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Autor Thema: Die DEUTSCHLAND und die Folgen .... Teil 1  (Gelesen 15550 mal)

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Offline Peter K.

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Die DEUTSCHLAND und die Folgen .... Teil 1
« am: 28 Juli 2006, 16:44:03 »
In Ergänzung zu HAROLD´s Ausführungen über die französischen Schlachtschiffprojekte nach der DUNKERQUE, stelle ich nachfolgend eine NICHT abgeschlossene, chronologische Abhandlung von mir ein, die im wesentlichen den Zeitraum vor diesen Projekten abdeckt:


Die DEUTSCHLAND und die Folgen ....

Am 8. September 1926 wird Deutschland einstimmig in den Völkerbund aufgenommen.

Ebenfalls im September 1926 übermittelte der deutsche Leiter der „Völkerbundgruppe Marine“ (VGM) in Genf, Konteradmiral von Freyberg, dem Leiter der Flottenabteilung (AII) im Marinekommandoamt (A), Kapitän zur See von Loewenfeld, die Anregung, die völlig veralteten Linienschiffe durch, laut Versailler Vertrag erlaubte  10.000 ts große  Kreuzer mit einem Geschützkaliber zwischen 20 und 28 cm zu ersetzen. Dadurch würden sie nach dem Washingtoner Flottenabkommen als Linienschiffe gelten und artilleristisch den gleich großen Schiffen anderer Mächte überlegen sein.
Da etwa gleichzeitige Flottenmanöver den Wert einer hohen Geschwindigkeit auch für schwere Seestreitkräfte aufzeigten, ersuchte das Marinekommandoamt (A) die Marinekonstruktionsabteilung (K) unter Ministerialdirektor Dr. Ing. h. c. Preße um den Entwurf eines schnellen Linienschiffs, also eigentlich eines Kreuzers mit schwerer Bewaffnung.

Am 29. September 1926 forderte der Leiter der Flottenabteilung (AII), Kapitän zur See von Loewenfeld, sechs 28 cm und mindestens vier 12 cm Geschütze in der Breitseite, einen brauchbaren Panzerschutz, eine Geschwindigkeit von 28 kn und einen Aktionsradius von 4.000 sm für einen solchen Linienschiffskreuzer.

Das Washingtoner Flottenabkommen vom 6. Februar 1922, das vom französischen Parlament im Juli 1923 ratifiziert worden war, erlaubte Frankreich den Besitz von Schlachtschiffen mit einer Gesamttonnage von 175.000 ts. Davon durften bereits 1927 und 1929 jeweils 35.000 ts in Bau gegeben werden. Allerdings überstieg diese Größenordnung für ein einzelnes Schiff die damaligen infrastrukturellen Einrichtungen der vorhandenen Marinewerften erheblich.
1926 wurde ein erster Entwurf ausgearbeitet, der insbesondere gegen die 1925 auf Kiel gelegten italienischen Kreuzer der TRENTO-Klasse mit 35 kn Konstruktionsgeschwindigkeit ausgelegt waren und damit eine Bedrohung für die französischen Seeverbindungen zu den nordafrikanischen Kolonien darstellten. Dieser Entwurf sollte außerdem Geleitzüge angreifen können, die von maximal 25 kn schnellen Schlachtschiffen eskortiert wurden, und im Rahmen eines kampfstarken Aufklärungsverbandes eingesetzt werden können.
Auf Anregung des Chefs der französischen Admiralität (CEMG), Admiral Salaun, entstand so im französischen Marinekonstruktionsbüro (STCN) der Entwurf eines 17.500 ts großen Schlachtkreuzers, der bei etwa 195 m Länge und 24,5 m Breite mit acht 30,5 cm L/55 Geschützen (Schußweite 43.000 oder 44.000 m bei einer Vo von 965 m/s) in zwei Vierlingstürmen auf dem Vorschiff und einer Mehrzweckbatterie vom Kaliber 13 cm bewaffnet sein sollte. Der Panzerschutz war gegen 20,3 cm Geschosse mit einer Vo von 850 m/s ausgelegt. Die hohe Konstruktionsgeschwindigkeit von 35 kn sollte durch eine kombinierte Antriebsanlage, also von Getriebeturbinen und Dieselmotoren, gewährleistet werden. Ungewöhnlich war außerdem das vorgesehene Mitführen von acht Bordflugzeugen!
Die Wahl einer Typverdrängung von nur 17.500 ts anstatt der vertraglich erlaubten 35.000 ts hätte den Bau von jeweils zwei derartigen Schiffen ab 1927 und 1929 ermöglicht. Ab 1931 hätten dann drei 35.000 ts große Schiffe oder - zum damaligen Zeitpunkt wahrscheinlicher – vier 26.250 ts große Schiffe gebaut werden können.

Am 12. Jänner 1927 meinte der Leiter der Flottenabteilung (AII), Kapitän zur See von Loewenfeld, gegenüber dem Chef der deutschen Marineleitung, Admiral Zenker, der den Linienschiffskreuzer aufgrund seiner angeblich beschränkten Verwendungsfähigkeit in den engen Gewässern der Ostseezugänge skeptisch beurteilte, daß ein solches Schiff hauptsächlich einen politischen Zweck zu erfüllen habe, indem es die Vereinbarungen des Washingtoner Abkommens derart stört, daß Deutschland in dieses Abkommen aufgenommen werden wird! Admiral Zenker ordnete jedoch den Entwurf eines standfesten Linienschiffs an, der in weiterer Folge aber nie ernsthaft  diskutiert wurde!

Am 31. Jänner 1927 beendete die Alliierte Militärkommission ihre Kontrolltätigkeit in Deutschland.

Bereits am 7. März 1927 waren sich Flottenabteilung (AII) und Marinekonstruktionsabteilung (K) über den neuen, jetzt Panzerkreuzer genannten Schiffstyp einig. Der entsprechende Entwurf I/M26 war 188 m lang, 20,7 m breit, hatte einen Tiefgang von 5,5 m, wurde von einer 54.000 WPS starken Dieselmotorenanlage für 28 kn angetrieben, war mit einer 100 mm starken Panzerung am Gürtel, an den Türmen und am Kommandostand geschützt und mit sechs 28 cm und acht 12 cm Flakgeschützen bewaffnet.

