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Autor Thema: Seefliegerhorst und Fliegerhorst Bug auf Rügen  (Gelesen 38026 mal)

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Offline Eddy

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Seefliegerhorst und Fliegerhorst Bug auf Rügen
« am: 04 Oktober 2013, 18:50:09 »
Hallo Leute,
hier möchte ich Euch mit der Geschichte der Halbinsel Bug auf Rügen vertraut machen. Nach dem Dreißigjährigen Krieg war es eine Schwedenschanze mit Seepoststation, beim Kaiser war es eine Seeflugstation, beim Führer ein Seefliegerhorst mit Landflugplatz und zur DDR-Zeit ein Sützpunkt für die Schnellboote der Volksmarine.
Hier geht es aber um den Seefliegerhorst Bug. Ich werde ihn entsprechend unseren Kenntnissen vorstellen und früher und heute vergleichen. Das Bildmaterial, was ich verwende ist aus dem Archiv unseres Museums in Dranske und stammt überwiegend aus Privatbesitz sowie natürlich aktuelle Fotos aus meiner Kamera.
Nach dem Versailler Vertrag wurde die Seeflugstation bis 1920 entmilitarisiert. Der Anschluss an die Rügensche Kleinbahn wurde zurück gebaut, alle militärischen Einrichtungen liquitiert. So kam es, dass fünf Gebäude, die als Unterkunft gedient hatten, stehen blieben und mit einem 10jährigen Pachtvertrag an den Deutschen Beamten- und Wirtschaftsbund vergeben wurde. Es entstand das Erholungsheim Bug. Als 1930 der Vertrag auslief, griff das Militär erneut zu. Getarnt unter dem Namen der Lufthansa entstand eine "Nautische Forschungsabteilung", was auf Deutsch heißt, es wurden Flugzeughallen und notwendige Nebengebäude gebaut. 1935 rückte das erste offizielle Arbeitskommando der Luftwaffe an und begann mit dem totalen Ausbau zum Seefliegerhorst mit Landflugplatz. Insgesamt entstanden etwa 154 Gebäude, die herausragendsten waren acht Flugzeughallen und eine Flugzeugwerft. Der riesige Seekran ostseeseitig vervollständigte das gewaltige Bild. Ablaufbahnen gab es aber nur boddenseitig, da seeseitig die Brandung Schäden an Schwimmern und Rümpfen gebracht hätte. Der sogenannte "Försterhafen" diente den Flugbetriebsbooten, Segelbooten und Kuttern als Liegeplatz. Diese Boote mussten, wenn sie in die Ostsee wollten immer das Fahrwasser um die Halbinsel Bug nutzen, das zwischen Bug und Hiddensee in die offene See mündete und mündet.
Bild 1: Plan Fliegerhorst Bug
Bild 2: Luftbild - Blick von Dranske links unten Richtung Fliegerhorst / Schnellbootsstützpunkt
Es kommen weitere Beiträge.
Eddy
Fregattenkapitän a.D. der VM
1969-1973 Studium an der OHS Stralsund
1973-1990 Offizier bei den Schnellbooten
ehrenamtl. Leiter "Marinehistorisches- und Heimatmuseum Dranske-Bug"
1. Vorsitzender Heimatverein Dranske e.V.

Offline Eddy

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Re: Seefliegerhorst und Fliegerhorst Bug auf Rügen
« Antwort #1 am: 04 Oktober 2013, 20:00:00 »
... ich fange mal mit dem Landflugplatz an, da der eine eher untergeordnete Rolle gespielt hat. Eine Landung einer Ju 52 soll allerdings stattgefunden haben. Ansonsten mehr für Kurierflugzeuge und ähnliches gedacht.
Ich war gestern mit meiner Frau im Nationalprak Vorpommersche Boddenlandschaft spazieren und habe folgende Aufnahmen gemacht.
Bild 1: Reste der Halle VIII am Landflugplatz Bug
Bild 2: Blick Richtung Flugplatz (1947/48 wurden hier alle drei Meter ein Loch gesprengt und etwas 30.000 Pappel gepflanzt (bei google earth gut zu sehen)
Bild 3: Teerhafen, so genannt, weil hier das Betumen für die Landebahn angelandet wurde (noch heute stark belastet durch Ölblasen)
Bild 4: Bitumenbahn unter dem Waldboden
Bild: Rundgang
... weiter
« Letzte Änderung: 05 Oktober 2013, 10:10:15 von Eddy »
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Offline Eddy

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Re: Seefliegerhorst und Fliegerhorst Bug auf Rügen
« Antwort #2 am: 04 Oktober 2013, 20:03:46 »
....
Bild 5: Bruchstücke der Landebahn
Bild 6: Blick Richtung Hiddensee
Bild 7: Blick Richtung Dranske (hier sind ganz hinten im Foto zwei Fundamentsteine des ehemaligen Seekrans zu sehen)
Bild 8: Landflugplatz in Betrieb 40er Jahre (links hinten Hiddensee zu sehen)

Eddy
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Offline Peter K.

