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Autor Thema: Die 13. Schiffsstammabteilung  (Gelesen 1935 mal)

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Offline M-54842

  • Leutnant zur See
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Die 13. Schiffsstammabteilung
« am: 19 Februar 2014, 20:24:10 »
Da mein Großvater 1938 einer der ersten Rekruten in Saßnitz-Dwasiden war, interessiert mich diese S.St.A besonders. Ich habe mir daher die Mühe gemacht, die Geschichte der 13.S.St.A in den Grundzügen aufzuschreiben.

Die 13. Schiffstammabteilung (13. S.St.A.) der Kriegsmarine

Die 13. Schiffsstammabteilung gehörte zum Schiffsstammregiment Stralsund. Das Schiffsstammregiment Stralsund wurde geschaffen, als erkannt wurde, dass die Erweiterung der Ausbildungskapazitäten für Offiziersanwärter und Flottenrekruten eine Zusammenfassung der Schiffsstammabteilungen im Raum Stralsund notwendig machte. Die Zusammenfassung erfolgte am 01.10.1936 als Schiffsstammregiment der Ostsee.
Mit der Aufstellung weiterer Schiffsstammregimenter erhielt das Regiment in Stralsund die Bezeichnung 1. Schiffsstammregiment. Zum 1. Schiffsstammregiment gehörten 1938:

-   die 7. S.St.A, auf dem Dähnholm
-   die 9. S.St.A in der Stralsunder Frankenkaserne
-   die 11. S.St.A in der Stralsunder Schwedenschanze
-   die 13. S.St.A in Saßnitz/Dwasiden.

Im Juli 1935 hielt sich Admiral Raeder in Saßnitz auf und besprach vor Ort  Stationierungsmöglichkeiten für die Marine. Im September 1935 wurde der Ankauf des Geländes durch die Marine beschlossen.  Bereits im März 1936 wurden die ersten Einheiten der Kriegsmarine in Saßnitz stationiert.
Im Jahre 1937, hier erfolgte auch die Verleihung der Truppenfahne auf dem Berliner Wilhelmplatz, hieß die spätere 13. S.St.A noch 4. Schiffsstammabteilung der Ostsee. Unter dieser Bezeichnung verlegte die S.St.A von Stralsund in den Standort Saßnitz. Nach einem dreitägigen Marsch mit Rast in Bergen und Sagard zog die Truppe am 01. September 1937 in Saßnitz-Dwasiden ein.
Am 01. Januar 1938 wurde die 4. Schiffsstammabteilung der Ostsee in 13. Schiffsstammabteilung umbenannt.
Am 01. April 1938 wurde die 13. S.St.A um zwei Kompanien vergrößert, so dass zu diesem Zeitpunkt fünf Kompanien die Ausbildung der Rekruten durchführten.
Die Offiziersstellenbesetzung am 01. Februar 1939 war folgende:

Stab:
Kommandeur: Kapitän zur See Rollmann
Adjutant: Leutnant zur See Graf Matuschka
Abteilungsverwaltungsoffizier: Korvettenkapitän (V) Dr. Böhme
2. Verwaltungsoffizier: Kapitänleutnant (V) Schröder
3. Verwaltungsoffizier: Kapitänleutnant (V) Dr. Westphal
Abteilungsarzt: Marinestabsarzt Dr. Reichel
Hilfsarzt: Marineassistenzarzt Baberowski

1.Kompanie: Kapitänleutnant von Blane , Leutnant zur See Schramm
2.Kompanie: Oberleutnant M.A. Schneider, Leutnant zur See Haberkorn
3.Kompanie Korvettenkapitän M. A. Parow, Leutnant zur See Levit
4.Kompanie (nicht bekannt)
5.Kompanie: Kapitänleutnant M. A. Naumann, Leutnant zur See Pöttgen
Stabszug: Kapitänleutnant M. A. Carstanjen, Leutnant zur See Gündel

Zur Grundausbildung heißt in einem zeitgenössischen Beitrag:
„Die militärische Grundausbildung, die in dem jungen Deutschen den Grundstock legt für den zukünftigen harten und einsatzbereiten Soldaten, erhalten wir bei der 13. S.St.A. Ideal sind die Voraussetzungen für die seemännische und infanteristische Ausbildung in unserem herrlichen Standort in Dwasiden. Sogar in unserer Winterausbildung konnten wir in dem geschützten Saßnitzer Hafen ungehindert Bootsdienst machen, wenn es dabei auch manchmal bitter kalt war und die Riemen knarrten. Wie schön war es, wenn wir am Morgen noch bei Dunkelheit hinausmarschierten nach dem Geländeplatz, und wenn durch unseren Gesang das große Wecken in Saßnitz begann. Der Infanterismus will dem angehenden Seefahrer zwar manchmal nicht so recht schmecken, aber wir wissen, daß er das A und O für jeden Soldaten ist. Er wurde infolgedessen von unseren Chefs, Zugführern und Gruppenführern auch mit eiserner Strenge durchgeführt. Wir werden ihnen  dankbar  sein für all das, was sie uns an soldatischer Haltung und männlichem Tun und Willen mitgegeben haben! Wieviel angenehmer und schöner noch muß eine Ausbildung im Sommer sein, aber dann sind wir schon an Bord und auf Kursen, lernen Neues, und unser sehnlichster Wunsch geht in Erfüllung: Wir fahren zur See!

