collapse

* Benutzer Info

 
 
Willkommen Gast. Bitte einloggen oder registrieren. Haben Sie Ihre Aktivierungs E-Mail übersehen?

* Suchfunktion


* HMA

Autor Thema: Die U-Jäger der Volksmarine und ihre Ausrüstung mit Sonargeräten  (Gelesen 9407 mal)

0 Mitglieder und 1 Gast betrachten dieses Thema.

Albatros

  • Gast
Ein Großteil der Schiffe der Volksmarine waren ja für die U-Jagt bestimmt.
Nun ist ja gerade in Flachwassergebieten wie  in der Ostsee ( z.B. den vorgelagerten Küstengewässern der ehemaligen DDR ) eine Ortung nicht ganz so einfach.
Nachhall von Meeresboden und Oberfläche, Vermischung von Süß und Salzwasser, hohes Störrauschen, Verkehrslärm usw. stellen hohe Anforderungen an die Wasserschallortungsanlagen, egal ob sie nun Passiv oder Aktiv genutzt werden.

Wie gut konnten die vorhandenen Geräte auf den Schiffen der Volksmarine diesen Anforderungen gerecht werden?

Insbesondere bei der Peilung (Richtung) der Objekte, Abstandsbestimmung, Messung der Geschwindigkeit, Klassifizierung und Identifizierung eines Objektes?

Und das alles bei den Booten der Bundesmarine die ohnehin als schwer ortbar galten.
Die U-Boote wären sicher die einzigen Schiffe/Boote der Bundesmarine gewesen die man östlich von Bornholm im Ernstfall hätte antreffen können.

Ist ein schwieriges Thema, dass glaube ich immer der erhöhten Geheimhaltung unterliegt.
Da wir ja aber nun hier im Forum  nicht wenige ehemalige Angehörige der Volksmarine haben, habe ich vielleicht Glück und es kann jemand etwas dazu aussagen........ :O/Y
Aber auch über jede andere Antwort würde ich mich freuen.

 :MG:

Manfred


Offline 2M3

  • Oberleutnant zur See
  • *
  • Beiträge: 539
Sonar, bei der VM  Hydroakustik genannt, war für den Außenstehenden ein Buch mit sieben Siegeln. Die entsprechenden Betriebsräume waren VS, genau wie Funk- und zum Teil Funkmess- und Funkmesswaffenleiträume. Da müsste schon ein Fachmann ran.

Auf MSR-lang wurde m. W. U-Bootsuche mit einem Zieldarstellungs-U-Boot nicht geübt. Allerdings waren die Jungs gelegentlich im Kabinett üben. Unsere Anlage MSG-69 war auf die Suche von Minen am Ankertau und bedingt am Grund optimiert. Der Öffnungswinkel nach vorn lag fest bei nur 60 Grad also kein Panorama möglich. Gelegentlich haben wir bei der U-Bootbegleitung aufgetaucht auf VP mal gepingt, damit auf dem 205/206er keiner einschläft :MZ:

Bis Höhe Arkona sind U-Boote meist aufgetaucht gefahren, westlich davon war das Wasser mit 20 bis 30 meist nicht tief genug um einem tiefgehenden Frachter vertikal auszuweichen.

Herbst 79 oder Frühjahr 80 sind wir mit der 315 Hettstedt mal als Führungsschiff für die UAW-Kräfte der VM gefahren. Chef an Bord war der Brigadechef der 1. Sicherungsbrigade FK U.

Teilgenommen haben die damals ziemlich neuen KSS Rostock und Berlin, sowie ca. 10 U-Jäger Hai. Letztere waren zu dem Zeitpunkt schon ziemlich anfällig und so nach 5 Tagen waren derer nur noch 2 oder 3 im Verband, der Rest mit vermindertem EKZ (Einsatzklarzustand) schon nach Hause. Zieldarstellung machte ein polnisches U-Boot, auf den ein Offizier von unserem Brigadestab aufstieg. Wie man nach Rückkehr des Verbindungsoffiziers aus Gesprächen auf der Brücke mitbekam, wurde das poln. U-Boot mehrmals "vernichtet", selber bekommte man ja über Wasser nichts mit.