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Re: Seefliegerhorst und Fliegerhorst Bug auf Rügen
« Antwort #3 am: 04 Oktober 2013, 20:54:14 »
Danke für die schöne Dokumentation, aber ...

"Bild 0" stammt aus
Jürgen Zapf,
Flugplätze der Luftwaffe 1934-1945 - und was davon übrig blieb
Band 5 - Mecklenburg-Vorpommern
ISBN 978-3-86619-011-5
Seite 68,
wo wiederum als Bildquelle die Luftbilddatenbank Dr. H.G. Carls genannt wird.

Liegt eine Erlaubis vor, dieses Bild hier zu veröffentlichen? Wenn nicht, bitte entfernen!

BTW, laut oben genannter Quelle wurde am 01.08.1938 auf diesem Platz die I./186 (T) unter Major Hefele aufgestellt. Dabei handelte es sich um eine Jagdgruppe für die GRAF ZEPPELIN. Allerdings wurde der Verband bereits am 22.10.1938 wieder aufgelöst.
Grüße aus Österreich
Peter K.

www.forum-marinearchiv.de

Offline redfort

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Re: Seefliegerhorst und Fliegerhorst Bug auf Rügen
« Antwort #4 am: 04 Oktober 2013, 22:16:57 »
Hallo Eddy,
recht herzlichen Dank für diese Doku. Mehr davon.  :=D>


BTW, laut oben genannter Quelle wurde am 01.08.1938 auf diesem Platz die I./186 (T) unter Major Hefele aufgestellt. Dabei handelte es sich um eine Jagdgruppe für die GRAF ZEPPELIN. Allerdings wurde der Verband bereits am 22.10.1938 wieder aufgelöst.

@ Peter

Ich weiss nicht wer diesen Schwachsinn mal in die Welt gesetzt hat, auch ein Jürgen Zapf oder ein Michel Holm können sich irren.
Muss hier mal was richtig stellen. Von wegen Jagdgruppe. ::)

So dann vollen wir mal:
Gemäß Aufstellungsbefehl vom R.L.M. und Ob.d.Lw. vom 15.06.1938, Az.: 11b17 Nr. 1670/38 Gkdos:
Sind folgende Einheiten aufzustellen:

Am 01.08.1938:
- Stab Trägergruppe I./ 186 ,                       ST.N.Nr. 01162 L für eine Kampfgruppe
- 1.-3./ 186,                                                      St.N.Nr. 01163 L für eine Kampfstaffel
- Flughafenbetriebskommpanie / 186 ,    St.N. Nr. 01336 L für eine Flughafenbetriebskompanie (mot)
in Burg bei Magdeburg.

Am 01.10.38:
- Stab Trägergruppe II./ 186                        Folgt Befehl
- 4. (Stuka) / 186                                            St.N.Nr. 01535 L  für eine Küstenaufklärungsstaffel (M)
- 6. (Jagd) / 186                                             St.N.Nr. 01143 L  für eine leichte Jagdstaffel.
in Holtenau.

Zuteilung von Flugzeugen:
Es werden ausgerüstet:
6./ 186 mit BF 109
4./ 186 mit Ju 87
I../ 186 mit Ju 52 T, später mit He 111, solange diese mit Ju 52 T ausgerüstet ist, gilt sie als Transportgruppe 3, Burg.

Eins noch das Personal für die Aufstellung vom 01.10.38 soll aus den Fliegerwaffenschulen (See) Parow und Bug herausgezogen werden.
So sah die erste Aufstellung der Trägergruppen 186 aus. Wenn alles fertig war sollte diese 2 Gruppen nach Bremerhaven verlegt werden. Weil die Planung vorsah das Bremerhaven zum Trägerstützpunkt ausgebaut werden sollte.
« Letzte Änderung: 04 Oktober 2013, 22:28:37 von redfort »

Offline Peter K.

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Re: Seefliegerhorst und Fliegerhorst Bug auf Rügen
« Antwort #5 am: 04 Oktober 2013, 22:50:59 »
.... genau DAS liebe ich an unserem Forum!  top

DANKE, AXEL!  :MG:
Grüße aus Österreich
Peter K.

