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Autor Thema: Das Schicksal der KFK 203 & KFK 204  (Gelesen 8958 mal)

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Offline Rheinmetall

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Das Schicksal der KFK 203 & KFK 204
« am: 30 Juli 2013, 17:51:35 »
Hallo in die Runde !

Ich habe eine Frage bezüglich der beiden Kriegsfischkuttern (KFK) KFK 203 und KFK 204.
Obwohl die ca. 700 gebauten Einheiten auf allen Kriegsschauplätzen als Vorposten- & Sicherungsdienst eingesetzt wurden, unterstanden die beiden o.g. Einheiten dem K-Verband an.
Die beiden Kutter  liefen im Januar 1945 zu zwei Kommandounternehmen aus.
KFK 203 von Norwegen in Richtung Indischer Ozean und Persicher Golf.
Auf der Höhe von Westafrika hörte man zum letzten mal von dem Boot.
Es gilt seither als verschollen.
Auch KFK 204 lief zur selben Zeit aus Flensburg in Richtung Panama aus und wird seitdem vermißt.

So steht es jedenfalls in Mike Whitley´s "Deutsche Seestreitkräfte 1939-1945 / Einsatz im Küstenvorfeld" auf Seite 86.

Weiß jemand von Euch vielleicht etwas von den beiden Kriegsfischkuttern geworden ist ?
Evtl. sind auch die Einsatzbefehle der beiden Kommandounternehmen mittlerweile bekannt, denn Panama hört sich für mich stark nach der Sabotage des dortigen Kanales / Schleußen an.

Über Antworten würde ich mich sehr freuen.

Rheinmetall
 
 
Ab Kapstadt ohne Kreiselkompass - Jürgen Oesten, U 861

Offline Baunummer 509

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Re: Das Schicksal der KFK 203 & KFK 204
« Antwort #1 am: 30 Juli 2013, 17:56:16 »
Hi,

also ich habe ja recht wenig bis gar keine Ahnung von diesen KFK Dingern, aber hatten die denn eine dermaßen große Reichweite dass sie ohne Versorgung einfach mal kurz in den indischen Ozean (oder zumindest bis Westafrika) schippern konnten?


Versorgung auf See scheidet Januar 1945 ja doch wohl aus?

Online bodrog

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Re: Das Schicksal der KFK 203 & KFK 204
« Antwort #2 am: 30 Juli 2013, 19:28:09 »
@Rheinmetall

laut Gröner Bd. 8/1 S. 267 sind beide Boote nach Plänen von Maierform als Hochseeyachten für das "Unternehmen Reisernte" (keine Ahnung was damit gemeint ist) umgebaut worden. Schon auf dem Weg zwischen Flensburg und dem künftigen Absprunghafen Harstadt/Norwegen soll der Verlust eingetreten sein.

Letzteres halte ich auch für wesentlich wahrscheinlicher; da ich mir nur schlecht vorstellen kann (siehe Frontverlauf 1944/45) wie zwei Überwasserfahrzeuge bei nahezu totaler Luftüberwachung durch die Alliierten ungesehen bis nach Westafrika resp. Mittelatlantik kommen sollten. Höchstgeschwindigkeit sagenhafte 9 kn!!! Als Anmerkung: Wenn alliierte Schiffe nahezu ohne Ausnahme als Geleitzug durch die Gegend fahren, dann fallen die bestimmt auch nicht auf  :|

MfG bodrog

PS: so ein Unternehmen mag vielleicht noch mit deutsch besetzter französischer Küste funktioniert haben, aber von Flensburg aus...  :roll: da wollte wohl noch jemand fix den Endsieg erringen  :BangHead:

Offline redfort

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Re: Das Schicksal der KFK 203 & KFK 204
« Antwort #3 am: 30 Juli 2013, 21:50:16 »
PS: so ein Unternehmen mag vielleicht noch mit deutsch besetzter französischer Küste funktioniert haben, aber von Flensburg aus...  ::) da

Genau dies ist es,  ;)
mit den sogenannten Geisterschiffe wie "SOIZIC" 1940 , "ANNI BRAZ BIHEM" 1940, "KYLOE" 1941 und "PASSIM" 1942-1944 die im Dienste der Abwehr standen und Geheimagenten an den Küsten Irlands, Südafrika, Brasiliens und Argentiniens brachten und abholten.
« Letzte Änderung: 31 Juli 2013, 09:53:01 von redfort »

Offline RonnyM

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Re: Das Schicksal der KFK 203 & KFK 204
« Antwort #4 am: 31 Juli 2013, 16:53:49 »
Da gebe ich Sebastian recht. Für diese Reichweiten sind die KFK gar nicht konstruiert. Diese Entfernungen ohne zu bunkern ist für mich nicht vorstellbar.

