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Autor Thema: Höchste Tauchtiefen von Front-U-Booten, aus denen diese zurückkehrten?  (Gelesen 66225 mal)

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Offline suhren564

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moin,

ich erinnere mich an 2 Bücher, in denen eine Tauchtiefe von 250 m oder mehr erwähnt wurde:
- Wabo-Verfolgung von U 331 (Tiesenhausen) nach Versenkung der Barham am 25.11.1941,
Quelle: Die Wölfe und der Admiral
- Wabo-Verfolgung von U 202 (Poser) am 1.6.1943 durch Walkers 2. Unterstützungsgruppe.
Quelle: Robertson, Jagd auf die Wölfe

Gruß, Urs

Hallo Urs,

dort habe ich dies auch gelesen, aber Frank und Robertson sind für mich keine Garantie für wahrheitsgemäße Angaben!
Gruß Ulf

Nie darf man so tief sinken, von dem Kakao, durch den man euch zieht, auch noch zu trinken.... 
Erich Kästner

Offline t-geronimo

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Ein Auszug aus  --/>/> REPORT ON INTERROGATION OF SURVIVORS FROM U.331

Appendix B

[...]
Tiesenhausen then dived below "Valiant" and went to a great depth, constantly altering course.  No S.B.T. was fitted at that time.  Survivors were not unanimous regarding the depth to which they submerged.  They all said, however, that it was well below 200 metres (656 ft.).  They were sure of this, because the depth-gauge was marked to 200 metres and the needle reached this point only starting to record a lesser depth some minutes after the tanks had begun to be blown.
[...]
Gruß, Thorsten

"There is every possibility that things are going to change completely."
(Captain Tennant, HMS Repulse, 09.12.1941)

Forum MarineArchiv / Historisches MarineArchiv

Offline wirbelwind

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Hallo Thorsten,
vielen Dank für Deine Antwort. Wenn mich meine rudimentären englisch-Kenntnisse nicht täuschen, soll Tiesenhausen also bis 200 m tief getaucht sein. In solch einer Tiefe muß es doch im Boot unheimliche Geräusche gegeben haben. Hat das dann nicht zu einer Fehlortung beim Horcher geführt?
MfG Wirbelwind

Offline t-geronimo

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Wenn ich das richtig verstanden habe, ging der Tiefenmesser oder besser dessen Skala bis 200 m, die Nadel ging aber noch weiter.

Ich war noch nie in solch einer Tiefe, kann mir aber vorstellen, dass man innere und äußere Geräusche gut unterscheiden konnte. Rumpfknacken usw. wurde ja über den Rumpf übertragen während Geräusche "von oben" ja vom Horcher über Hydrophon aufgenommen wurden.
Ich habe ehrlich gesagt keine Ahnung, wie laut Rumpfgeräusche dort waren und ob sie in Filmen halbwegs realistisch dargestellt wurden. Ich kann mich aber auch an keinen Bericht erinnern, in dem von ohrenbetäubenden oder ähnlich lauten Geräuschen berichtet wurde.
Gruß, Thorsten

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Offline Rheinmetall

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Moin, moin !

Hab schon ein paar mal gehört / gelesen, dass die Umgebungsgeräusche mit der Tauchtiefe anstiegen.
So soll ab ca. 160 Metern ein deutlichen knistern / knacken wahrnehmbar gewesen sein sollen.
Auch mein Zeitzeuge von U 703 berichtete bei seinem 290 Meter-Trip von ohrenbetäubenden Lärm durch das knacken der Spanten.

Horrido,

Rheinmetall
Ab Kapstadt ohne Kreiselkompass - Jürgen Oesten, U 861

Online Urs Heßling

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moin,

der schon im "Gudenus"-Thread angegebene Link zum KTB U 427 http://www.uboatarchive.net/U-427KTB.htm enthält am Tag der langen Wasserbombenverfolgung die Angabe "Tauchtiefe "2A+20".

War diese Angabe typabhängig ?