Am 21. März 1927 trat in Genf die Abrüstungskonferenz des Völkerbundes zusammen.

Erst am 11. Juni 1927 entschied sich nach einigem Zögern auch der Chef der deutschen Marineleitung, Admiral Zenker, für das nun als Panzerschiff bezeichnete Schiff. In seiner ausführlichen schriftlichen Begründung gegenüber dem Flottenchef, Vizeadmiral Mommsen, dem Chef der Marinestation der Nordsee, Vizeadmiral Bauer, und dem Chef der Marinestation der Ostsee, Vizeadmiral Dr. phil. h. c. Raeder, erwähnte er eine Bewaffnung von sechs 28 cm Geschützen, 26 bis 27 kn Dauerhöchstgeschwindigkeit und Dieselantrieb mit 3.000 t Treibölvorrat für 17.400 sm bei 13 kn, 11.600 sm bei 19 kn, 7.900 sm bei 22 kn oder 4.750 sm bei 23,75 kn. Zunächst sollten allerdings nur zwei derartige Schiffe gebaut werden – Admiral Zenker wollte wohl auf zukünftige, standfeste Linienschiffe nicht von vorne herein verzichten!

Am 20. Juni 1927 begann in Genf eine Seeabrüstungskonferenz, an der die USA, Großbritannien und Japan teilnahmen.
Sie endete jedoch bereits am 4. August 1927 ergebnislos, da sich die USA und Großbritannien nicht in der Kreuzerfrage einigen konnten.

Am 6. September 1927 ließ die deutsche Marineleitung beim britischen Marineattachée anfragen, ob in die künftigen Ersatzbauten sechs  30,5 cm oder nur 28 cm Geschütze eingebaut werden dürften. Ersteres wurde schließlich abgelehnt, aber gegen die, gegenüber den veralteten Linienschiffe um zwei erhöhte Rohranzahl wurde nicht beanstandet.
Die Klärung dieser Frage dauerte allerdings bis 2. Juni 1928!

Im Dezember 1927 erkannte die Marineleitung anläßlich eines Führerkriegsspiels, bei dem erstmals Panzerschiffe eingesetzt wurden, daß dieser neue Schiffstyp nicht nur unter militärpolitischen Gesichtspunkten zu beurteilen war, sondern auch, daß er als leistungsfähiges Waffensystem wesentlich zur Lösung kriegswichtiger Aufgaben in der Nord- und Ostsee beitragen konnte und außerdem noch weitreichende Offensivoperationen ermöglichte!

Ebenfalls im Dezember 1927 wurde in der deutschen Öffentlichkeit bekannt, daß im Haushalt 1928 die erste Rate für das neue Panzerschiff A in Höhe von 9,3 Millionen Reichsmark beantragt worden war.

Am 10. Dezember 1927 machte der deutsche Reichsrat seine Zustimmung zum Marineetat 1928 von der Aufklärung um die Phoebus-Affäre abhängig. Über diese, im August 1927 in Konkurs gegangene Filmgesellschaft hatte der damalige, parteienlose Reichswehrminister Geßler Marinerüstungen im Wert von fast  9 Millionen Reichsmark finanziert.

Am 12. Dezember 1927 bewilligte der amerikanische Präsident ein Marinebauprogramm in Höhe von 750 Millionen Dollar, d.h.  3,15 Milliarden Reichsmark.

Am 17. Dezember 1927 kam es im deutschen Reichstag zu keiner Abstimmung über das Panzerschiff A (nach Raeder wurde das Schiff allerdings damals bereits bewilligt) und ebenfalls am 17. oder 27. Dezember 1927 setzte der Reichsrat sogar die Streichung der ersten Rate für das geplante Schiff durch, weil Reichswehrminister Geßler jegliche Auskünfte betreffend der Phoebus-Affäre verweigerte!

In Frankreich wurde im Dezember 1927 beschlossen, daß alle künftigen Schlachtschiffentwürfe präzise Teilgrößen der vertraglich erlaubten Gesamttonnage von 175.000 ts aufweisen sollten!

Am 14. Jänner 1928 trat Reichswehrminister Geßler wegen der Phoebus-Affäre zurück.

Am 19. Jänner 1928 begannen auf Betreiben des neuen deutschen Reichswehrministers Groener doch die Verhandlungen über den Marineetat.

Nach Billigung durch den Haushaltsausschuß wurde der Bau des Panzerschiffs A am 27. oder 30. März 1928 vom Reichstag mit 200 gegen 170 Stimmen beschlossen. Dies war allerdings mit der Auflage des Reichsrates verbunden, mit dem Bau des Schiffes nicht vor dem 1. September 1928 und erst nach vorheriger, erneuter Prüfung der Finanzlage des Reiches zu beginnen.

Bereits am 11. April 1928 wurde die Typskizze des Panzerschiffs A von Admiral Zenker und  Ministerialdirektor Dr. Ing. h. c. Preße unterzeichnet, die als Grundlage für die Erstellung der Bauunterlagen diente. Diese vorläufigen Bauunterlagen konnten dann schon vier Monate später an die Bauwerft übergeben werden.
Bei 10.000 ts Typverdrängung sollte das Schiff 181,7 m in der Konstruktionswasserlinie und 185,7 m über alles lang sein, 20,0 m in der Konstruktionswasserlinie und 20,5 m über alles breit sein, einen Kontruktionstiefgang von 5,77 m aufweisen, 26 kn Geschwindigkeit durch eine 54.000 WPS starke Dieselmotorenanlage erreichen, 3.000 t Treiböl mitführen und mit sechs 28 cm L/50, acht 15cm L/55, vier 8,8 cm und vier 3,7 cm Fla-Geschützen, sowie mit sechs Torpedorohren, Kaliber 50 cm, in zwei Drillingsrohrsätzen bewaffnet sein.

Erst am 12. Juni 1928 entschied Reichswehrminister Groener endgültig, dass das Panzerschiff A mit sechs 28 cm Geschützen ausgerüstet werden soll.

