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Autor Thema: Verhältnis Lothar Günter Buchheim - Lehmann-Willenbrock  (Gelesen 21080 mal)

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Offline wirbelwind

  • Leutnant zur See
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  • Beiträge: 499
Re: Verhältnis Lothar Günter Buchheim - Lehmann-Willenbrock
« Antwort #60 am: 10 Juli 2014, 20:24:03 »
Hallo,
die Äußerungen Mertens, die hier zitiert werden. klingen zu diesem Zeitpunkt noch recht milde.
Später, in ,,So war es nicht" holzt Merten ganz anders gegen LGB. Doch im Zusammenhang damit war wohl nach meiner Kenntnis wenig zur Verteidigung von LGB durch Lehmann-Willenbrock zu hören. Auch mir ist nicht bekannt, auf was sich diese Freundschaft gründete. Hing es eventuell mit der schweren Kindheit von Lehmann-Willenbrock zusammen oder das sich dieser faktisch hochgearbeitet hat :? Vielleicht kann ja das Forum helfen.
MfG Rüdiger

Offline herb

  • Matrose
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  • Beiträge: 3
Re: Verhältnis Lothar Günter Buchheim - Lehmann-Willenbrock
« Antwort #61 am: 05 Mai 2015, 20:37:49 »
LGB und seine Bücher
Ich hatte das Glück, zwei ehemalige U-Bootfahrer zu kennen. Einer, Kollege, war Tiefenrudergänger auf U952. Er Überlebte, weil das Boot im Hafen von Toulon gebombt wurde. Der Andere, ein Modellbauklubkamerad, diente auf U1208 als Zentralemaat und überlebte, weil er vor dem Totalverlust des Bootes ins Lazarett kam. Beide haben,- ohne unter Einfluss einer „Kameradschaft“ zu stehen zugegeben, dass die Szenen im Roman und Film „Das Boot“ realiv realitätsnah sind.
Die Kontroverse zwischen den alten Kameraden um Merten und LGB liegen m.E. darin begründet, dass sie nicht begriffen haben, dass es sich bei „Das Boot“ und „Die Festung“ um ROMANE und nicht um Reportagen handelt. Ein Roman erlaubt aus dramaturgischen Gründen Abweichungen von Tatsachen. Das wird von den alten Kameraden nicht erkannt. Ebenso wird nicht erkannt, dass gerade „Das Boot“ von LGB das Ansehen der U-Bootwaffe im Ausland erheblich und positiv korrigiert hat!
Davon abgesehen ist folgendes zu bemerken:
Wer „Das Boot“ und „Die Festung“ gelesen hat, sollte unbedingt noch folgende Werke lesen:
Ott: „Haie und kleine Fische“ - Roman
Herbert A. Werner „Die eisernen Särge“ - Erlebnisbericht
Bei sorgfältiger Lektüre wird man erkennen, dass LGB Szenen aus diesen beiden Werken in nur wenig veränderter Form in seine Bücher eingebaut hat. (Was die Qualität von LGB`s Bücher nicht aber nicht schmälern muss).
Sein photografisches Vermächtnis über den U-Bootkrieg ist in jeden Fall beispielhaft. Hier können ihm die „kameradschaftsnahen“ ehemaligen Kriegsberichter in keiner Weise das Wasser reichen.
Sicher war es für LGB während seiner PK-Zeit schwierig, Gesprächspartner auf seiner intellektuellen Ebene zu finden. Vielleicht ist dies ein Schlüssel zu seinem Verhältnis zu HLW und auch später zu Topp.
LGB war auf Grund seiner eloquenten Persönlichkeitsstruktur stets (und teilweise zu Recht) umstritten. Das macht aber der Qualität seiner Publikationen keinen Abbruch. Als Beispiele mögen hierzu sein erstes Buch „Tage und Nächte steigen aus dem Strom“  (Faltbootfahrt auf der Donau zum Schwarzen Meer) oder die detaillierte Reportage „Luxusliner“ (Atlantiküberquerung auf der QE2) dienen. (nur antiquarisch erhältlich)

herb

Offline wirbelwind

  • Leutnant zur See
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Re: Verhältnis Lothar Günter Buchheim - Lehmann-Willenbrock
« Antwort #62 am: 06 Mai 2015, 19:26:08 »
Hallo,
vollkommen meiner Meinung, was  Herb und andere bereits im Thread zu den Büchern von LGB geschrieben haben. Es waren Bücher und keine Reportagen. Trotzdem spiegeln sie den U-Boot-Krieg wieder und den Kernaussagen schliesse ich mich an, ohne zu vergessen, dass auch LGB ein begnadeter Polarisierer war. Er konnte genauso zulangen, wie Merten und Co. Nur das eben Merten kein Schriftsteller war. 8-)
MfG Rüdiger

Offline Karsten

  • Kapitän zur See
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Re: Verhältnis Lothar Günter Buchheim - Lehmann-Willenbrock
« Antwort #63 am: 19 August 2015, 22:01:12 »
Viele Grüße,

Karsten

AK Krieg zur See 1914-1918: www.seekrieg14-18.de

Offline Schorsch

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  • Beiträge: 1357
Re: Verhältnis Lothar Günter Buchheim - Lehmann-Willenbrock
« Antwort #64 am: 25 September 2017, 21:14:04 »
Hallo zusammen,

ich bin soeben bei amazon über das --/>/> hier gestolpert. Vielleicht gibt es ja im neuen Jahr einige neue Infos für diesen Thread.

Mit freundlichen Grüßen
Schorsch
'Judea, London. Do or Die.'

Offline suhren564

  • Kapitän zur See
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  • Beiträge: 1540
Re: Verhältnis Lothar Günter Buchheim - Lehmann-Willenbrock
« Antwort #65 am: 26 September 2017, 14:19:33 »
Hallo Schorsch,

du könntest ja dann mal eine allgemeine Einschätzung des Buches geben. Es klingt in der Beschreibung fast so, als ob der Autor sich am Vater "rächen" will.
Gruß Ulf

Nie darf man so tief sinken, von dem Kakao, durch den man euch zieht, auch noch zu trinken.... 
Erich Kästner

Offline wirbelwind

  • Leutnant zur See
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Re: Verhältnis Lothar Günter Buchheim - Lehmann-Willenbrock
« Antwort #66 am: 28 September 2017, 19:53:24 »
Hallo,
für mich liest sich die Ankündigung ebenso, als ob der Sohn nicht nur ein Hühnchen mit seinem verstorbenen Vater noch zu rupfen hatte. Mal sehen, wie es geschrieben ist und was sich davon verifizieren läßt. Klar, LGB, war kein einfacher Mensch, konnte instrumentalisieren und polarisieren. Bin also gespannt, was das Buch hergibt.
MfG Wirbelwind