Ich selber habe eine Unterwasserverfolgung eines 206er nur einmal mit erlebt. Wir übernahmen dieses im Sommer 81 auf Funkbefehl von einem uns damals vom Typ her unbekannten sowj. U-Jäger (Pauk-Klasse). Sobald dieser außer Reichweite war, tauchte das 206er ab und unsere Hydros versuchten ihn im Sonar zu behalten. Nach so 15-20 Minuten war es weg. Wie üblich unter uns durchgetaucht und bis wir wenden konnten verschwunden. Dieses Manöver kann man natürlich nur in Friedenszeiten fahren. Da mit Ausnahme der RS-Boote jede VM-Einheit auch Wasserbomben mitführen konnte, im V-Fall nicht empfehlenswert.

Allerdings wurde mir auch von einem Fall auf der 312 Eisleben berichtet, bei dem über einen längeren Zeitraum der Kontakt zu einem BM-U-Boot mit gleicher Taktik gehalten werden konnte. Nach dem Durchtauchen schnelles Drehen und pingen, teilweise volle Kraft zurück usw. Die beiden Hydros wurden dafür ausgezeichnet.

Die 12 Hai wurden beginnend ab 1981 durch die 16 wesentlich moderner ausgestatteten Schiffe der Parchim-Klasse abgelöst. Diese hatte zusätzlich ein absenkbares Sonar, um auch in tieferen Salz- und Wärmeschichten genaue Werte zu ermitteln. Allerdings konnte dieses nur im Stand genutzt werden. Die U-Jäger handelten in UAW-Schiffsschlaggruppen (USSG) zu 3-4 Schiffen. Das 4. Schiff war Reserve und fuhr "Riemenrunden" um seine Motoren freizubrennen. flop

Gruss 2M3

Flottenschule Parow 78-79, Ausbildung Ari-leicht, 25mm 2M3/M110 und 30mm AK-230, 79-82 Ari-Maat 1. MSR Abteilung/1. Flottille Peenemünde auf Proj. 89.2 MSR-lang/Kondor-II

Albatros

  • Gast
Sonar, bei der VM  Hydroakustik genannt, war für den Außenstehenden ein Buch mit sieben Siegeln. Die entsprechenden Betriebsräume waren VS, genau wie Funk- und zum Teil Funkmess- und Funkmesswaffenleiträume. Da müsste schon ein Fachmann ran.

Auf MSR-lang wurde m. W. U-Bootsuche mit einem Zieldarstellungs-U-Boot nicht geübt. Allerdings waren die Jungs gelegentlich im Kabinett üben. Unsere Anlage MSG-69 war auf die Suche von Minen am Ankertau und bedingt am Grund optimiert. Der Öffnungswinkel nach vorn lag fest bei nur 60 Grad also kein Panorama möglich. Gelegentlich haben wir bei der U-Bootbegleitung aufgetaucht auf VP mal gepingt, damit auf dem 205/206er keiner einschläft :MZ:

Bis Höhe Arkona sind U-Boote meist aufgetaucht gefahren, westlich davon war das Wasser mit 20 bis 30 meist nicht tief genug um einem tiefgehenden Frachter vertikal auszuweichen.

Herbst 79 oder Frühjahr 80 sind wir mit der 315 Hettstedt mal als Führungsschiff für die UAW-Kräfte der VM gefahren. Chef an Bord war der Brigadechef der 1. Sicherungsbrigade FK U.

Teilgenommen haben die damals ziemlich neuen KSS Rostock und Berlin, sowie ca. 10 U-Jäger Hai. Letztere waren zu dem Zeitpunkt schon ziemlich anfällig und so nach 5 Tagen waren derer nur noch 2 oder 3 im Verband, der Rest mit vermindertem EKZ (Einsatzklarzustand) schon nach Hause. Zieldarstellung machte ein polnisches U-Boot, auf den ein Offizier von unserem Brigadestab aufstieg. Wie man nach Rückkehr des Verbindungsoffiziers aus Gesprächen auf der Brücke mitbekam, wurde das poln. U-Boot mehrmals "vernichtet", selber bekommte man ja über Wasser nichts mit.