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Offline bettika61

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Re: Seefliegerhorst und Fliegerhorst Bug auf Rügen
« Antwort #6 am: 04 Oktober 2013, 23:29:32 »
Hallo Eddy,
vielen Dank, das den Seefliegern mal wieder Aufmerksamkeit zuteil wird  :MG:
ich hoffe auf Fortsetzung

Hallo Axel,
dank für den Literatur- und Quellenvergleich,
da hab ich dann auch gleich eine Frage zu Holtenau und Trägergruppe:
Zitat
01.11.1938
Aufstellung der Trägersturzkampfgruppe I./186 - I.(St.)/186 (T) als Sturzkampfverband für den
im Bau befindlichen Flugzeugträger "Graf Zeppelin". Ein Teil dieser Einheit war bereits am
01.10.1938 unter der Bezeichnung "4. Trägersturzkampfstaffel/186" aufgestellt worden. Das
Personal kam von der Kriegsmarine und wurde zur Luftwaffe versetzt. Die Trägergruppe unterteilte
sich in drei Staffeln: Staffel 4/186 mit Flugzeugen vom Typ Junkers Ju 87c sowie die Staffeln
5/186 und 6/186 mit Messerschmitt BF 109 E/T [167] [205]....

 Am 08.11.1939 wurde die voll aufgestellte Trägersturzkampfgruppe I./186 - I.(St.)/186 (T) -
von Kiel-Holtenau nach Wertheim verlegt [205].
[167] GRIESE, K. (2000): Luftfahrtgeschichte der Stadt Kiel. 90 Jahre Luftsport, Luftverkehr, Marinefliegerei. Kiel.
[205] DIERICH, W. (1993) (Hg.): Die Verbände der Luftwaffe 1935 - 1945. Gliederungen und Kurzchroniken - Eine Dokumentation. Zweibrücken

aus HGS Holtenau  von Prof.Preuß
passt das zusamnen mit der von Dir genannten Quelle?
Der Autor ist Historiker und kein Luftwaffenexperte und ich selbst habe davon kein Ahnung :?

Grüsse
Beate
 
Grüße
Beate

„Wer sich nicht an die Vergangenheit erinnern kann, ist dazu verdammt, sie zu wiederholen.“ George Santayana

Offline redfort

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Re: Seefliegerhorst und Fliegerhorst Bug auf Rügen
« Antwort #7 am: 05 Oktober 2013, 01:07:36 »
Hallo Beate,
ups das sind Fragen, echt klasse  top

zum 01.11.38

1.) Also generel wurde das fliegende Personal zu den Trägergruppe I. / 186 von den Schulen (See) entnommen.
Sowie für die II./ 186 wurde als Mutterverband das Jagdgeschwader 136 auserwählt. Ergo Luftwaffe.
Die Bordfunker kamen von der Kriegsmarine.
Das Unterpersonal für Stab usw. kam von den in Holtenau abgestellten Stämmen.

2.) Die 5./ 186 wurde erst am 15.07.1939 aufgestellt.
3.) die Bezeichung I./ 186 ist verkehrt, 4./ 186 und 6./ 186 gehörten zur II./ 186
4.) Bezeichnung Sturzkampfverband I./ 186 ist falsch, Stukagruppe I./ 186 wurde erst am 10.09.1939 aufgestellt, hiess bis dato nur II.Trägergruppe / 186

zum 08.11.1939
Die I./ 186 ist ab den Zeitpunkt 06.11.1939 der Luftflotte 3 , Fliegerkorps II unterstellt, damit aus dem Befehlsbereich der Marine entzogen.
Bis zu diesen Zeitpunkt waren sie noch in Holtenau in der Auffüllung. Materielle Umstellung auf St.N. Land voll durchgeführt. Aber, es fehlten da immer noch :
7 Offiziere
11 Flugzeugführer
3 Beobachter
34 Bordfunker (Bordfunker der Kriegsmarine sind  zurückgezogen)

Verlegung nach Wertheim mE kam möglich. Wahrscheinlich zug um zug.  :/DK:



