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Autor Thema: Sabotage zum Nachteil schwimmender Einheiten der Kriegsmarine  (Gelesen 20408 mal)

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Offline bettika61

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Re: Sabotage zum Nachteil schwimmender Einheiten der Kriegsmarine
« Antwort #90 am: 03 August 2016, 07:50:18 »
Hallo,
Eisenbahnfähre Hydro, 18.2.1944 ,Stichwort" Schweres Wasser"
Zitat
Am 18. Februar 1944 wurde das verfügbare Schwerwasser mit der Rjukanbahn auf die Eisenbahnfähre Hydro verladen, die den See Tinnsjå passieren musste. Der norwegische Widerstandskämpfer Knut Haukelid brachte jedoch auf per Funk übermittelte explizite Anweisung des britischen Oberkommandos in der Nacht vor dem Auslaufen Sprengsätze an, welche die Fähre an einer der tiefsten Stellen des Sees versenkten. Beim Untergang starben 14 norwegische Zivilisten und vier begleitende Deutsche. Diese Verluste waren einkalkuliert.
https://de.m.wikipedia.org/wiki/Norwegische_Schwerwasser-Sabotage
Grüße
Beate

„Wer sich nicht an die Vergangenheit erinnern kann, ist dazu verdammt, sie zu wiederholen.“ George Santayana

Online Urs Heßling

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Re: Sabotage zum Nachteil schwimmender Einheiten der Kriegsmarine
« Antwort #91 am: 03 August 2016, 17:39:38 »
moin,

geraten wir mit Hydro nicht langsam an den Rand dessen, was der Thread-Titel "Einheiten der Kriegsmarine" abdeckt ?

Das ist z.B. ein "richtiger" Fall
http://www.forum-marinearchiv.de/smf/index.php/topic,21068.msg235659.html#msg235659

Gruß, Urs
"History will tell lies, Sir, as usual" - General "Gentleman Johnny" Burgoyne zu seiner Niederlage bei Saratoga 1777 im Amerikanischen Unabhängigkeitskrieg - nicht in Wirklichkeit, aber in George Bernard Shaw`s Bühnenstück "The Devil`s Disciple"

Offline t-geronimo

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Re: Sabotage zum Nachteil schwimmender Einheiten der Kriegsmarine
« Antwort #92 am: 17 August 2016, 19:41:40 »
Aus KTB MOK Ostsee:

07.11.1944
"BSO meldet: Um 17:21 Detonation im Maschinenraum VS 153 in Werft Svendborg. 1 Mann leicht verletzt. Heizraum, Maschinenraum und Bunker machen Wasser, Heck auf grund ohne Schlagseite.
18:22 Uhr 2. Detonation. Durch vorhergehenden Wassereinbruch fast wirkungslos. Nachforschungen laufen.
Diese fast pausenlose Fortsetzung von Sabotagefällen wird nunmehr zur Beschreitung neuer Wege in der Abwehr führen müssen.

08.11.1944
"Admiral Skagerrak meldet: Um 23:46 Uhr weitere Explosion auf Sperrbrecherneubau Nr. 48 im Ölbunker Steuerbordseite bei Maschinenraum und Wassereinbruch. Schiff setzt sich auf flaches Wasser.
Wieder ein empfindlicher Schaden durch Sabotage."
Gruß, Thorsten

"There is every possibility that things are going to change completely."
(Captain Tennant, HMS Repulse, 09.12.1941)

Forum MarineArchiv / Historisches MarineArchiv

Offline Violoncello

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Re: Sabotage zum Nachteil schwimmender Einheiten der Kriegsmarine
« Antwort #93 am: 24 August 2016, 17:27:10 »
Hallo zusammen,

eine Ergänzung zu Antwort #88:

15.02.1945
Versuch eines Sprengstoffanschlags auf den im Freihafen von Kopenhagen liegenden Leichten Kreuzer "Nürnberg" durch die BOPA ("Borgerlige Partisaner"). Die Saboteure hatten von einem  begehbaren, unterirdischen Versorgungsgang längs der Kaimauer erfahren, an der die "Nürnberg" angelegt hatte. Es wurden in dem Gang 135 Kilogramm Sprengstoff zur Explosion gebracht, die die Kaimauer in einer Länge von fünf bis sechs Metern zerstörte.