Am 10. August 1928 setzte die, nach den Reichstagswahlen vom 20. Mai 1928 neu gebildete Regierung den Bau des Panzerschiffs A durch und genehmigte dessen Baubeginn am 1. September 1928. Die erste Rate in Höhe von 9,3 Millionen Reichsmark wurde daher freigegeben.

Etwa Mitte August 1928 wurden die vorläufigen Bauunterlagen des Panzerschiffs A an die Bauwerft „Deutsche Werke Kiel“ übergeben.

Am 27. August 1928 wurde in Paris der Briand-Kellogg-Pakt zur Ächtung von Angriffskriegen abgeschlossen, den zunächst 15 Staaten, darunter auch Deutschland, unterzeichneten. Bis 1929 hatten sich diesem Vertrag 63 Staaten angeschlossen!

Am 17. September 1928 genehmigte das Reichsinnenministerium das, von der „Kommunistischen Partei Deutschlands“ geforderte Volksbegehren gegen den Bau des Panzerschiffs A.

Im Oktober 1928 erhielt die Firma „Maschinenfabrik Augsburg-Nürnberg A.G.“ (M.A.N.) den Auftrag zur Entwicklung und zum Bau der Dieselantriebsanlage für das neue Panzerschiff A.

Am 1. Oktober 1928 wurde der zum Admiral beförderte Dr. phil. h.c. Raeder neuer Chef der Marineleitung.

Am 2. Oktober 1928 setzte die Marineleitung ihre Denkschrift „Der militärische Wert der Panzerschiffsneubauten“ zur Unterrichtung innerhalb der Marine, aber auch innerhalb und außerhalb des Reichswehrministeriums, in Umlauf.

Am 20. Oktober 1928 genehmigte die Marineleitung sogar die Veröffentlichung eines Artikels mit dem Titel „Panzerschiffe neuer Art im Gefecht“, der sich detailliert mit den Einsatzmöglichkeiten dieses neuen Schiffstyps beschäftigte!

Am 31. Oktober 1928 beantragte die Sozialdemokratische Partei Deutschlands im Reichstag die sofortige Einstellung aller Bauvorbereitungen für das neue Panzerschiff.
Daraufhin begründete Reichswehrminister Groener Anfang November 1928 mit der Denkschrift “Das Panzerschiff“ erneut die Notwendigkeit des Schiffes!

Am 2. November 1928 hielt der Leiter der Flottenabteilung, Kapitän zur See Assmann, einen Vortrag mit dem Titel „Das Panzerschiff A – sein militärischer Wert und die seestrategischen und taktischen Überlegungen, die zu seiner Konstruktion geführt haben“, in dem betont wurde, daß ein monitorähnlich Typ für die Marineleitung nicht in Frage gekommen ist, weil dieser die deutsche Marine zu einer Küstenverteidigungsmarine ohne Offensivkapazität degradiert hätte!

Am 16. November 1928 stimmte der Reichstag endgültig mit 257 gegen 202 Stimmen für den Bau des neuen Panzerschiffs A, Ersatz PREUSSEN.
Diesem Votum war eine zweitägige, hitzig geführte Debatte um die Wehrpolitik des Reiches im allgemeinen und um die maritime Komponente der Landesverteidigung im besonderen vorangegangen, bei der es letztendlich darum ging, ob nun die Seestreitkräfte im Rahmen der festgelegten Rüstungsgrenzen ausgebaut werden sollten oder nicht.
Während dieser Diskussion hatten einige kleinere Parteien von der Marine die Aufstellung eines Bauprogrammes für den Ersatz des veralteten Schiffsmaterials verlangt. Die Marineleitung entwickelte daraufhin in den folgenden Jahren den „Schiffbauersatzplan“, der dann im Frühjahr 1931 als Anlage zum Marineetat bewilligt wurde.

Im Dezember 1928 wurden in Frankreich Details des neuen deutschen Panzerschiffs bekannt.
Daraufhin wurden die Entwurfsarbeiten am 17.500 ts Schlachtkreuzer eingestellt, weil der Panzerschutz dieses Schiff gegen die 28 cm Geschütze dieses Gegner absolut unzureichend gewesen wäre, obwohl Feuerkraft und Geschwindigkeit ausgereicht hätten, ihn niederzukämpfen.

In Deutschland war die Aufgabe des französischen Schlachtkreuzerprojekts bereits im Jänner 1929 bekannt, denn der Leiter der Flottenabteilung (AII), Fregattenkapitän Böhm, erwähnt in einem Vortrag vor dem Führergehilfenlehrgang, daß die französischen Planungen zum Neubau von Panzerkreuzern mit 7.500 ts (vermutlich Tippfehler, soll wohl 17.500 ts heißen) Typverdrängung, acht 30,5 cm und neun 15 cm Geschützen, sowie 34 kn Höchstgeschwindigkeit auf den Einspuch Englands gestoßen sind.
Die wahren Gründe für die Planungseinstellung wurden also offensichtlich von deutscher Seite nicht erkannt!

Am 5. Februar 1929 erfolgte auf der Helling 2 der Werft „Deutsche Werke Kiel“ die Kiellegung des Panzerschiffs A, Ersatz PREUSSEN.

Am 6. Februar 1929 ratifiziert der deutsche Reichstag mit 288 gegen 127 Stimmen den Briand-Kellogg-Pakt vom 27. August 1928.

Am 18. Juni 1929 lehnte der Reichstag den Antrag der „Kommunistischen Partei Deutschlands“ zur Streichung der zweiten Rate für das Panzerschiff A, Ersatz PREUSSEN, ab.

Am 27. Juni 1929 bewilligte der deutsche Reichstag mit 224 gegen 153 Stimmen im Haushalt 1929 auch die zweite Baurate für das Panzerschiff A, Ersatz PREUSSEN.
Allerdings mußte die Marineleitung auf die vorgesehene Beantragung zur Bewilligung eines zweiten Panzerschiffs verzichten, weil die Regierung gar nicht die Absicht hatte, ein solches in diesen Etat einzustellen.