Offline Eddy

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Re: Seefliegerhorst und Fliegerhorst Bug auf Rügen
« Antwort #8 am: 05 Oktober 2013, 10:59:37 »
Peter,
ist Ok, Bild wurde ausgetauscht.
Ehe ich nun mit dem Platz generell beginne, kurz ein paar Gedanken zum Ort Dranske, der ja jede militärische Entwicklung mitgemacht hat. Ganz gravierend war es natürlich im Zusammenhang mit dem Fliegerhorst und später mit dem Marinestützpunkt. Aber wir bleiben in den 30ern. Im Hinblick auf den Bau dieses großen Horstes (209 ha) waren auch Wohnungen für die Angehörigen der Dienststelle notwendig. So wurde beschlossen das Fischerdorf Dranske (13 Grundstücke von Landwirten und Fischern) abzureißen und die Bewohner umzusiedeln. So kam es 1935 auch. Bis auf das alte Schulgebäude von 1868 am Wieker Bodden, wurden alle Gebäude entsorgt und Stück um Stück durch neue ersetzt. So entstand die "Gartenstadt Dranske", die mit einer Stadt nicht vergleichbar ist. Aber das gesamte "militärische Ensamble" des Ortes wurde 2012 durch die Kommune unter Denkmalschutz gestellt, natürlich mit gegenwärtigem Status. Einige bauliche Veränderungen hatte es schon gegeben. Bei Bau des Ortes wurden sieben uns bisher bekannte Bauarten realisiert, eine Art Versuchsbauten unter Seeklima. So entstanden sieben sogenannte "Kommandeurshäuser", das sind große Doppelhäuser mit Keller, die in einer Bleiwanne stehen und Luftschutzräume im Keller hatten. Dann wurden die Haupt- und Schulstraße mit größeren Häusern bebaut, wo mehrere Familie unterkamen, in der Hauptstraße entstanden auch Doppelhäuser mit Reetdächern, in der Ringstraße kleinere Doppelhäuser, in der Seestraße Häuserverbunde. Alles für die Familien der Angehörigen des Fliegerhorstes. Keller erhielten übrigens nur noch einige Häuser in der Hauptstraße aber ohne Luftschutzraum. Das große Ledigenwohnheim entstand am Wieker Bodden, wurde 1970 Haus der NVA und ist seit 2010 "Strandhotel Dranske" mit ****. Das kurz zur Ortsentwicklung, nun die Fotos dazu:
- Ort Dranske bis 1935
- Ort Dranske ab 1939
Bild 1: alte Schule, hier etwa 1920
Bild 2: ein Kommandeurshaus in Bau 1937
Bild 2a: Schutzraumtür (heute noch vorhanden)
Bild 3: das Haus heute
... geht gleich weiter
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Offline Eddy

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Re: Seefliegerhorst und Fliegerhorst Bug auf Rügen
« Antwort #9 am: 05 Oktober 2013, 11:05:53 »
... weiter im Ort
Bild 4: Gebäudekomplex Hauptstraße in Bau 1938
Bild 5: Postkarte aus 40er Jahren
Bild 5a: Hauptstraße heute
Bild 7: Doppelhäuser Ringstraße in Bau
Bild 9: Doppelhaus Ringstraße heute (meins links)
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Re: Seefliegerhorst und Fliegerhorst Bug auf Rügen
« Antwort #10 am: 05 Oktober 2013, 11:10:12 »
... so, nun der Abschluss zum Ort
Bild 10: Häuserverbund Seestraße
Bild 11: Eröffnung der "Hermann-Göring-Schule, Juli 1939
Bild 12: Schule wurde 2007 für immer geschlossen, heute in der oberen Etage unser Museum
Schild: Originalschild vom Stabsgebäute Fliegerhorst im Museum
Schönes Wochenende
Eddy
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Offline Peter K.