Rheinmetall, hast du schon mal bei Dr. Danner geluschert :ND//)

Grüße Ronny
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Offline t-geronimo

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Re: Das Schicksal der KFK 203 & KFK 204
« Antwort #5 am: 31 Juli 2013, 17:09:17 »
Rheinmetall, hast du schon mal bei Dr. Danner geluschert

Was bedeutet das für nicht-Insider?
Gruß, Thorsten

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Offline Trimmer

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Re: Das Schicksal der KFK 203 & KFK 204
« Antwort #6 am: 31 Juli 2013, 17:30:26 »
Mal ein Hinweis zum Unternehmen " Reisernte". Nach meinen Unterlagen ein Angriff auf die Handelsschifffahrt vor der Küste Westafrikas - Ausführende: Spezialkommando der " Brandenburger" . Das war aber im FRÜHJAHR 1943.

Gruß - Achim - Trimmer
Auch Erfahrung erhält man nicht umsonst, gerade diese muß man im Leben vielleicht am teuersten bezahlen
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Offline Teddy Suhren

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Re: Das Schicksal der KFK 203 & KFK 204
« Antwort #7 am: 31 Juli 2013, 17:44:45 »
Hai

Was für ne Abenteuergeschichte. Panama, Westafrika mit nem KFK - is klar.  :BangHead:
Im Danner steht das zumindest KFK 204 umgebaut wurde und nach dem Krieg u.a. als Schleswig Holstein in Fahrt war.

Offline RonnyM

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Re: Das Schicksal der KFK 203 & KFK 204
« Antwort #8 am: 31 Juli 2013, 17:58:33 »
...na gut, mit luschern meine ich:
Schau mal unter:
http://www.fky.org/

Aber Teddy hat scho die halbe Wahrheit gefunden. :-D

Grüße Ronny

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Offline t-geronimo

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Re: Das Schicksal der KFK 203 & KFK 204
« Antwort #9 am: 31 Juli 2013, 18:19:46 »
Ah.  :MZ:
Gruß, Thorsten

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Jong

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Re: Das Schicksal der KFK 203 & KFK 204
« Antwort #10 am: 31 Juli 2013, 19:37:13 »
Mal ein Hinweis zum Unternehmen " Reisernte". Nach meinen Unterlagen ein Angriff auf die Handelsschifffahrt vor der Küste Westafrikas - Ausführende: Spezialkommando der " Brandenburger" . Das war aber im FRÜHJAHR 1943.

Gruß - Achim - Trimmer

Urheber  Kptlt.v.Martiny

Unternehmen "Reisernte" (Sonderverband Brandenburg Ia Nr.3/43 gKdos v.22.3.43 )

- Schädigung der feindlichen Handelsschiffahrt durch Versenkung bzw. Beschädigung von Handelsschiffen an der afrikanischen Westküste
- Sabotageunternehmen gegen Objekte und Häfen im gleichen Gebiet
- nach Möglichkeit auch Angriffe auf feindliche Kriegsschiffe"

Den Küstenjägern sollte das in Tobruk versenkte, von den Deutschen geborgene MTB 314 (dt.RA 10) nach Herstellung des Originalzustandes und zusätzlicher Ausrüstung zur Verfügung gestellt werden.

Vorschlag Verlauf

Das Boot läuft aus Marseilles aus, ergänzt Brennstoff in Port Vendres (bzw. auf See in der Nähe von Malaga), durchfährt bei Nacht die Straße von Gibraltar und ergänzt zum zweitenmal im Atlantik von einem U-Boot Brennstoff und Proviant.
Für das dritte mal ist eine Brennstoff- und Materialübernahme nach Ablauf von etwa 8-10 Wochen in der Nähe von St.Helena vorzusehen.

Fahrtstrecke Westküste von Afrika, Monrovia, dann die Goldküste entlang bis zur Kongomündung.

- die wichtigsten Häfen werden angesteuert, kleine Spähtrupps mit dem Kanu zur Aufklärung ausgesetzt und je nach Möglichkeit der örtlichen Verhältnisse gehandelt, reine Sabotage Unternehmungen mit dem als Segler getarnten RA 10
- Annäherung erfolgt immer unter Segel bzw. unter Zuhilfenahme des Außenbordmotors nur als Unterstützung eines Segelmanövers bei ungünstigem Winde

- nach einer Fahrt von etwa 6-8 Wochen wird auf dem Funkweg der Treffpunkt mit dem Versorgungs-U-Boot vereinbart und die Heimfahrt angetreten
- Rückfahrt je nach Lage und Befehl wieder unter Segel
- Ansteúerung der Strasse von Gibraltar oder der Westküste Frankreichs

militärischer Kommandant Kptlt.v. Martiny
seemännischer Führer Lt.z.S. Brusgatis
11 Besatzungsmitglieder
7 Küstenjäger (inklusive 2 Kampfdolmetscher mit perfekten englischen und afrikanischen Sprachkenntnissen)

Am 27.3.43 teilte das OKM mit, daß es RA 10 für ungeeignet hielt, es wurde ein Hochsee-Motorsegler angeboten.
Am 30.4.43 ging RA 10 dann bei einer Werftüberholung in Augusta durch Bombentreffer verloren.