Vom 21. Jänner 1930 bis 24. April 1930 fanden in London Seeabrüstungsverhandlungen statt, die schließlich zum „Londoner Vertrag“ führten. Die französische und auch die italienische Delegation brachen jedoch diese Verhandlungen vorzeitig ab und gehörten nicht zu den Unterzeichnerstaaten.
Dennoch wurde außervertraglich – auch aufgrund britischen Drucks – vereinbart, daß beide Staaten bis Ende 1936, also dem Ende der verlängerten Baupause für Schlachtschiffe, nicht mehr als zwei 35.000 ts große Schlachtschiffe oder entsprechende kleinere Schiffe mit zusammen nicht mehr als 70.000 ts Typverdrängung in Bau geben werden.
Somit konnte Frankreich entweder vier Schiffe mit 17.500 ts oder drei mit 23.333 ts Verdrängung in Bau geben. Da jedoch erhebliche Zweifel bestanden, die Stabsforderungen in einem Schiff von 23.333 ts Verdrängung  realisieren zu können, ermächtige der Chef der französischen Admiralität (CEMG), Admiral Violette, das Marinekonstruktionsbüro (STCN) notfalls auf 25.000 ts Typverdrängung zu gehen.

Anfang 1930 entstand ein französischer Schlachtkreuzerentwurf von 25.000 ts Typverdrängung, der bei etwa 205 m Länge und 27,5 m Breite 29 bis 30 kn schnell sein sollte, einen Gürtelpanzer von 215 bis 230 mm und einen Deckspanzer von 100 bis 130 mm Stärke aufwies und mit acht 30,5 cm L/55 Geschützen in zwei Vierlingstürmen und einer Mehrzweckbatterie vom Kaliber 13 cm bewaffnet war.

Im März 1930 wurde beschloßen, daß der französische Schlachtkreuzer ein Panzerdeck erhalten sollte, das einer 500 kg schweren Bombe, die aus 3.000 m Höhe abgeworfen worden war, widerstehen konnte. Außerdem sollte das Unterwasserschutzsystem die Wirkung einer 3,5 m unter der Konstruktionswasserlinie gezündeten und 300 kg schweren Ladung absorbieren. Schließlich wurde auch noch das Kaliber der Hauptartillerie auf 33 cm erhöht.

Obwohl der deutsche Reichsrat dem Antrag der Marine zur Bewilligung eines zweiten Panzerschiffs zustimmte, lehnte die, am 30. März 1930 gebildete Regierung des neuen Reichskanzlers Dr. Brüning und auch der Reichtag den Bau dieses zweiten Panzerschiffs zunächst ab. Lediglich die dritte Baurate für das Panzerschiff A, Ersatz PREUSSEN wurde bewilligt.
Allerdings versprach die Regierung die erste Rate des neuen Panzerschiffs B in den Etat 1931 einzustellen und auch, den von der Marine so sehr angetrebten Schiffbauersatzplan zur Bewilligung in Erwägung zu ziehen.

Im Juni 1930 akzeptierte die französische Marine intern den Entwurf eines 25.000 ts großen Schlachtkreuzers, der mit acht 33 cm Geschützen in zwei Vierlingstürmen auf dem Vorschiff und einer Mehrzweckbatterie vom Kaliber 13 cm bewaffnet war, gegen 28 cm Granaten und 500 kg schwere Bomben aus 3.000 m Höhe gepanzert war und dessen Unterwasserschutzsystem einer Ladung von 300 kg, die 3,5 m unter der Konstruktionswasserlinie gezündet worden war, widerstehen sollte.

Im Oktober 1930 ordnete der Chef der französischen Admiralität (CEMG), Admiral Violette, die Vorbereitung eines Gesetzesentwurfes für den Bau eines Schlachtkreuzer als Ersatz für das, am 26. August 1922 durch Grundberührung während eines schweren Sturmes verlorengegangene Schlachtschiff FRANCE an, um ihn von Marineminister Dumesnil bewilligen zulassen.

Anfang Dezember 1930 verlangte der französische Marineminister Dumesnil, der vom vorgelegten Schlachtkreuzerentwurf nicht überzeugt war, vom Chef der Admiralität (CEMAG), Admiral Violette, eine Erklärung, wieso die Marine das 23.333 t große Schiff bevorzugt, und eine Kostenaufstellung für zwei 35.000 ts große Schlachtschiffe.
Admiral Violette antwortete, daß Frankreich derzeit nicht die Möglichkeiten zum Bau von zwei so großen Schiffen, die bei annähernd 30 kn Geschwindigkeit bis zu 245 m lang sein würden, besitze. Dazu seien zunächst Investitionen in Höhe von etwa 130 Millionen Francs notwendig! Als einzige Alternative wäre der Bau von drei 23.333 ts großen Schiffen möglich, die bei 213 m Länge und 27,5 m Breite 30 kn schnell sein würden. Der Gürtelpanzer könnte 215 bis 230 mm und der Deckspanzer 100 bis 130 mm stark sein. Als Bewaffnung seien zwei Vierlingstürme mit 30,5 cm L/55 Geschützen und drei Vierlingstürme mit 13 cm L/45 Geschützen vorgesehen.

Dieser Vorschlag wurde Mitte Dezember 1930 dem neuen französischen Marineminister Sarraut erneut vorgelegt.

Vermutlich Ende 1930 beantragte die deutsche Marine die erste Baurate in Höhe von 11,75 Millionen Reichsmark für das Panzerschiff B, obwohl das Schiff noch gar nicht vom Reichstag bewilligt worden war.

Bereits ab Februar 1931 absolvierten die Dieselmotore für das  Panzerschiff A, Ersatz PREUSSEN, bei der Firma „Maschinenfabrik Augsburg-Nürnberg A.G.“ (M.A.N.) in Augsburg ihren 72-Stunden dauernden Höchstleistungs-Dauerprobelauf.

Am 20. März 1931 bewilligte der Reichstag die erste Rate für das neue Panzerschiff B, Ersatz LOTHRINGEN und die vierte Baurate für das Panzerschiff A, Ersatz PREUSSEN.
Als Anlage zum Marineetat wurde außerdem der Schiffbauersatzplan genehmigt, als dessen Kern der Bau von drei Panzerschiffen bis 1936 bzw. von insgesamt sechs dieser Einheiten bis 1942 (nach Raeder waren nur vier Panzerschiffe vorgesehen) war.