[Bath, M.: Der SD in Dänemark 1940-1945, S. 124, Berlin 2015]

Gibt es Informationen darüber, ob die "Nürnberg" Beschädigungen erlitten hat?

Viele Grüße

Violoncello

Offline Hägar

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Re: Sabotage zum Nachteil schwimmender Einheiten der Kriegsmarine
« Antwort #94 am: 24 August 2016, 19:40:10 »
Das KTB NG (BA/MA Freiburg) vermerkt die Detonation am 15.02.45, 19:52.
Dabei seien zwei Kräne in Höhe der Back umgestürzt und 50m Kaimauer zerstört worden.
Der Abfallprahm zwischen Schiff und Kaje sei durch die Kräne unter Wasser gedrückt worden.
NG selbst habe keine Schäden erlitten.

Gruß - Hägar

Offline Violoncello

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Re: Sabotage zum Nachteil schwimmender Einheiten der Kriegsmarine
« Antwort #95 am: 24 August 2016, 23:14:52 »
Hallo Hägar.
danke für den Hinweis auf das KTB:
Es zeigt eindrucksvoll, wie wichtig eine quellenkritische Auseinadersetzung mit den Angaben je nach der Interessenlage der Autoren ist! Zwischen fünf Metern und fünfzig Metern besteht ein wahrnehmbarer Unterschied. Angesichts der Im KTB der "Nürnberg" beschriebenen "Kollateralschäden" scheint mir das KTB glaubwürdiger!
Viele Grüße
Violoncello

Offline Hans Jehee

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Re: Sabotage zum Nachteil schwimmender Einheiten der Kriegsmarine
« Antwort #96 am: 12 September 2016, 18:04:30 »
Hallo Zusammen,

Noch eine gefunden,

Laut KTB Admiral i.d. Niederlanden 8-1-1943 Kinderdijk (bei Rotterdam).
"M 489 (kurz von der Fertigstellung stehendes Minensuchboot) durch Detonation beschädigt und auf Grund gesetzt. Untersuchungen ergaben dass das Boot M 489 einer Sabotagesprengung im Maschineraum zum Opfer gefallen ist".

Mit Gruss,

Hans

Offline Darius

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Re: Sabotage zum Nachteil schwimmender Einheiten der Kriegsmarine
« Antwort #97 am: 17 Januar 2017, 22:14:28 »
Hallo zusammen,

aus dem KTB der Skl. zu Sabotage (nicht nur Kriegsmarine, sonder auch andere von dt. Besatzungsmacht genutzten Fahrzeuge):

02.09.1944
Zitat
Adria: Auf einem Verkehrsdampfer sinid im Hafen Laurana 2 Sprengladungen detoniert. Schiff ist auf Grund gesetzt.

04.09.1944
Zitat
Auf Salamis ist Sprengstoffanschlag durch schnelles Zugreifen verhindert.

11.09.1944
Zitat
13.53 Uhr sinkt in Bergen das große Schwimmdock nach Detonation vermutlich infolge Sabotage.
Wahrscheinlich ist das Dock Totalverlust und die Dockfähigkeit in Bergen beschränkt sich auf Schiffe bis 100 m Länge.
--/>/> http://www.historisches-marinearchiv.de/projekte/asa/ausgabe.php?where_value=905

14.09.1944
Zitat
Nach Meldung MOK Norwegen ist 8.500 ts Schwimmdock in Bergen am 11/9. 1355 Uhr nach Detonation auseinandergebrochen und gesunken. Eine Anzahl norweg. Arbeiter ist dabei ums Leben gekommen. Die Sicherheitsmaßnahmen auf den Werften sind verschärft.
wie oben  --/>/> http://www.historisches-marinearchiv.de/projekte/asa/ausgabe.php?where_value=905

14.09.1944
Zitat
Auf Werft Kopenhagen ist D. „Irene Oldendorff“ (1.952 BRT) vom Hansa-Neubauprogramm infolge Detonation im Achterschiff vermutlich auf Grund von Sabotage gesunken.

