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Autor Thema: niedrigprozentige und hochprozentige Nickelstähle (Homogenpanzer 1910-1929)  (Gelesen 2486 mal)

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Offline delcyros

  • Kapitänleutnant
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  • Beiträge: 878
Ja. Aber in Probekörpern mit fest definierten Dimensionen. Die werden unter Zugspannung genommen und bis zum Bruch belastet, um Werte für Querschnittverringerung in %, Längendehnung in %, Streckgrenze in kg/mm² und (bei noch höherer Beanspruchung) Zugfestigkeit in kg/mm² zu erfassen.
Im Bereich zwischen der Streckgrenze und der Zugfestigkeit (Bruch) kommt es zur plastischen Verformung des Materials, mit diesen Verformbarkeiten korrelieren % Dehnung und % Verringerung d. Quersschnittes.

Offline Thoddy

  • Fregattenkapitän
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  • Beiträge: 1267
hier mal ein Vergleich St 52(links) und D steel (rechts)
in bezug auf beanspruchbarkeit von Schweißnähten

Meine Herren, es kann ein siebenjähriger, es kann ein dreißigjähriger Krieg werden – und wehe dem, der zuerst die Lunte in das Pulverfaß schleudert!
WoWs : [FMA]Captain_Hook_

Offline torpedo mixer

  • Oberfähnrich
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  • Beiträge: 335
Danke für die Daten.

Gut geschweisst beim St52 sag ich - der Grundstahl ist schwächer wie die Naht, beim D-Stahl ist es andersherum. Als Baustahl ist der D-Stahl so nicht ausgenutzt - nur punktuell auf der Platte als Splitterschutz.

Offline FAUN

  • Oberfähnrich
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  • Beiträge: 396
Habe ich jetzt wohl verstanden, aber was ist die Interpretation des Ganzen? Ihr wollt doch etwas wie die Durchschlagfestigkeit der Panzerung, wo ist jetzt der Bezug zur Längendehnung des Materials? In Thoddys Tabelle 1 ist z.B. die Streckgrenze der Schweißnaht erkennbar höher, die Zugfestigkeit etwas niedriger, die Dehnung erkennbar geringer und die Einschnürung wieder leicht größer. Was sagt uns das? Das Schweißnähte stabiler sind als das Ursprungsmaterial oder was noch zusätzlich?

Offline delcyros

  • Kapitänleutnant
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  • Beiträge: 878
Die plastische Verformbarkeit des Materials -ohne dass es zum Bruch kommt- ist eine besonders bei sehr flachen Einschlagwinkeln wichtige Kenngröße der Resistenz von Deckspanzerplatten (1894-1929: niedrigprozentige, weiche Nickelstahlplatten -oder sogar nur Schiffbaustahl III für die geschützten Decks und Q420 Platten für exponierte Turmdecken und CT Decken, nach 1930: Wh/n.A.).
Da die plastische Verformbarkeit mit der Streckgrenze einsetzt, steht deren Ausmaß auch in Abhängikeit zur Differenz von der Streckgrenze zur Bruchfestigkeit.
WK I STS war in der Hinsicht sehr spröde: Eine hohe Streckgrenze (122000 PSI) gab zwar ein hohes Maß an Initialwiederstand, dem stand aber eine kaum höhere Bruchfestigkeit (127000 PSI) gegenüber und eine entsprechend sehr geringe % Dehnung (17%) und Querschnittsverringerung (39%). Der sehr geringe Grad der Verformbarkeit dieses älteren Materials war mit ein Grund warum die expliziten Deckspanzertests 1916 und 1917 vom Bureau of Construction&Repair (später BuShips) mit der Empfehlung endeten, dass für die Hälfte des Deckspanzers weicher Nickelstahl statt STS substituiert werden kann.
% Dehnung ist dabei nur ein Aspekt der die plastische Verformbarkeit tangiert. Bevor aber unterschiedliche Materialien überhaupt verglichen werden können, muß zunächst klar sein welche Definitionen verwendet wurden, und worin sie sich unterscheiden.

« Letzte Änderung: 08 Januar 2017, 19:34:48 von delcyros »