Am 19. Mai 1931 lief das Panzerschiff A, Ersatz PREUSSEN bei den „Deutschen Werken Kiel“ vom Stapel und wurde auf den Namen DEUTSCHLAND getauft.

Am 25. Juni 1931 wurde auf der Helling I der deutschen Marinewerft in Wilhelmshaven der Kiel des Panzerschiffs B, Ersatz LOTHRINGEN, gelegt.

Am 14. Juli 1931 erhielt die Firma „Maschinenfabrik Augsburg-Nürnberg A.G.“ (M.A.N.) den Auftrag zum Bau der Dieselantriebsanlage des neuen Panzerschiffs B, Ersatz LOTHRINGEN.


... Fortsetzung folgt ...
Grüße aus Österreich
Peter K.

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Offline Peter K.

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Die DEUTSCHLAND und die Folgen .... Teil 2
« Antwort #1 am: 28 Juli 2006, 16:45:34 »
Nach mehrwöchigen Diskussionen bewilligte das französische Parlament am 10. oder 19. Juli 1931 ein 23.333 ts verdrängenden Großkampfschiffes für den Haushalt 1931 - wahrscheinlich vor allem aufgrund der Tatsache, daß gerade erst die DEUTSCHLAND vom Stapel gelaufen und ein weiteres Panzerschiff auf Kiel gelegt worden war.
Geldmittel wurden allerdings zunächst nicht frei gegeben, da insbesondere die Größenordnung des neuen Schiffes weiterhin umstritten war. Die Bewilligung war daher mit der Auflage verbunden, weitere Verbesserungen am vorliegenden Entwurf vorzunehmen.
Detaillierte Berechnungen des Marinekonstruktionsbüros (STCN) ergaben dann unter Berücksichtigung der neuesten Stabsforderungen eine Typverdrängung von mindestens 26.000 ts.

Im Dezember 1931 gab das französische Parlament die Geldmittel zum Bau der bereits im Juli 1931 bewilligten, späteren DUNKERQUE frei.

Am 2. Februar 1932 begann die Genfer Abrüstungskonferenz des Völkerbundes, an der erstmals auch Deutschland teilnahm und für sich die Aufhebung der Entwaffnungsbestimmungen des Versailler Vertrages forderte.

Möglicherweise bereits im März 1932, wahrscheinlicher aber am 27. April 1932 wurden die endgültigen Konstruktionsdaten der späteren DUNKERQUE wie folgt festgelegt:
26.500 ts Typ- und 35.697 ts Einsatzverdrängung, 209 (oder 215) m Länge in der Wasserlinie, 31,08 m Breite, 9,63 m Tiefgang, acht 33 cm L/52 Geschütze in Vierlingstürmen, sechzehn 13 cm L/45 Geschütze in drei Vierlings- und zwei Doppeltürmen, acht 3,7 cm Flak in Zwillingslafetten, zweiunddreißig 13,2 mm Fla-MG in Vierlingslafetten, 105.300 WPS Maschinenleistung für 29,5 kn Geschwindigkeit, Gürtelpanzer 250 mm, oberes Panzerdeck 130 mm über Maschinen und 140 mm über Magazinen, unteres Panzerdeck 45 mm, Panzerdecksböschung 55 mm, Unterwasserschutz gegen 300 kg TNT-Ladung
Mit der Festlegung auf die obige Größenordnung war es Frankreich allerdings vertragsbedingt nicht möglich, mehr als zwei dieser Schiffe bis Ende 1936 in Bau zu geben. Mit den verbleibenden 17.000 ts auf die, bis dahin erlaubten 70.000 ts war nach den damaligen französischen Ansichten der Entwurf eines effektiven Schiffes nicht möglich!

Am 12. Mai 1932 trat Reichswehrminister Groener auf Druck der Generalität und  des Chefs des Ministeramtes der Reichswehr, von Schleicher, zurück.

Am 14. September oder Oktober 1932 zog Deutschland seine Delegation von der Genfer Abrüstungskonferenz zurück.

Im Dezember 1932 wurden auf der DEUTSCHLAND die Maschinenstandproben durchgeführt.

Am 10. oder 11. Dezember 1932 unterzeichneten die USA, Großbritannien, Frankreich und Italien eine gemeinsame Erklärung, in der Deutschland in Rüstungsfragen ein gleichberechtigter Status zugestanden wurde.

Am 24. Dezember 1932 (eine Quelle spricht vom 26. Oktober 1932) erfolgte die Kiellegung der späteren DUNKERQUE im Trockendock „Salou“ der Marinewerft Brest. Allerdings war dieses Dock zu kurz, um den gesamten Schiffsrumpf darin zu bauen. Daher wurde später der fehlende Bugteil im Trockendock „Laninon“ angebaut.
Bereits zu diesem Zeitpunkt plante die französische Marine im Haushalt 1934 die Einstellung eines Schwesterschiffes.

In Italien führte die Kiellegung der späteren DUNKERQUE dazu, daß alle Arbeiten an einem 23.000 ts großen Entwurf eingestellt wurden - stattdessen wurden ein neues,  35.000 ts großes Projekt begonnen, die spätere VITTORIO VENETO - Klasse!

Am 19. Jänner 1933 erfolgte die erste Werftprobefahrt der DEUTSCHLAND mit eigener Kraft.

Am 30. Jänner 1933 ernannte Reichspräsident Hindenburg Hitler zum neuen Reichskanzler.

Am 8. Februar 1933 absolvierte die DEUTSCHLAND ihre zweite Werftprobefahrt.

Am 27. Februar 1933 verlegte die DEUTSCHLAND durch den Kaiser-Wilhelm-Kanal nach Cuxhaven.
Von dort aus erfolgte am 28. Februar 1933 die Abnahmefahrt. Anschließend marschierte das Schiff nach Wilhelmshaven zur Endausrüstung.

Am 1. April 1933 stellte die DEUTSCHLAND in Dienst.
Gleichzeitig lief in Wilhelmshaven das Panzerschiff B, Ersatz LOTHRINGEN, vom Stapel und erhielt den Namen ADMIRAL SCHEER.