Das Unternehmen "Reisernte" wurde weiterverfolgt, versucht werden sollte es mit zwei Hochseemotorseglern mit getrennten Zielen in Westafrika und Ostamerika.

Gruss
Jong

Offline RonnyM

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Re: Das Schicksal der KFK 203 & KFK 204
« Antwort #11 am: 01 August 2013, 09:31:54 »
Klasse Hinweise Jong. top

Aber wurden nicht schon zu diesem Zeitpunkt die Funksprüche entschlüsselt :?

Grüße Ronny
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Offline TD

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Re: Das Schicksal der KFK 203 & KFK 204
« Antwort #12 am: 02 August 2013, 00:35:29 »
Hallo zusammen,

da mein Suchprogramm und auch mein PC im Moment wieder sehr kränkelt etwas zu den beiden KFK 203 und KK 204 aus meiner Erinnerung.

Das sich der Gröner im Laufe der Jahre nicht geändert hat hier einmal die Daten.

KFK 203 1.8.43 ausgerüstet  für Kommando-Unternehmen (Panama); seit Auslaufen Flensburg vermißt/+++
KFK 204  1.8.43 ausgerüstet für Kommando- Unternehmen (Panama); seit Auslaufen Flensburg vermißt/+++
               Die Küstenjäger-KFKs 203 und 204 wurden halbfertig am 23.5.1943 bei Burmester in Swinemünde
der KJA übergeben und dann bis 1.8.1943 bei Bootswerft Eckmann in Hamburg-Finken¬werder nach Plänen der Fa. Maierform zu Hochseeyachten für das Unternehmen „Reisernte" umgebaut (mit 2 Masten mit 21 m Höhe über Deck). Der Einsatz verschob sich bis zum Jahreswechsel 1944/ 45 und führte zum Verlust der Boote auf der Fahrt von Flensburg zum Absprunghafen Harstadt in Norwegen.

Verursacht durch den überall vertretenen Hinweis ( auch Kugler u.a. ) das beide  KFK gemeinsam von Norwegen ausgelaufen waren und vermißt wurden, andere Angaben von britischen Flugzeugen mit der ganzen Besatzung vernichtet) habe ich die Sache erst mit leichten Zweifeln stehen lassen.
In meinen Verlusten stand 1945:

45-02-01   D   PP   KFK 203   43   110   +   B/CVE   Nairana,Campania   sw Harstad   Rk
45-02-01   D   PP   KFK 204   43   110   +   B/CVE   Nairana etc   sw Harstad   Rk

Später fand ich einen Hinweis das eines der Boote 1945 auf der Düne bei Helgoland gestrandet und beschädigt wurde.

Es konnte zum noch in der Zeit in Flensburg zu diesen Geheimunternehmen ausgerüstet werden in der Zwischenzeit.

Nachdem ich auch noch Hinweise fand das der Leiter der Aktion ( alle Mitglieder galten ja als vermißt bzw. tot) durch die Briten von einen großen Schiff der Abwehr nach Mai 1945 verhaftet wurde kam mir die ganze Sache noch bunter vor.
Dieses teilte ich dann 1998 auch bei einen Besuch in Freiburg einen Helfer von Herrn Gellermann mit der noch mehr zu diesen ganzen Geheimunternehmen hatte und teilweise noch in dieser Richtung dachte.
Danach gab es Meldungen das ein U Boot ( 800 ter Nummer)  im April 1945 vor Panama die Besatzung der Boote aufnehmen sollte.
Nun kurz und gut, in einen Buch über Kleinstuboote oder Abwehr, ich weiß es nicht mehr so genau, steht dann vor einigen Jaren zu lesen das diese Schiffe im April 1945 beide in Flensburg liegen ( mit Namen der Kommandanten !!" und noch kurz zum Kriegsende in einen kleinen dänischen Hafen verlegt wurde.
Bei Kriegsende müßten aber beide Schiffe in Flensburg gelegen haben.

Soweit. leider ohne genaue Daten, mein Wissen zu diesen Schiffen.

Ich könnte mir vorstellen da diese Schiffe mit der hervorragenden Seglertakelage und hohen Masten  schnell eine britische Dienststelle gefunden hat die in England einen guten Einsatz geplant hat.

Allerdings wundert es mich das sich dazu keinen Spure finden lassen.

Gruß

Theo





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Offline chattius

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Re: Das Schicksal der KFK 203 & KFK 204
« Antwort #13 am: 02 August 2013, 02:06:04 »

Offline RonnyM

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Re: Das Schicksal der KFK 203 & KFK 204
« Antwort #14 am: 02 August 2013, 16:37:10 »
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