Ich selber habe eine Unterwasserverfolgung eines 206er nur einmal mit erlebt. Wir übernahmen dieses im Sommer 81 auf Funkbefehl von einem uns damals vom Typ her unbekannten sowj. U-Jäger (Pauk-Klasse). Sobald dieser außer Reichweite war, tauchte das 206er ab und unsere Hydros versuchten ihn im Sonar zu behalten. Nach so 15-20 Minuten war es weg. Wie üblich unter uns durchgetaucht und bis wir wenden konnten verschwunden. Dieses Manöver kann man natürlich nur in Friedenszeiten fahren. Da mit Ausnahme der RS-Boote jede VM-Einheit auch Wasserbomben mitführen konnte, im V-Fall nicht empfehlenswert.

Allerdings wurde mir auch von einem Fall auf der 312 Eisleben berichtet, bei dem über einen längeren Zeitraum der Kontakt zu einem BM-U-Boot mit gleicher Taktik gehalten werden konnte. Nach dem Durchtauchen schnelles Drehen und pingen, teilweise volle Kraft zurück usw. Die beiden Hydros wurden dafür ausgezeichnet.

Die 12 Hai wurden beginnend ab 1981 durch die 16 wesentlich moderner ausgestatteten Schiffe der Parchim-Klasse abgelöst. Diese hatte zusätzlich ein absenkbares Sonar, um auch in tieferen Salz- und Wärmeschichten genaue Werte zu ermitteln. Allerdings konnte dieses nur im Stand genutzt werden. Die U-Jäger handelten in UAW-Schiffsschlaggruppen (USSG) zu 3-4 Schiffen. Das 4. Schiff war Reserve und fuhr "Riemenrunden" um seine Motoren freizubrennen. flop

Gruss 2M3

Hallo 2M3,

sehr interessante Schilderung..... top
mal sehen was noch so kommt.

 :MG:

Manfred

Offline olpe

  • Kapitän zur See
  • *
  • Beiträge: 1888
Hallo,
das thread-Thema ist interessant - die U-Bootjagd gehörte zu den wichtigen Bestandteilen der VM-Aktivitäten. Hier eine kurze Auflistung der in der VM gebräuchlichen hydroakustischen Anlagen:
AnlagennameNATO-CodeTrägerschiffZweck
_____________________________________________________________________ _________________________
MG-11 TAMIR-10/11Stag HornMLR HABICHT, KRAKEU-Bootsuche
MG-11 TAMIR-11Stag HoofU-Jäger 201MU-Bootsuche
KLA-58... ? ...U-Jäger HAI 12.4U-Bootsuche
KLA-58M... ? ...Minensucher 89.1Minensuche
MG-69 LAN'... ? ...Minensucher 89.2Minensuche
PEGAS-2... ? ...KSS Projekt 50U-Bootsuche
MG-322T ARGUN'-TBull HornKSS Projekt 1159U-Bootsuche
MG-409K... ? ...KSS Projekt 1159Sonarbojenempfänger
MG-322TU ARGUN'-TUBull HornUAW-Schiff Projekt 133.1U-Bootsuche
MG-329M ROS'-K, SHEKSNAFoal Tail, Lamb TailUAW-Schiff Projekt 133.1U-Bootsuche, dipping sonar
MG-329M ROS'-K, SHEKSNAFoal Tail, Lamb TailUAW-Hubschrauber MI-14PLU-Bootsuche, dipping sonar
MG-16 SVIYAGA... ? ...UAW-Schiff Projekt 133.1Unterwassertelefonie
Soweit hierzu ... Die älteren Anlagen waren auch noch auf kleineren Schiffen/Booten eingebaut ... Wechseln von Anlagentypen nach Modernisierungen der Schiffsklassen sind vorgekommen ...
Grüsse
OLPE
« Letzte Änderung: 23 Juni 2013, 16:02:04 von olpe »