Gruß, Urs
« Letzte Änderung: 21 Februar 2013, 19:13:00 von Urs Hessling »
"History will tell lies, Sir, as usual" - General "Gentleman Johnny" Burgoyne zu seiner Niederlage bei Saratoga 1777 im Amerikanischen Unabhängigkeitskrieg - nicht in Wirklichkeit, aber in George Bernard Shaw`s Bühnenstück "The Devil`s Disciple"

Offline ARANTALES

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Hallo Urs,

Erinnere gelesen zu haben (aber wo?) das "A" steht für eine Tauchtiefe von 80M. Eine Tauchtiefe "2A+20" wurde dann eine Tauchtiefe von 180M bedeuten.

Das "A" wurde verwendet um die Tauchtiefe verschleiert an zu geben. So etwa wie die Quadratangaben die geographische Position verschleierten.

Die Bedeutung von Tauchtiefe "A" war m.e. typunabhängig. Es kommt nicht nur im KTB von U427 vor bei Tauchtiefe-Angaben.

Met vriendelijke groeten,
Walter

Online Urs Heßling

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moin, Walter,

Ja, A = 80 m hatte ich auch in Erinnerung. Danke.

Gruß, Urs
"History will tell lies, Sir, as usual" - General "Gentleman Johnny" Burgoyne zu seiner Niederlage bei Saratoga 1777 im Amerikanischen Unabhängigkeitskrieg - nicht in Wirklichkeit, aber in George Bernard Shaw`s Bühnenstück "The Devil`s Disciple"

Offline wirbelwind

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Hallo,
habe auch schon gegrübelt, was 2A+20 im KTB von U-427 bedeuten. Jetzt weiß ich es. Danke. Als Neuling möchte ich doch nicht so unwissend dastehen weil sich dahinter vielleicht etwas ganz einfaches verbirgt. Deshalb sind solch Infos hilfreich.
MfG Wirbelwind

Offline R.B.

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Der Typ VIIC war bei der Konstruktion für eine Zerstörungs-Tauchtiefe von 250 berechnet worden. Deshalb ging sein Tiefenmesser nur bis 250 Meter. Jedoch waren die damaligen Berechnungsformeln etwas zu vorsichtig. Aus heutigen Nachberechnungen der Festigkeit ergibt sich Zerstörungstiefe von 280...290 Metern, auf die nach entsprechenden Berichten im Krieg auch einzelne Boote durchgesackt sind, ohne dass sie zerstört wurden. Berichte über noch größere Tauchtiefen gibt es dagegen nicht.

Der Typ XXIII war gleichfalls für eine Zerstörungs-Tauchtiefe von 250 berechnet worden. Er hatte jedoch einen neuartigen 8-förmigen Druckkörper, der grundsätzlich weniger fest und viel schwieriger zu berechnen ist. Die Berechnungsgrundlagen bzw. Abschätzungen waren hier zu optimistisch. Zudem reduzierte die komplizierte Druckkörperform und Rohstoffmangel (Mangan für den Stahl, Schweißelektroden) die Qualität der Schweißnähte.

150 Meter sind bei einem Tieftauchtest von U 2324 vor Norwegen, der bis 200 Meter gehen sollte, wohl gerade noch gut gegangen. Jedoch hat sich der Kommandant aufgrund von Druckkörper-Geräuschen geweigert, noch tiefer zu tauchen. Dies hat ihm und seiner Besatzung vermutlich das Leben gerettet.

Nach dem Krieg führte U 2326 mit französischer Besatzung einen Tieftauchversuch durch, der bis 165 Metern Tiefe gehen sollte. Bei diesem Tieftauchversuch ist es mit seiner gesamten Besatzung gesunken. Daraufhin angestellte Nachberechnungen der Festigkeit sollen nach einer französischen Website nur eine maximale sichere Tauchtiefe von 150 Metern und eine Zerstörungstiefe von 160 Metern ergeben haben. Das ist ein ganz erheblicher Konstruktionsfehler.

