungen.
Bei 1000 Betriebsstunden gab es dort eine "kleine" Inspektion.

Bei der geringen Betriebsdauer, absolut keine Alternative und die MB 518 Reihe, hatte sich gerade auf U-Booten nicht bewährt, die KM hatte einige Typ IX Boote mit dem Schnellboot Diesel ausgerüstet und war vom Ergebnis mehr als ernüchtert.
Insoweit weiß ich gar nicht ob Schnellboot Diesel überhaupt für U-Boote tauglich sind.

Außerdem werden doch die Schwingungen der Diesel seit dem Typ XXI Boot (Technik), sehr gut absorbiert.
« Letzte Änderung: 06 April 2016, 18:48:16 von Matrose71 »
Viele Grüße

Carsten

Offline Urs Heßling

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Re: Sternmotoren
« Antwort #6 am: 06 April 2016, 18:48:19 »
moin,

Urs sprach von fast 100 Seetagen im Jahr die deutsche Schnellboote auf See verbrachten,
Bundesmarine : teilweise 160 +

die KM hatte einige Typ IX Boote mit dem Schnellboot Diesel ausgerüstet und war vom Ergebnis mehr als ernüchtert.
U 180, U 195 , eher informell als IX D 1 bezeichnet http://www.uboat.net/types/ixd.htm

Gruß, Urs
"History will tell lies, Sir, as usual" - General "Gentleman Johnny" Burgoyne zu seiner Niederlage bei Saratoga 1777 im Amerikanischen Unabhängigkeitskrieg - nicht in Wirklichkeit, aber in George Bernard Shaw`s Bühnenstück "The Devil`s Disciple"

Offline habichtnorbert

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Re: Sternmotoren
« Antwort #7 am: 07 April 2016, 23:19:23 »
Gab es nicht hier schon einmal Bilder von einem russischen Schnellboot mit Sternmotor?
Ich glaube, unsere Kenner der Volksmarine könnten was dazu sagen.

zu 1: wäre möglich, weiß aber jetzt nicht um welchen Bootstyp oder Schiffstyp es sich gehandelt hat,

nun zu 2:
zu meiner Dienstzeit 1967 - 1970, gabs nur 2 Bootstypen welche über einen Sternmotor verfügten, das waren die RS-Boote 205 - Osa1 - Klasse und die TS-Boote 206 - Shershen - Klasse,
beide Typen waren mit 3x 42 Zylindermoter vom Typ M503A je Boot ausgestattet,
als Schnellboote hatten sie damit, soweit mir bekannt geworden,  wenige Probleme,

später kamen bei den UAW-Schiffen 133.1 - Parchim - Klasse, welche mit 3x der weiterentwickelten 56 Zilindermotoren vom Typ M504 ausgestattet wurden, für schnelle Fahrten gut geeignet, aber für ganz langsame Fahrten, bei der U-Boot suche sehr schlecht geeignet, so aus Berichten und der Literatur bekannt geworden,
ob die Motoren in Indonesien noch eingesetzt sind, vieleicht,

1989 kam mit der Entwicklung der RS-Boote 151 - Sassnitz - Klasse ein weiterer Motortyp zum Einsatz, jedes Boot war und sollte mit 3x 56 Zylindermotoren vom Typ M520 ausgestattet,
die 2 noch im Einsatz bei der BP / Küstenwache stehenden Boote erhielten beim Umbau andere Motoren,
es könnten aber noch die 3 an die Polnische Marine gelieferten Boote mit den Motoren ausgestattet sein, hab jedenfalls noch nichts anderes verlauten gehört,

für Schnellboote und Schiffe sind die Motoren also einigermaßen geeignet, aber alle hatten eine Schwachseite, technische Probleme konnten nicht mit Bordmittel auf See behoben werden, dazu mußten die Boote und Schiffe in einen Hafen einlaufen damit der defekte Motor mit Hilfe eines Krahnes gewechselt werden konnte,

soweit aus Berichten von ehemaligen Besatzungsmitgliedern,



Gruß Norbert

Wo die Flotte hinfährt, sind die Minensucher schon gewesen

Das Historische Marinearchiv: www.historisches-marinearchiv.de