15.09.1944
Zitat
In Rotterdam wurde in der vergangenen Nacht auf 3 für Vlissingen-Rotterdam bestimmte Blockschiffe ein Sabotageanschlag mit Haftladungen verübt, die Schiffe wurden beschädigt.

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Darius

Offline Darius

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Re: Sabotage zum Nachteil schwimmender Einheiten der Kriegsmarine
« Antwort #98 am: 17 Januar 2017, 22:20:02 »
Fortsetzung für KTB Skl., 09/1944:

17.09.1944
Zitat
In Rotterdam wurde in der vergangenen Nacht auf 3 für Vlissingen-Rotterdam bestimmte Blockschiffe ein Sabotageanschlag mit Haftladungen verübt, die Schiffe wurden beschädigt.

Und zu TA 7 und TA 8:

26.09.1944
Zitat
b) Entsprechend Weisung von Skl Adm Qu (s. KTB 22/9.) meldet MOK Norwegen, daß TA 7 mit einem Kessel und 2 Maschinen nicht vor 20/10. fahrbereit sein wird, und schlägt mit Rücksicht auf Sabotagegefahr schnellstes Abschleppen nach der Heimat vor. Hierzu 3 Boote 5. Zfl.
Bezüglich TA 8 schlägt MOK Norwegen trotz wenig fortgeschrittenem Bauzustandes gleichfalls Überführung in die Heimat vor, sobald Handruder mit Ruderquadrant eingebaut ist.

27.09.1944
Zitat
0518 Uhr ist Neubau TA 7 in Horten nach Explosion und Wassereinbruch infolge Sprengstoffanschlags gesunken.
Damit entfällt die vorgesehene Überführung dieses Fahrzeuges in eine Heimatwerft.

 :MG:

Darius

Offline Darius

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Re: Sabotage zum Nachteil schwimmender Einheiten der Kriegsmarine
« Antwort #99 am: 17 Januar 2017, 22:21:40 »
und noch der Rest:

28.09.1944
Zitat
Admiral Skagerrak: Am 27/9. 2300 Uhr ist ein deutscher Saugbagger im Hafen Svendborg durch Sabotage versenkt.

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Darius

Offline Darius

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Re: Sabotage zum Nachteil schwimmender Einheiten der Kriegsmarine
« Antwort #100 am: 08 September 2017, 00:20:54 »
Hallo zusammen,

hier die Einträge (ohne jeweils die Echtheit der Vermutungen bzw. Möglichkeit weiter recherchiert zu haben) zu den Sabotage-Vorfällen lt. KTB Skl. im Oktober 1944:

01.10.1944
Zitat
Admiral Skagerrak: Am 30/9. 2400 Uhr ist Kühlschiff „Hartmut“ (2.713 BRT) bei Anholt infolge Minentreffer gesunken. Nach Angabe norweg. Kapitäns ist auch Sabotage möglich.

03.10.1944
Zitat
Am 2. abends ist M 7602 nach Ablegen von der Pier infolge von 3 Detonationen in Kleinbunker gesunken.

07.10.1944
Zitat
In Rotterdam wurden durch Sabotage 2 Dampferneubauten beschädigt.

11.10.1944
Zitat
Holland:
Nördlich Mersfort ist Schleppkahn quer zur Fahrrinne vermutlich infolge Sabotage gesunken. Fahrwasser wird voraussichtlich 12/10. mittags wieder passierbar sein.

Skagerrak:
Am 10. 2030 Uhr wurde auf D. „Scharhörn“ (2.642 BRT) in Aarhus Sabotage verübt. D. liegt mit Heck auf Grund.