Ebenfalls im April 1933 begann die Firma „Maschinenfabrik Augsburg-Nürnberg A.G.“ (M.A.N.) mit der Auslieferung der Dieselmotoren für die ADMIRAL SCHEER. Der letzte Motor wurde schließlich im September 1933 eingebaut.

Am 14. Oktober 1933 kündete der deutsche Reichspropagandaminister Goebbels den Austritt des Deutschen Reiches aus dem Völkerbund an.

Am 19. Oktober 1933 trat Deutschland aus dem Völkerbund aus.

Am 31. Dezember 1933 wurde die DEUTSCHLAND aus dem Erprobungsverhältnis entlassen und trat damit zur operativen deutschen Flotte.

Möglicherweise am 26. Mai 1934, wahrscheinlicher aber erst am 10. Juni 1934, gab die italienische Regierung nach etwa eineinhalbjähriger Konstruktionszeit ihre Absicht bekannt, zwei 35.000 ts große Schlachtschiffe auf Kiel legen zu wollen – d.h. im Bauprogramm 1934 wurden die spätere VITTORIO VENETO bzw. LITTORIO bewilligt.
In Frankreich löste diese Bekanntgabe die sofortige parlamentarische Bewilligung zum Bau des geplanten Schwesterschiffes der DUNKERQUE, der späteren STRASBOURG, aus.

Am 11. Juni 1934 endete die Genfer Abrüstungskonferenz nach mehreren Unterbrechungen ergebnislos.

Am 25. Juni 1934 wurde in Frankreich entschieden, daß die spätere STRASBOURG gegenüber der DUNKERQUE einen verstärkten Panzerschutz erhalten sollte.

Bereits am 24. Juli 1934 lag ein erster französischer Forderungskatalog für zwei neue,  35.000 ts große Schlachtschiffe vor, die als unmittelbare Antwort auf die gerade bewilligten italienischen Schlachtschiffe zu verstehen waren.

Am 2. August 1934 übernahm Hitler nach dem Tod von Hindenburg auch das Amt des Reichspräsidenten und nannte sich fortan „Führer und Reichskanzler“.

Am 1. Oktober 1934 erfolgte die erste Probefahrt der ADMIRAL SCHEER.

Am 12. November 1934 stellte die ADMIRAL SCHEER in Dienst, obwohl noch keine Abnahmefahrt durchgeführt worden war.

Am 25. November 1934 wurde die spätere STRASBOURG bei der Werft „Ateliers et Chantiers des la Loire et Penhoet“ in St. Nazaire auf Kiel gelegt.

Ende November 1934 lagen bereits sechs Vorentwürfe des franösischen Marinekonstruktionsbüros (STCN) mit einer Typverdrängung von 35.000 ts für die spätere RICHELIEU – Klasse vor.

Am 2. Jänner 1935 kündigte die französische Regierung den Washingtoner Flottenvertrag.

Erst am 16. Jänner 1935 erfolgte die Abnahmefahrt der ADMIRAL SCHEER, obwohl sie schon am 12. November 1934 offiziell in Dienst gestellt worden war.

Am 16. März 1935 verkündete Hitler die Wiedereinführung der allgemeinen Wehrpflicht und den Aufbau einer Wehrmacht in Stärke von 580.000 Mann.

Am 18. März oder April 1935 wurde die ADMIRAL SCHEER aus dem Erprobungsverhältnis entlassen und trat damit zur operativen deutschen Flotte.

Im Bauprogramm 1935 bewilligte das französische Parlament den Bau von zwei 35.000 ts großen Schlachtschiffen, der späteren RICHELIEU bzw. JEAN BART.

Am 18. Juni 1935 unterzeichneten Deutschland und England ein Flottenabkommen.

Am 2. Oktober 1935 erfolgte der Stapellauf, oder besser – da ja in einem Dock erbaut – der Stapelhub des ersten neuen französischen Großkampfschiffes nach dem Ersten Weltkrieg. Nach dem Aufschwimmen aus dem Trockendock „Laninon“ der Marinewerft Brest wurde es auf den Namen DUNKERQUE getauft.

Am 1. Februar 1936 erfolgte die offizielle Indienststellung der DUNKERQUE, allerdings war sie noch weit davon entfernt, einsatzfähig zu sein.

Ab 18. April 1936 begann die DUNKERQUE mit ihren Probefahrten.
Zu diesem Zeitpunkt waren jedoch weder alle Aufbauten fertiggestellt, noch die leichten Fla-Geschütze eingebaut.

Im Mai 1936 erreichte die DUNKERQUE bei 114.050 WPS für acht Stunden eine Geschwindigkeit von 30,37 kn, bei 135.585 WPS Überlast für zwei Stunden erstaunliche 31,06 kn. Für eine Marschgeschwindigkeit von 18,12 kn waren nur 15.690 WPS erforderlich und über einen Zeitraum von 24 Stunden fuhr das Schiff mit 25,3 kn, wofür 52.883 WPS notwendig waren.

Am 12. Dezember 1936 lief das verbesserte Schweterschiff der DUNKERQUE  bei der Werft „Ateliers et Chantiers des la Loire et Penhoet“ in St. Nazaire vom Stapel und erhielt den Namen STRASBOURG.

Am 1. Mai 1937 wurde die DUNKERQUE für einsatzbereit erklärt und damit in die operative französische Flotte übernommen.

Am 15. Juni 1938 verlegte die STRASBOURG von St. Nazaire nach Brest, um mit ihren Probefahrten zu beginnen.

Am 6. oder 24. April 1939 wurde die STRASBOURG für einsatzbereit erklärt und damit in die operative französische Flotte übernommen.

Am 28. April 1939 kündigt Hitler das deutsch-englische Flottenabkommen von 1935.