Beim Typ XXI gab es vermutlich ähnliche Probleme: Er war für 337,5 Meter Tauchtiefe berechnet bzw, geschätzt worden, jedoch waren die Berechnungsgrundlagen des neuartigen 8-förmigen Druckkörpers unsicher.

Siehe hierzu auch (ganz neue Quelle):
http://www.ssi.tu-harburg.de/doc/webseiten_dokumente/ssi/veroeffentlichungen/Festschrift_100_Jahre_Grim.pdf

Hinzu kam eine schlechte Qualität der Schweißnähte, die mit der komplizierten Druckkörperform und Rohstoffmangel (Mangan für den Stahl, Schweißelektroden) zusammenhing. Auch hier könnten die im Krieg erst nach Druckkörperverstärkungen erreichten 220 Meter Tauchtiefe nur knapp über der äußersten Tauchtiefe gelegen haben. Bei einem vermutlich von den Alliierten beauftragten Test in Deutschland ist ein großes Modell des XXI-Druckkörpers bei simulierten 270 Metern Tauchtiefe kollabiert.

Die Festigkeit der einzelnen Boote soll wegen zu großer Maßabweichungen bei der Fertigung der einzelnen Druckkörpersegmente, die auch deshalb nicht richtig verschweißt werden konnten, sehr unterschiedlich gewesen sein.
« Letzte Änderung: 18 März 2013, 01:26:31 von R.B. »

Offline Schorsch

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Hallo R.B.!

Der Typ VIIC war bei der Konstruktion für eine Zerstörungs-Tauchtiefe von 250 berechnet worden. Deshalb ging sein Tiefenmesser nur bis 250 Meter.
(...)

Gibt es für die (hervorgehobene) Behauptung fotografische Belege? Alle Abbildungen von Skalen der Tiefenmesser der Typ VII C-Boote, die ich kenne, haben als größten Wert 200 m.

Mit freundlichen Grüßen
Schorsch
'Judea, London. Do or Die.'

Offline Rheinmetall

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Moin, moin zusammen !

Ich kenne auch nur diesen berühmten Tiefenmesser hier, welchen ich seiner Zeit bei den Bavaria-Filmstudios im "Boot" fotografiert habe.



Dieser hat als Maximaltiefe die Ziffer 260 Meter.
Tiefenmesser welche lediglich nur bis 200 Meter gingen, sind mir ebenfalls unbekannt.

Viele Grüße,

Rheinmetall
Ab Kapstadt ohne Kreiselkompass - Jürgen Oesten, U 861

Offline Peter K.

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Zitat
Tiefenmesser welche lediglich nur bis 200 Meter gingen, sind mir ebenfalls unbekannt.


... guckst du z.B. hier:
Tiefenmesser von U 995
Uboot-Tiefenmesser von 1942 (ebay-Angebot)
Grüße aus Österreich
Peter K.

www.forum-marinearchiv.de

Offline Rheinmetall

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Hallo Peter !

Danke für die beiden Links, man(n) lernt eben nie aus.  :wink:
Gehört demnach der Tiefenmesser von "Das Boot" ins Reich der Fiktion ?

Viele Grüße,

Rheinmetall
Ab Kapstadt ohne Kreiselkompass - Jürgen Oesten, U 861

Offline wirbelwind

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Hallo,
wieder was dazu gelernt. Trotzdem, wenn ich in betracht ziehe, dass nach vielen Jahren nicht mehr alles exakt ist, wie kommen die Veteranen dazu anzunehmen aus einer Tiefe von 260m (U 331 v.Tiesenhausen) zurückgekehrt zu sein :?Freyer schreibt in seinem Buch dazu, dass der dafür zuständige Maat nach Einschalten der richtigen Manometergruppe, das Tiefenmanometer Endstellung anzeigte und damit das Boot  mind. 260 m tief getaucht war. Also Fake :?
MfG Rüdiger