ASS-Nummer: 18216a

Begonnen von TW, 13 August 2014, 00:26:16

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Zitat von: bettika61 am 30 Juni 2014, 14:11:28
Hallo Thomas,
http://www.historisches-marinearchiv.de/projekte/ass/ausgabe.php?where_value=3695 [Ganilly]
TNA AIR 41/74 schreibt die Versenkung der Ganilly U-953 zu.

ZitatU.953 sank the A/S Trawler Ganilly with convoy EBC.30 some 30 Miles N.E. of Cape Barfleur on 5 July and escaped the subsequent hunt

Grüsse
Beate
Schönen Gruß aus Stuttgart
Thomas

TW

#1
http://www.historisches-marinearchiv.de/projekte/ass/ausgabe.php?where_value=3697

Aus dem KTB U 953:

0730 - BF3193 - Voraus bis Backbord querab ist Geleit zu sehen. Vorweg ein Zerstörer der W-Klasse, Kurs 160 Grad. Fahrt 7 bis 9 sm, E= 30 bis 40 [hm]. Alle Fahrzeuge, ca 25-30 Frachter, Normaltyp 3000 bis 5000 BRT (...) Westwärts neben Frachter-Geleit, und damit nördlich von uns, dicke Fahrzeuge in Doppelkiellinie ausgemacht. Diese sind unser Ziel. -
Absicht: In die Doppelkiellinie sacken lassen, mitlaufend schießen. Boot auf Verbandkurs gelegt. Vor diesem Verband [laufen] 3 moderne Zerstörer mit leichten Zacks.
0751 – Zerstörer Nr.1 passiert an Steuerbord (...)
0753 – Zerstörer Nr.2 passiert an Backbord (...)
0755 – Zerstörer Nr.3 läuft an, Lage 0, zackt nach Steuerbord, 300m an Boot vorbei.
Jetzt ist der Achterverband genau auszumachen. Alles Truppentransporter. 2 Linien, davon ist die Bb-Linie die modernere. (...)
Absicht: die Bb-Seite wird angegriffen mit 3 Einzelschüssen.
0801 - Schuß aus Rohr I, wird Abfeuerversager.
0803 - Schuß aus Rohr III auf dritten Transporter der Bb-Kiellinie.
0805 - Schuß aus Rohr II (TV) Daumenschuß hinterher auf vierten Transporter.
0807 - Detonation. Heller Tob, Rauchpilz über dem letzten Truppentransporter der Bb.-Kiellinie. Scheint in der Mitte auseinander zu brechen (Tiefe 7). Sinkgeräusche im ganzen Boot, nach 25 Sek. schlägt der Transporter klar auf den Grund, A-27. Schleppendes Blechgeräusch.
Annahme, 2.Lut mit Laufzeit 4'27" - Laufstrecke 4100, in dessen Lut-Fläche der 4.Dampfer gelaufen ist.
Detonation, Doppelknall, Bersten, Rauschen wie bei AZ-Treffer (Tiefe 5). Bei Rundblick im Sehrohr an Bb.-seite sinkendes Frachterheck inmitten Qualmwolke (Munitionsfrachter).
Muß TV gewesen sein mit Laufzeit 4' = 3000m.
Zusammenfassung:
.../...
5. Indirekter Lut-Treffer auf Truppentransporter und TV-Treffer auf Frachter. Beide als gesunken beobachtet.
6. Versenkungserfolge: 11.000 BRT.
Schönen Gruß aus Stuttgart
Thomas

TW

Zitat von: Tetra am 09 Juli 2014, 19:48:48
Hallo Thomas

Bevor die Zuordung des Trawlers GANILLY von U-390 zu U-953 geändert wird müsste erst noch der genaue Versenkungsort des Trawlers herausgefunden werden.

Im Admiralty War Diary finden sich die beiden folgenden Einträge:
At 0821 today the M/S Trawler GANILLY in convoy E.B.C.30 was sunk, possibly by U-boat, about 30 miles NNE of Cap Barfleur.
Casualties: GANILLY (A/S trawler) sunk mined in 49°16N/00°57W (Adm. Ramsay 052345B to Admty.)

Nur kann die Positionsangabe nicht stimmen, die liegt nämlich an Land. In ASS steht 49°36N/00°57W für den Verlust der GANILLY, was etwa 12 sm östlich von Cap Barfleur liegt und eher für die Versenkung durch U-390 sprechen würde. U-953 könnte aber der Angreifer sein wenn die Angabe "30 miles NNE of Cap Barfleur" stimmt.

Ich werde auf uboat.net die Zuordnung von GANILLY zu U-390 vorläufig so belassen bis ich bei meinem nächsten Besuch im TNA einen Blick in ADM 358/3338 werfen kann, vielleicht finden sich darin genauere Details zur Versenkung.

Noch zwei weitere Bemerkungen zur GANILLY:
- Die Kennung dieses Trawlers war T 367 und nicht T 376
- Der Trawler eskortierte den Konvoi EBC-30, jedoch wurde U-390 von HMS TAVY und HMS WANDERER versenkt die den Konvoi FCM-23 sicherten.
Schönen Gruß aus Stuttgart
Thomas

TW

#3
Lieber Frans
Danke für den (korrigierten) Auszug aus dem KTB.

Ich möchte mein Statement hier noch einmal wiederholen: Ich misstraue der Hochbeobachtung über das Sinken und den Aufschlag des 7000-Tonnen-Transporters auf dem Meeresgrund und glaube, dass nur 1 Schiff getroffen wurde. Zu sehen war nur noch das Heck eines sinkenden Frachters. Vielleicht war dieser zur Zeit der Sehrohrbeobachtung tatsächlich schon auseinander gebrochen und der vordere Teil auf den Meeresgrund gesunken. Einwand: Die große Detonation allerdings erfolgte erst nach den Horchbeobachtungen zum Treffer Nr.1, dem Truppentransporter.

Fakt ist nach neuerer Erkenntnis, dass GLENDINNING als Opfer von U953 nicht in Frage kommt und außer dem Escorter GANILLY am Morgen des 5.7. kein weiteres alliiertes Schiff verloren ging.

Auch die GANILLY hatte sicher genügend Munition (Wasserbomben) an Bord, die sich entzünden und das Schiff zerreißen konnten.

Warten wir ab, was Tetra aus dem Nationalarchiv in London mitbringt. - Viele Grüße, Thomas
Schönen Gruß aus Stuttgart
Thomas

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