Quellen:

John Jordan,
The Origins of DUNKERQUE and STRASBOURG
in Warship 1999-2000, ISBN 0-85177-724-4

Gerhard Koop,
Dieselmotoren für den Antrieb der deutschen Kreuzer 1925 bis 1945
in Marinerundschau, 11/1982

Gerhard Koop/Klaus-Peter Schmolke,
Die Panzerschiffe der DEUTSCHLAND-Klasse
ISBN 3-7637-5919-0

Erich Gröner,
Die deutschen Kriegsschiffe 1815 – 1945, Band 1
ISBN 3-7637-4800-8

Erich Raeder,
Mein Leben, Band 1 und 2

Rolf Güth,
Die Marine des Deutschen Reiches 1919 - 1939
ISBN 3-7637-5117-3

Hans Georg Prager,
Panzerschiff DEUTSCHLAND – Schwerer Kreuzer LÜTZOW
ISBN 3-7822-0192-2

Siegfried Breyer,
Die Panzerschiffe der Kriegsmarine, Marine-Arsenal Special Band 2
ISBN 3-7909-0525-9

Siegfried Breyer,
Panzerschiff DEUTSCHLAND, Marine-Arsenal Band 6
ISBN 3-7909-0351-5

Siegfried Breyer,
Panzerschiff / Schwerer Kreuzer ADMIRAL SCHEER, Marine-Arsenal Band 12
ISBN 3-7909-0386-8

Siegfried Breyer,
Panzerschiff ADMIRAL GRAF SPEE, Marine-Arsenal Band 8
ISBN 3-7909-0367-1

Harald Fock,
Z-vor!, Band 1
ISBN 3-7822-0207-4

Werner Rahn,
Reichsmarine und Landesverteidigung 1919 – 1928
ISBN 3-7637-5143-2

Wilhelm Treue, Eberhard Möller, Werner Rahn,
Deutsche Marinerüstung 1919 – 1942
ISBN 3-8132-0386-7

http://www.dhm.de/lemo/home.html


... vorläufiges Ende ...
Grüße aus Österreich
Peter K.

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Offline kalli

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Re: Die DEUTSCHLAND und die Folgen .... Teil 1
« Antwort #2 am: 28 Juli 2006, 19:40:59 »
Kleiner Einwurf aus gegebenen Anlass :
Ich bitte um Vorschläge, welche Beiträge ( der hier von Peter sowieso) in der Rubrik Berichte Einzug halten soll.
Anschließend schlage ich vor, dass die betreffenden Autoren je nach Benehmen Hinweise aus der Diskussion in die Schlussredaktion einbauen.
Die Rubrik Berichte kann man ja auch noch umbenennen.
Falls unser "Patronenhülsenzähler" :-D meint, ich habe das jetzt an einer falschen Stelle geschrieben, so bitte ich ihn höflichst das dorthin zu transportieren, wo es hingehört. Ich bin da etwas schlampig und spontan.
Ach so : Vorschläge bitte an mich. Die betreffenden Beiträge können Asbach Uralt sein. Wichtig ist nur, dass sie für späteres Lesen interessant sein können.
Tri wird sich um die Struktur ( Inhaltsverzeichnis ) kümmern. Davon weiß er aber noch nichts. psst  :-D
 

Offline Peter K.

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Re: Die DEUTSCHLAND und die Folgen .... Teil 1
« Antwort #3 am: 29 Juli 2006, 08:42:23 »
@ ALL
Jedwede Ergänzungen und Berichtigungen meiner Abhandlung sind unter Quellenangabe höchst willkommen!!!  :-D

@ KALLI
Schön, daß dich mein Beitrag angesprochen hat!  :wink:
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Peter K.

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Offline Spee

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Re: Die DEUTSCHLAND und die Folgen .... Teil 1
« Antwort #4 am: 29 Juli 2006, 09:05:50 »
Servus Peter,

bei dem französischen 17.500t-Kreuzer dürfte es sich doch um den "croiseur de combat" handeln. Der hatte aber nach Layman/McLaughlin nicht 2 Türme auf dem Vorschiff sondern eine Echelon-Aufstellung der Türme. Oder gab es verschiedene Varianten?
Servus

Thomas

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Offline Peter K.

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Re: Die DEUTSCHLAND und die Folgen .... Teil 1
« Antwort #5 am: 29 Juli 2006, 20:38:10 »
Servus THOMAS!

... interessanter Einwand!

Bei der Erstellung des Artikel hatte ich Layman/McLaughlin noch nicht in meinem Bestand und meine verwendeten Quellen sprachen eben von zwei Türmen auf dem Vorschiff, allerdings nur am Rande kurz erwähnt. Layman/McLaughlin scheinen da aber wesentlich genauer
recherchiert zu haben! Im übrigen ist mir nichts über verschiedene Varianten bekannt ...

Ich denke also, daß ich den Artikel diesbezüglich überarbeiten sollte ... da fehlt sowieso noch einiges!  :-D

Jedenfalls danke für deine Aufmerksamkeit!!!!
Grüße aus Österreich
Peter K.

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Offline Spee

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Re: Die DEUTSCHLAND und die Folgen .... Teil 1
« Antwort #6 am: 29 Juli 2006, 20:53:05 »
Servus Peter,

oh, nicht der Rede wert. Ist mir nur im Gedächtnis hängen geblieben, da der "croiseur de combat" ein frühes Exemplar des Super-A-Kreuzers ist. Die wiederum finde ich ja "très chic"  :-D .
Mit Quellen ist das eh so eine Sache. Deine Kopie zu den italienischen U-Booten (danke nochmal) enthält ja auch etwas zum SA-1 Entwurf ("Sandokan"), welcher wiederum im offiziellen Werk "I sommergibili italiani" überhaupt nicht erwähnt wird. Da werden noch viele Dinge überarbeitet werden müssen.
Servus

Thomas

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Offline harold

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Re: Die DEUTSCHLAND und die Folgen .... Teil 1
« Antwort #7 am: 29 Juli 2006, 21:14:40 »
Na dann mal die Illustration dazu, aus
R D Layman / Stephen Mc Laughlin: The Hybrid Warship, Conway 1991 (S.37f)

Kurze Zusammenfassung: ca 1925ff angedacht, 17500ts, gemischter Antrieb Diesel und Turbine, Panzerung ausreichend gegen 8in , Bewaffnung 8 x 12in , Mehrzweck-MA 5.1in , etwa 8 Flugzeuge.