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Re: Seefliegerhorst und Fliegerhorst Bug auf Rügen
« Antwort #11 am: 05 Oktober 2013, 18:08:38 »
Zitat
Peter,
ist Ok, Bild wurde ausgetauscht.
DANKE!  :MG:
Grüße aus Österreich
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Re: Seefliegerhorst und Fliegerhorst Bug auf Rügen
« Antwort #12 am: 05 Oktober 2013, 19:26:37 »
Kommen wir nun zum Fliegerhorst selbst. Da ich kein Luftwaffenspezialist bin, kann mir hier und da sicher ein Fehler unterlaufen. Bitte greift da ein und verweist mich darauf. Denn alles was ich hier schreibe findet auch Eingang in unser Archiv des Museums. Unsere Besucher sind auch zur Korrektur aufgefordert und nutzen diese auch. Wird aber immer weniger.
Getreu meinem Leitspruch: "Der lebende Zeitzeuge ist der Alptraum des Historikers." versuche ich nur Objektives und Belegbares zu verwenden. Es gibt aber auch Situationen, wo es einfach nicht geht und die Logik muss her.
Da uns nur fünf Dokumente zur Seeflugstation Bug 1916 bis 1920 zur Verfügung stehen, möchte ich diese als Startpunkt wählen.
Das erste Dokument zeigt einen Ausschnitt der Seeflugstation Bug 1918, der Anschluss an die "Rügensche Kleinbahn" ist deutlich zu sehen. Dieser Bahnbetrieb wurde 1922 nach der Demontage der militärischen Anlagen eingestellt und die Gleise bis Dranske zurück gebaut.
Bild 2. ein Marineangehöriger sitzt auf einem Schwimmer (Flugzeug mir unbekannt)
Bild 3: eine für damalige Verhältnisse gute Luftaufnahme, die wir vom Wieker Heimatverein bekommen haben, leider ohne Aufnahmejahr. Ich denke, dass es sich dabei um eine frühzeitige Aufnahme handelt, da noch nicht alle Gebäude stehen, die später eine Rolle spielen. UNd was wichtig ist, die Seeflugstation war eng mit der Seeflugstation in Wiek verbunden. Truppenunterkünfte waren in der Masse in Wiek und zum Bug bestand eine Bootslinie.
Bild 4: 1922 laut Aufschrift - Demontage laut Versailler Vertrag
Bild 5: zeigt Urlauber des Deutschen Beamten- und Wirtschaftbundes 1929 mit einem Schwimmerflugzeug
... geht weiter
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Re: Seefliegerhorst und Fliegerhorst Bug auf Rügen
« Antwort #13 am: 05 Oktober 2013, 19:38:21 »
... ich schrieb bereits, dass 1930 der Pachtvertrag mit dem Deutschen Beamten- und Wirtschaftsbund endete und auch nicht wieder erneuert wurde. Die auf dem Südbug bestehende Siedlung aus der Vergangenheit (Lotsen, Postangestellte und andere) wurde bis 1934 geräumt, die Gebäude später als Ziele für Bombenabwurftrainings genutzt (Beton-Bomben).
Bild 1: zeigt deutlich den "Tarnnamen" des Unternehmens beim Aufbau des Horstes
Bild 2: das erste Kommando der Luftwaffe 1935 auf dem Bug
Bild 3: ein Gebäude aus der Zeit der Seeflugstation, fünf davon gab es noch
Bild 4: der "Teerhafen", hier erfolgte die Anlandung des Bitumen für den Landflugplatz Bug, dieser Hafen liegt im Wieker Bodden, also östliches Ufer der Halbinsel
Bild 5: hier sind im Vordergrund weitere alte Gebäude von der Seeflugstation zu sehen, die als Unterkünfte genutzt wurden, rechts hinten das Stabsgebäude (Rückseite)
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Re: Seefliegerhorst und Fliegerhorst Bug auf Rügen
« Antwort #14 am: 05 Oktober 2013, 20:02:17 »
... zum heutigen Schluss noch einige Gebäude des Fliegerhorstes Bug.
Da haben wir als erstes, wie überall, die Wache - hier die Nordwache. Diese stand im Vergleich mit der Wache des Schnellbootsstützpunktes (Stand heute) etwa 50 m weiter nördlicher. Auf dem zweiten Bild ist rege Bautätigkeit zu sehen. Unternehmen aller Branchen von Rügen und Stralsund hatten Aufträge ohne Ende, es entstand schließlich ein Fliegerhorst.
Auf dem dritten Foto sind die beiden älteren Hallen "Nautische Vermessungsabteilung" zu sehen, die als Halle I und II auf dem Lageplan zu sehen sind. Auf dem folgenden Foto ist, so glauben wir, der Bau der Halle III zu sehen, an der später alle Paradeaufstellungen und Feierlichkeiten stattfanden. Unmittelbar davor am Boddenufer waren die Ablaufbahnen und der Landungsteg mit kleinem Kran für Boote aus Stralsund. Natürlich mit einer Wache besetzt.
Als letztes Foto haben wir den Bau der Halle IV, die sich ebenfalls noch im Bereich Boddenufer befand.
Damit Ihr mal einen gesamten Überblick über diese "geheime Landzunge" bekommt, zum Abschluss für heute eine Luftaufnahme (1994) aus südlicher Richtung. Pfeil 1 = Dranske; Pfeil 2 = der Hafen des Fliegerhorstes und spätere Marinehafen; Pfeil 3 = der alte Posthafen von 1684 bis 1897
Eddy
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