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Autor Thema: 2. Auflage: „Die Kriegstransporter KT 1-62 der Deutschen Kriegsmarine“  (Gelesen 4937 mal)

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Offline Urs Heßling

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moin,

Im Anhang zwei Bilder des KT-Modells,

top top :MG:

Gruß, Urs
"History will tell lies, Sir, as usual" - General "Gentleman Johnny" Burgoyne zu seiner Niederlage bei Saratoga 1777 im Amerikanischen Unabhängigkeitskrieg - nicht in Wirklichkeit, aber in George Bernard Shaw`s Bühnenstück "The Devil`s Disciple"

Offline Peter K.

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... tolles Modell!  top
Grüße aus Österreich
Peter K.

www.forum-marinearchiv.de

Offline Asahi.3

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Interessante Ergänzung zum Hintergrund der KT-Baugeschichte

Im Zuge meiner Recherchen für das Buch über die Schwarzmeer-Einheitsschiffe (SME) habe ich einen  sehr interessanten Hinweis zur Baugeschichte der Kriegstransporter (KT) gefunden, der mir bisher leider entgangen war und möglicherweise einige Forummitglieder interessieren könnte.

Mir war stets klar, dass die Initiative zum Bau der Kriegstransporter in direktem Zusammenhang mit den schweren Schiffsverlusten beim Nachschub für das Afrikakorps stand, aber nicht, von wem sie eigentlich genau ausging. Umso erstaunter stelle ich nun fest, dass offenbar Hitler persönlich den Bau dieser Schiffe initiierte!

Am 13.11.1941 fand im in Ostpreußen im Führerhauptquartier („Wolfsschanze“) einer der üblichen „Vorträge“ des Oberbefehlshabers der Marine, Erich Raeder, bei Hitler statt (B. Nr. 1 Skl. Ib 1951/41op Gkdos. Chefs; s. Wagner, Gerhard (Hg.): Lagevorträge des Oberbefehlshabers der Kriegsmarine vor Hitler 1939-1945. J.F. Lehmanns Verlag, München 1972, S. 304ff). Unter Punkt „VI. Zur Mittelmeerkriegführung“ wird einleitend festgestellt: „Transporte nach Nordafrika, wie von Skl. seit Juli befürchtet, in zunehmend absinkendem Maße bis auf heutigen sehr schwierigen Stand entwickelt. …“ Nach einigen Ausführungen zu den Problemen im Detail und der unzulänglichen italienischen Möglichkeiten, sie zu lösen, heißt es (S. 309): „Führer wünscht, daß für Mittelmeertransporte ca. 1000 BRT große Schiffe von 15 bis 16 sm Geschwindigkeit in Serien gebaut werden (Schwarzmeer- und Donauhäfen), die ca. 3-4 schwere Fahrzeuge und Personal hinüberbringen können. Fahrt der Transporter bei Tage mit hinreichender Luftsicherung; nachts zu Anker hinter Netzen in Zwischenhäfen oder Inseln. Auf diese Weise Risiko aufgeteilt. …“
Ohne dass hier das Wort „Kriegstransporter“ oder „KT“ vorkommt, steht außer Frage, dass genau diese Schiffe hier erstmals beschrieben werden!
Auch beim nächsten Vortrag von Raeder bei Hitler, am 12.12.1941, diesmal in Berlin (B.Nr.1 Skl. Ib 2133/41 op Gkdos. Chefs; s. Wagner a.a.O. S. 325ff), sind diese Transporter ein Thema. „Der dem Ob.d.M. bei der letzten Besprechung erteilte Befehl auf beschleunigten Bau von ca. 1000 t Transportschiffen auf Schwarzmeer- und italienischen Werften ist mit größter Beschleunigung in Ausführung begriffen. Pläne für 40 1200 t-Schiffe sind aufgestellt, Maschinen aus M-Bootsbeständen bereitgestellt, zunächst 8 Hellinge in Italien zur Verfügung. Spezialpläne sind bei deutscher Werft in Fertigstellung, sodaß mit Herstellung der Platten begonnen werden kann, sobald das Material und die Kontingentscheine zur Verfügung gestellt sind. Dies ist das einzige Hindernis.
Führer weist OKW-Chef an, die Sache in Ordnung zu bringen. – In Nikolajew ist Arbeit erst wieder möglich, wenn Öl und Kohlenachschub durchführbar ist. Eisenmaterial ist dort vorhanden; voraussichtlich wird sich dort das Walzen der Platten auf geringe Stärke durchführen lassen.“ (S. 326).
Im Anhang C zur Besprechung („Verbesserung der Transportraumlage durch Neubau“; S. 329-330) wird der Stand des Baus der „20 Transporter mit je 1200 Tons Wasserverdrängung, 14,75 sm“ nochmals zusammengefasst. „Alle Fragen geregelt, Bau hängt nur noch ab von Genehmigung des Kontingents. Entworfen durch Kriegsmarine, Material beim OKW beantragt. OKW kann Zusage über Zuweisung außerhalb Marinekontingent nicht machen. Frage muß im Gesamtrahmen der Führer-Entscheidung behandelt werden.
Spezifikationen in drei Wochen beendet. Durch Italien (Verkehrsminister Host-Venturi) sind gleichzeitig 8-10 Hellingplätze und Arbeiter zur Verfügung gestellt. Fertigstellung Sommer/Herbst 1942.“

Dieser Zeitplan wurde auch tatsächlich eingehalten. Es ist immer wieder unglaublich, welche Details im Rahmen von „Führer-Entscheidungen“ geregelt wurden, auch im maritimen Bereich.
MbG, Asahi.3

Offline Urs Heßling

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moin,
wirklich sehr interessant ! top :MG:

Gruß, Urs
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Offline RonnyM

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...und ich finde bemerkenswert den ausgeprägten Eisbrecherbug, obwohl er nur im mediterranen Raum eingesetzt wurde.

Grüße Ronny
...keen Tähn im Muul,
over La Paloma fleuten...

Offline Asahi.3

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Den Sinn dieser Bugform konnte ich nie klären. Einziger Erklärungsversuch eines Spezialisten war, dass dieser Bug allenfalls leichter herstellbar war, als ein gerundeter. Ging ja alles um schnelle Serienfertigung.
Und zumindest ist mir jetzt dank Gerhard Wagner (s.o.) klar, wie so rasch eine so große Zahl von komplexen Expansions-Dampfmaschinen für die KT gebaut werden konnten („Maschinen aus M-Bootsbeständen bereitgestellt.“) Schiffbaulich sind die KT im Vergleich zu den SME jedenfalls viel mehr als „echte“ Kriegsschiffe zu bewerten, die SME in viel höherem Ausmaß als reine Handelsschiffe.
MbG, Asahi.3

Offline RonnyM

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..-.das ist eine plausible Erklärung. top Da musste nix gebogen werden und so war eine schnelle Fertigung möglich. Einfach und wirkungsvoll.

Grüße Ronny
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