Albatros

  • Gast
Klasse das es doch noch weiter geht hier im Thema...... :TU:)
Nun wissen wir dank Olpe welche Anlagen auf den Schiffen waren, ich weiß ja das es schwierig ist etwas zu den Leistungsdaten der Geräte zu erfahren aber vielleicht haben ja Jochen, der erste oder Kaschube noch etwas in der Hinterhand....... :MZ:

 :MG:

Manfred

Offline hillus

  • Kapitän zur See
  • *
  • Beiträge: 1919
Hallo Manfred,

danke für Dein Vertrauen, aber für dieses Specialthema bin ich neublau. Alles was bis 1966 passierte, ist noch einigermaßen im Kopf, aber danach legten sich meine Forschungen fast ausschließlich auf die U-Boote.

Schönen Sonntag!

Jochen :MG:

Offline der erste

  • Fregattenkapitän
  • *
  • Beiträge: 1316
Nee, mein Thema ist das auch nicht.

Offline olpe

  • Kapitän zur See
  • *
  • Beiträge: 1888
Hallo,
hier noch einige Gedanken zu den hydroakustischen Anlagen und deren Wirksamkeit, wobei ich auch die Anlage MGK-335MS PLATINA auf den russischen Kleinen U-Bootabwehrschiffen vom Projekt 133.1M (NATO: PARCHIM-II-Klasse) mit einschließen würde .. diese Schiffe sind vor Übergabe durch Personal der Bauwerft (Peene-Werft Wolgast), Spezialisten des Herstellerwerkes und durch Abnahmestellen/Bauaufsicht nach Prüfprogramm getestet sowie während der Technischen Erprobung des ersten Serienschiffes im Tiefwasserbereich vor Baltiysk (Pillau) gefahren worden.

Die Hydrometeorologie in der westlichen Ostesee ist recht schwierig, Salzwassereinbrüche aus der Sund- und Beltzone sowie Temperaturlinsen erlauben kaum eine homogene Durchmischung des Wassers. Die Folge: unterschiedliche Dichten mit einem nicht unerheblichem vertikalem Gradienten der Änderung von Temperatur und Salzgehalt … Das führt zu unterschiedlichen Unterwasserschallgeschwindigkeiten und damit der Ablenkung des Schalls an horizontalen Sprungschichten. Sich bildende Schattenzonen bzw. ein hoher Anteil von Störungen und Reverberation beeinträchtigen die Unterwasserortung.

Am effektivsten arbeiteten die Anlagen, die einen relativ kurzen und eher leistungsgeminderten Impuls (Ping) in das Wasser senden konnten sowie diejenigen, die den Schwinger auch vertikal nach unten bewegen konnten (KLA-58). Die MG-322T/TU (auf PARCHIM-I) sowie die MGK-335MS (auf PARCHIM-II) besaßen die Möglichkeit einer Leistungsreduzierung bzw. des Sendens eines Nahbereichsimpules, allerdings nicht einer nachhaltigen vertikalen Bewegung der Sendeantennen. In den eher flachen Gewässerbereichen war die Anwendung kurzer Impulse ergebnisfördernder … Starke Impulse führten in der Regel zu doch deutlich wirksameren Störeinflüssen. In tieferen Gewässern änderte sich dieses aber: die Ortungsergebnisse waren – in Abhänigkeit der Hydrometeorologie – deutlich besser.

Die passive Geräuschpeilung der Unterkielanlagen sowie später der absenkbaren Anlagen stellte für die Ortung eine gute Ergänzung dar, bei der vielbefahrenen Ostsee aber nicht immer mit der erwarteten Effektivität.

Aus heutiger Sicht kann man schon sagen, dass die damalige U-Bootsflotte der BM durchaus Chancen hatte, sich durch die UAW-Kräfte der WP-Staaten hindurchzuarbeiten ...