Im Oktober 1941 verlegte die 13. S.St.A vom Saßnitz/Dwasiden nach Libau. Im April 1943 erfolgte von dort die Verlegung nach Pillau. Im November 1943 wurde die 13 S.St. A nach Frankreich verlegt, wo im Oktober 1944 die Auflösung und die Eingliederung in das Heer erfolgten.   

Quellen:
1.Die Kriegsmarine in Stralsund, Schriftenreihe Marinemuseum Dähnholm
2.Kapitän zur See Rollmann: Die Geschichte der 13. Schiffsstammabteilung
3. Aufzeichnungen des Großvaters

           



Offline Steuermannsmaat

  • Bootsmann
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Re: Die 13. Schiffsstammabteilung
« Antwort #1 am: 28 Februar 2014, 15:37:54 »
Da möchte ich mal kurz eine Frage einwerfen.
Ich habe einmal gehört das angeblich die 13.und die 14.SSTA die Strafabteilungen der Kriegsmarine gewesen sein sollen. Wie paßt das denn zusammen?
Ich gehe davon aus das all Deine Angaben hier korrekt sind aber könnte mich da jemand bitte erleuchten?

Gruß Frank

Offline M-54842

  • Leutnant zur See
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  • Beiträge: 487
Re: Die 13. Schiffsstammabteilung
« Antwort #2 am: 28 Februar 2014, 17:48:57 »
Mir ist nicht bekannt, dass die 13. und 14. S.St.A Strafabteilungen der Kriegsmarine waren.
Ich habe diese Aussage aber auch schon auf der Homepage eines Hamburger Militariahändlers gelesen, der dort zu verkaufende Mützenbänder mit dem Zusatz "Strafabteilung" versieht.

Offline Violoncello

  • Leutnant zur See
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Re: Die 13. Schiffsstammabteilung
« Antwort #3 am: 28 Februar 2014, 18:17:21 »
Hallo zusammen,

hinsichtlich der "Strafabteilung" dürfte es sich um einen Zahlendreher handeln:

Die Marinekriegssonderabteilung Ost wurde am 1. Juli 1942 in 31. Schiffsstammabteilung umbenannt. Bei Lohmann/Hildebrand: Die Deutsche Kriegsmarine 1939-1945, Kapitel 82 S. 8, 13, wird sie als "Erziehungsabteilung" bezeichnet.

Viele Grüße

Violoncello

Offline Steuermannsmaat

  • Bootsmann
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  • Beiträge: 77
Re: Die 13. Schiffsstammabteilung
« Antwort #4 am: 28 Februar 2014, 19:17:40 »
Vielen Dank für die brauchbare Nachricht, Violoncello.
Habe die Quelle Lohmann/Hildebrand ebenfalls gefunden.
Die Angabe des Hamburger Militariahändlers kenne ich. Naja, manche lassen sich zu jeden Teil eine brauchbare Geschichte einfallen. Und je wundersamer desto höher der Preis.

Viele Grüße Frank

Offline SAS Dwasieden

  • Matrose
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Re: Die 13. Schiffsstammabteilung
« Antwort #5 am: 06 Dezember 2017, 16:06:54 »
Ich habe mit Freunden ein Buch mit dem Tite l( Die Geschichte von Sassnitz als Marine Stützpunkt)
g :O/Yeschrieben.
Dieses Buch umfasst die Zeit von 1889 bis 1990, wir haben auch viel über Dwasieden in dem Buch.
Natürlich beschäftige ich mich auch weiter mit diesen Thema, und habe mittlerweile eine umfangreiche Sammlung darüber.
Bei Interesse einfach mal Melden.  :

Offline M-54842

  • Leutnant zur See
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  • Beiträge: 487
Re: Die 13. Schiffsstammabteilung
« Antwort #6 am: 06 Dezember 2017, 19:32:17 »
Das Buch habe ich natürlich, sehr informativ und tolle Fotos.
Ich habe eine Anmerkung zum oberen Foto auf der Seite 28. Dort heißt es:
"Einzug der 1. Kompanie in Dawasieden (...)."
In Wirklichkeit handelt es sich um aus Narvik zurückkehrende Zerstörerfahrer, die in Sassnitz empfangen worden sind. Vgl. dazu das gleiche Bild in August Wilhelm Heye, Z 13 von Kiel bis Narvik, S. 241.