15.10.1944
Zitat
VI) Chef Adm. Qu. VI:[…] c) Entwicklung der Sabotagefälle in Dänemark ist bedenklich. Im letzten Monat sind 25.000 BRT Schiffsraum ausgefallen.
Ob.d.M. befiehlt Hinweis an OKW, daß Zustand nicht geduldet werden darf.

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Darius



Offline Darius

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Re: Sabotage zum Nachteil schwimmender Einheiten der Kriegsmarine
« Antwort #101 am: 08 September 2017, 00:23:25 »
19.10.1944
Zitat
Am 18. 2145 Uhr ist Truppentransporter „Levante“ (4769 BRT) im Hafen Mosjoen in Brand geraten. Ursache noch ungeklärt, Brand ist teilweise gelöscht.

Auch wenn keine Sabotage, dann doch wohl eine Aktion des Widerstandes:

23.10.1944
Zitat
Holland-Raum:
In der Nähe von Lemmer sind auf Kanal 2 weitere D. durch Beschuß versenkt. Kanaldurchfahrt ist unbehindert. Bei Sliedrecht wurde Geleitgruppe durch Terroristen von Land mit MG beschossen. Feuer wurde erwidert.

23.10.1944
Zitat
Holland-Raum:
In der Nähe von Lemmer sind auf Kanal 2 weitere D. durch Beschuß versenkt. Kanaldurchfahrt ist unbehindert. Bei Sliedrecht wurde Geleitgruppe durch Terroristen von Land mit MG beschossen. Feuer wurde erwidert.

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Darius


Offline Darius

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Re: Sabotage zum Nachteil schwimmender Einheiten der Kriegsmarine
« Antwort #102 am: 08 September 2017, 00:24:11 »
27.10.1944
Zitat
c) OKW/WFST hat folgende Weisung erlassen:
„Ob.d.M. meldet:
„In den letzten 4 Monaten wurden durch Sabotage in Dänemark 5 Handelsschiffsneubauten mit insgesamt etwa 12000 BRT versenkt und außerdem 2 Kriegsschiffe und 9 Handelsschiffe mit ca. 20000 BRT mehr oder weniger stark beschädigt. Diese hohen Verluste sind besonders nach dem Ausfall von Werften in Holland, Belgien und Frankreich auf die Dauer untragbar. Die Tonnagelage der deutschen Schiffahrt ist im übrigen durch stark anwachsende Feindeinwirkung auf deutsche Häfen und Werften weiter verschärft, so daß nur mit Mühe das Transportprogramm - besonders der Wehrmacht in Norwegen und im Osten - erfüllt werden kann. Ein wesentlicher Zuwachs der Gesamttonnage ist nicht zu erwarten. Es wird daher gebeten, alles zu tun, um die Sabotage gegen Schiffsraum in Dänemark zu verhindern. Es erscheint mit notwendig, eine Dientstelle mit dieser Aufgabe zentral zu betrauen, die gleichzeitig bei der Lösung eng mit den politischen Stellen zusammenarbeitet, da politische Einwirkung von militärischen oder polizeilichen Maßnahmen vermutet wird.“
Hierzu wird angeordnet:
1. Bewachung von Kriegsschiffen ist Aufgabe der Kriegsmarine. Schutz von Schiffsneubauten und Handelsschiffen gegen Sabotage ist Aufgabe des Reichsbevollmächtigten, für dessen Durchführung ihm der höhere SS- und Polizeiführer Dänemark mit Polizeikräften zugeteilt ist.
2. W.Befh. Dänemark wird beauftragt, Forderungen des Ob.d.M. gegenüber Reichsbevollmächtigten zu vertreten und ihm, sofern politisch unbedenklich und kräftemässig möglich, für die Durchführung einer verschärften Überwachung von Werften, Häfen u.s.w. personelle Unterstützung anzubieten.“
Skl. hat Weisung an MOK Ost, Adm. Skagerrak und MOK Norwegen zur Unterrichtung weitergeleitet.

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Darius