Soll in US Naval Institutes Proceedings / Nov 1925 einen gemeinsamen Artikel von Hector Bywater und Maurice Prendergast geben, in dem sie die Vor- und Nachteile eines solchen Typs diskutieren, und ihm dabei beste Raider-Eigenschaften gegen die britische Handelsschiffahrt unterstellen.

Hoffe, es passt grad hier dazu, Peter!

Ciao,
Harold
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Offline Huszar

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Re: Die DEUTSCHLAND und die Folgen .... Teil 1
« Antwort #8 am: 29 Juli 2006, 21:27:00 »
Ich weiss nicht, ob der Kommentar zu diesem fr Super-A-Kreuzer hier reingehört, aber diese SA-Aufstellung spricht mich gar nicht an.

Haben die Franzosen aus dem 1WK bezüglich Flügeltürme nichts gelernt? Oder hatten sie so gute Erfahrungen mit den Courbets?

mfg

alex
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Offline Spee

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Re: Die DEUTSCHLAND und die Folgen .... Teil 1
« Antwort #9 am: 29 Juli 2006, 21:34:06 »
Naja, Peter wird uns hoffentlich nicht zu hart züchtigen  :-D .

Der Sinn der Echelon-Aufstellung besteht in der maximalen Verkürzung der Zitadelle. War ja auch nur ein Konzept, aber erinnert doch irgendwie an die "jeune école".
Servus

Thomas

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Offline Huszar

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Re: Die DEUTSCHLAND und die Folgen .... Teil 1
« Antwort #10 am: 30 Juli 2006, 07:28:34 »
Ok, bringt aber zu viele Kompromisse mit sich - Turm A kann nicht bb vorlic feuern, B nach st achterlich, querab wäre auch kaum möglich (1, Aufbauten stören, 2, Mündungsdruck), die Mun-Kammern wären zu sehr an der SChiffswand konzentriert, wenig Schutzbreite...


mfg

alex
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Offline Spee

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Re: Die DEUTSCHLAND und die Folgen .... Teil 1
« Antwort #11 am: 30 Juli 2006, 10:06:22 »
@Huszar,

schon klar, aber als Kreuzerkiller/Raider wäre das Schiff Ende der 20er Jahre kaum in ein Gefecht zu zwingen gewesen, es sei denn, der "croiseur de combat" nimmt an. Mit 35kn und einer Reichweite der Geschütze von ca. 40.000m konnte ihn keiner fangen bzw. er konnte jeden Kreuzer auf Distanz zusammenschießen. Schutzbreiten etc. konnte man da durchaus vernachlässigen.
Servus

Thomas

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Re: Die DEUTSCHLAND und die Folgen .... Teil 1
« Antwort #12 am: 30 Juli 2006, 11:07:50 »
Eine Art fr. Panzerschiff  :-D

Mal im Ernst: auch wenn wir annehmen, dass das Schiff leistet, was die WErft verspricht (die 35 kn), müsste man sich Gedanken über die Antwort der Gegner machen. Italien durfte auch die selbe Tonnage bauen, wie Fr, und gerade gegen die Italiener wurde dieses Schiff entworfen.
Unsere Italiener bauen dann ein 20000 Tonnen-Schiff mit 36 Knoten, und der Vorsprung ist futsch.
Oder es schleicht sich ein U-Boot ran, es liegt irgendwo eine Mine, oder ein Genie kommt auf die Idee, mit dem cdc in der Schlachtlinie mitzufahren (Skagerrak lässt grüssen). usw, usw.

mfg

alex
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Re: Die DEUTSCHLAND und die Folgen .... Teil 1
« Antwort #13 am: 30 Juli 2006, 11:40:19 »
@Huszar,

schon klar. Zu jedem Mittel wird ein Gegenmittel entworfen, aber das hat man gerade in dem Fall nicht von heut' auf morgen.

@Peter,

irgendwie ist eine Antwort bzw. Frage von mir verschollen, deshalb nochmal.
Hat der "croiseur de combat" Einfluß auf die Entwicklung der "Deutschland" ausgeübt? Möglicherweise war ja der französische Entwurf ausschlaggebend für den Bau der schnellen Variante der deutschen Projekte.
Servus

Thomas

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Re: Die DEUTSCHLAND und die Folgen .... Teil 1
« Antwort #14 am: 30 Juli 2006, 11:41:26 »
Erst ´mal danke für die weiteren Wortmeldungen!

Die SA-Aufstellung des "Cruiser de combat" ist tatsächlich recht interessant - obwohl sie es theoretisch erlaubt, alle acht Geschütze in beinahe jede Richtung zum Tragen zu bringen, wären die wirklichen Schußwinkel doch erheblich beschränkter gewesen - vorallem aufgrund des schädlichen Einflusses des Mündungsgasdruckes auf die Aufbauten.  Aber das hat ALEX ja schon dargelegt.
Ebenso hat THOMAS richtig bemerkt, daß man aufgrund der hohen Geschwindigkeit mit diesem Schiff in der Lage gewesen wäre, jedes Gefecht zu vermeiden oder anzunehmen - mit Ausnahme eines Nachtgefechtes im Vorradarzeitalter!

Das führt mich zu der Frage, wie wohl die Maschinenanlage ausgelegt gewesen wäre. Geplant war - recht innovativ - eine gemischte Anlage, wie HAROLD schon erwähnt hat. Da die SA etwa mittig in Echelon-Aufstellung positioniert wurde, lag der Schornstein ziemlich weit vorne. Dort vermute ich daher ´mal die Kesselräume, die Turbinen vielleicht querab der SA-Türme und die Dieselmotoren achteraus davon mit einem kleinen Auspuff in den Aufbauten. Leistungsmäßig wären - aus dem Bauch geschätzt - mindestens 160.000 WPS, wahrscheinlicher aber so um die 180.000 WPS notwendig gewesen um die geforderten 35 kn zu erreichen. Sofern diese Leistung überhaupt unterzubringen gewesen wäre, bezweifle ich sehr stark, daß neben den Magazinen auch die umfangreiche Maschinenanlage gegen 20,3 cm Granaten zu schützen gewesen wäre!

Soweit ´mal meine bisherigen Gedanken dazu ...
Grüße aus Österreich
Peter K.

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