Unten noch einige Bilder (Q: Slg. OLPE).
  • Bedienpult der MG-322T auf einem sowjetischen Schiff. Zu sehen ist der Schirm für die Koordinatenpräzisierung, dahinter der 360°-Ortungsschirm
  • Ausfahreinrichung der Sonarantenne MG-329M (dipping sonar)
  • Sonarantenne der MG-329M noch im Sicherungskorb
  • Sonarantenne der MG-329M kommt frei
  • Sonarantenne der MG-329M schwimmt auf, die Stabilisatoren schwenken aus
Grüsse
OLPE
« Letzte Änderung: 30 Juni 2013, 16:39:22 von olpe »

Offline smutje505

  • Kapitän zur See
  • *
  • Beiträge: 2962
Hallo Olaf man sieht du stehst noch voll im "Stoff" :TU:) :TU:) :TU:) :=D>

Offline RonnyM

  • Boardinventar
  • *
  • Beiträge: 3384
Wenn ich Olpes Bericht so lese, kommen gleich wieder Erinnerungen hoch. 8-)

Es war 1964 vor Norwegen auf der Höhe von Bodoe. Die OPZ war voll besetzt, d. h. Radar, Ari und Sonar waren voll "in Action". Wir machten ca 5 Knoten Fahrt - sogenannte Verschnaufpause. Plötzlich rief der FMO (Wachgänger auf der Brücke) "U-Boot an BB querab" Es tauchte ein - hillus würde sagen Projekt 613 - Boot der Whiskey-Klasse, keine KL entfernt neben der LÜBECK auf. Sofort wurden die obligatorischen Kameras auf die Brücke beordert.

Allerdings hatten die Sonarmixer bis Ende der Reise kein Fuß mehr an Deck bekommen. Klar, nicht nachvollziehbar was die gepingt haben. :?

Jedenfalls waren dort andere Verhältnisse als in der Ostsee... :O/S

Grüße Ronny
...keen Tähn im Muul,
over La Paloma fleuten...

Albatros

  • Gast
Hallo,
hier noch einige Gedanken zu den hydroakustischen Anlagen und deren Wirksamkeit, wobei ich auch die Anlage MGK-335MS PLATINA auf den russischen Kleinen U-Bootabwehrschiffen vom Projekt 133.1M (NATO: PARCHIM-II-Klasse) mit einschließen würde .. diese Schiffe sind vor Übergabe durch Personal der Bauwerft (Peene-Werft Wolgast), Spezialisten des Herstellerwerkes und durch Abnahmestellen/Bauaufsicht nach Prüfprogramm getestet sowie während der Technischen Erprobung des ersten Serienschiffes im Tiefwasserbereich vor Baltiysk (Pillau) gefahren worden.

Die Hydrometeorologie in der westlichen Ostesee ist recht schwierig, Salzwassereinbrüche aus der Sund- und Beltzone sowie Temperaturlinsen erlauben kaum eine homogene Durchmischung des Wassers. Die Folge: unterschiedliche Dichten mit einem nicht unerheblichem vertikalem Gradienten der Änderung von Temperatur und Salzgehalt … Das führt zu unterschiedlichen Unterwasserschallgeschwindigkeiten und damit der Ablenkung des Schalls an horizontalen Sprungschichten. Sich bildende Schattenzonen bzw. ein hoher Anteil von Störungen und Reverberation beeinträchtigen die Unterwasserortung.

Am effektivsten arbeiteten die Anlagen, die einen relativ kurzen und eher leistungsgeminderten Impuls (Ping) in das Wasser senden konnten sowie diejenigen, die den Schwinger auch vertikal nach unten bewegen konnten (KLA-58). Die MG-322T/TU (auf PARCHIM-I) sowie die MGK-335MS (auf PARCHIM-II) besaßen die Möglichkeit einer Leistungsreduzierung bzw. des Sendens eines Nahbereichsimpules, allerdings nicht einer nachhaltigen vertikalen Bewegung der Sendeantennen. In den eher flachen Gewässerbereichen war die Anwendung kurzer Impulse ergebnisfördernder … Starke Impulse führten in der Regel zu doch deutlich wirksameren Störeinflüssen. In tieferen Gewässern änderte sich dieses aber: die Ortungsergebnisse waren – in Abhänigkeit der Hydrometeorologie – deutlich besser.

Die passive Geräuschpeilung der Unterkielanlagen sowie später der absenkbaren Anlagen stellte für die Ortung eine gute Ergänzung dar, bei der vielbefahrenen Ostsee aber nicht immer mit der erwarteten Effektivität.

Aus heutiger Sicht kann man schon sagen, dass die damalige U-Bootsflotte der BM durchaus Chancen hatte, sich durch die UAW-Kräfte der WP-Staaten hindurchzuarbeiten ...

Unten noch einige Bilder (Q: Slg. OLPE).
  • Bedienpult der MG-322T auf einem sowjetischen Schiff. Zu sehen ist der Schirm für die Koordinatenpräzisierung, dahinter der 360°-Ortungsschirm
  • Ausfahreinrichung der Sonarantenne MG-329M (dipping sonar)
  • Sonarantenne der MG-329M noch im Sicherungskorb
  • Sonarantenne der MG-329M kommt frei
  • Sonarantenne der MG-329M schwimmt auf, die Stabilisatoren schwenken aus
Grüsse
OLPE

Hallo Olaf , danke Dir für die interessanten Infos.... top

 :MG:

Manfred

Offline 2M3

  • Oberleutnant zur See
  • *
  • Beiträge: 539
Re: Die U-Jäger der Volksmarine und ihre Ausrüstung mit Sonargeräten
« Antwort #11 am: 29 November 2013, 16:24:38 »
Passt in dieses Thema wohl ganz gut rein.
Kleiner Lehrfilm über die "Arbeitsabläufe" bei der U-Jagd auf einem Projekt 133.1 "Parchim" der VM

--> da lang

Gruss Frank
Flottenschule Parow 78-79, Ausbildung Ari-leicht, 25mm 2M3/M110 und 30mm AK-230, 79-82 Ari-Maat 1. MSR Abteilung/1. Flottille Peenemünde auf Proj. 89.2 MSR-lang/Kondor-II

Offline RonnyM

  • Boardinventar
  • *
  • Beiträge: 3384
Re: Die U-Jäger der Volksmarine und ihre Ausrüstung mit Sonargeräten
« Antwort #12 am: 29 November 2013, 17:21:17 »
Moin Frank,

das kleine 140 MB-Filmchen ist ja sehr interessant. Was mich nur wundert, dass die ganze Übung in deutsch abgelaufen ist. Ich dachte im WP ist russisch die "Umgangssprache" :?

War das ein poln. oder russ. U-Boot :?

Grüße Ronny
...keen Tähn im Muul,
over La Paloma fleuten...

Offline der erste

  • Fregattenkapitän
  • *
  • Beiträge: 1316
Re: Die U-Jäger der Volksmarine und ihre Ausrüstung mit Sonargeräten
« Antwort #13 am: 29 November 2013, 17:35:37 »
Das ist ein sowjetisches U-Boot gewesen. Der Kommandant ist AK (Crew) 75, der GA IV und der GA III Kmdr., Kalle und Dietmar, sind meine und Olpes Crew. Wir waren gemeinsam in Baku (Kalle und Olpe waren auf einer Kammer, 5,5 Jahre lang).
Kommandosprache war schon russisch, aber nicht innerhalb des Schiffes.

Offline Urs Heßling

  • Board Moderator
  • *
  • Beiträge: 13799
  • Always look on the bright side of Life
Re: Die U-Jäger der Volksmarine und ihre Ausrüstung mit Sonargeräten
« Antwort #14 am: 29 November 2013, 18:13:02 »
moin,

Wir waren gemeinsam in Baku (Kalle und Olpe waren auf einer Kammer, 5,5 Jahre lang).
Könntet Ihr, bitte, in einem eigenen Thread einmal mehr (ausführlich) dazu etwas erzählen ?

Gruß, Urs
"History will tell lies, Sir, as usual" - General "Gentleman Johnny" Burgoyne zu seiner Niederlage bei Saratoga 1777 im Amerikanischen Unabhängigkeitskrieg - nicht in Wirklichkeit, aber in George Bernard Shaw`s Bühnenstück "The Devil`s Disciple"