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Autor Thema: Kieler Bucht , deutlich mehr Munition aus dem WK II nachgewiesen.  (Gelesen 30012 mal)

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Offline bettika61

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Re: Lübecker Bucht Sprengköpfe FI 103 ("V1" )
« Antwort #90 am: 31 Oktober 2016, 14:14:08 »
Hallo,
in der Nähe von Niendorf/Ostsee ging einem Fischer der Raketenkopf einer FI 103 ("V1") ins Netz
Zitat
Nachdem die „Manuela Hauswald“ am Sonntag im Hafen festgemacht hatte, übernahmen Polizei und Spezialkräfte das Kommando. „Der Kampfmittelräumdienst rückte aus Groß Nordsee an“, bestätigte gestern ein Sprecher des Landeskriminalamts (LKA) in Kiel, das in solchen Fällen zuständig ist. Bei dem ungewöhnlichen Fang handelt es sich, anders als am Sonntag zunächst von der Leitstelle angegeben, nicht um einen Torpedo- Sprengkopf, sondern laut LKA vielmehr „um den Rest eines V-1- Sprengkopfes“. http://www.ln-online.de/Lokales/Ostholstein/Munitionsfund-Statt-Dorsch-200-Kilo-Rakete-im-Netz

Dies war nicht der 1. Fund in der Lübecker Bucht, bereits 2011 waren 6 Sprengköpfe gefunden worden
Zitat
...Entdeckt wurden die Überreste der sogenannten Vergeltungswaffe V1 während der Suche nach angeblich 1961 in der Lübecker Bucht versenkten Gasflaschen. "Sie stammen vermutlich aus einer Munitionsfabrik in der Nähe von Lübeck oder aus der Heeresversuchsanstalt Peenemünde auf der Insel Usedom", sagt Böttcher. Dort wurde während des Zweiten Weltkrieges die von den Nazis als Wunderwaffe propagierte V1 entwickelt. "Möglicherweise wurden die Sprengköpfe von dort kurz vor Kriegsende nach Schleswig-Holstein gebracht, um sie vor den russischen Truppen in Sicherheit zu bringen. Bei Kriegsende wurden sie jedenfalls von den Briten sichergestellt und auf deren Anweisung in der Ostsee verklappt. Das hat ein Militärhistoriker für uns recherchiert", sagt Böttcher....
http://www.abendblatt.de/region/article108158807/Unterwassersprengung-Luftsack-soll-Wale-schuetzen.html
Britische Versenkung halte ich für möglich, an der Herkunft Peenemünde oder Lübeck habe ich meine Zweifel.
Grüße
Beate

„Wer sich nicht an die Vergangenheit erinnern kann, ist dazu verdammt, sie zu wiederholen.“ George Santayana

Offline bettika61

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Re: Senfgas Kleiner Belt
« Antwort #91 am: 05 November 2016, 23:27:37 »
unter dem Stichwort "Senfgas in der Flenbsurger Förde" habe ich bereits an anderen Stellen zu diesem Thema berichtet
Stefan Nehring hat das Thema in Waterkant 2012 unter der Überschrift
"Codename »Spaten« – Giftgas in der Flensburger Förde" publiziert. http://www.stefannehring.de/downloads/226_Nehring-2012_Waterkant-1-12_giftgas-flensburg.pdf

Die AG "Munition im Meer" hat das Thema und darauffolgende Untersuchungen in der Fortschreibung 2012 und 2013 aufgenommen http://www.schleswig-holstein.de/UXO/DE/Bericht/Bericht_node.html und damit die Recherchen von Nehring  bestätigt
Hallo,
das http://besaettelsesmuseumfyn.dk/ hat dazu ein "passendes Fundstück".
Ein Senfgasbombe KC 250 wurde in Südfünen bei Bojden gefunden vermutlich bei Kriegsende. Die Untersuchung erbrachte, das sie leer war. So oder ähnlich hat mir eine Museumsmitarbeiterin den Text erläutert. Dabei handelt es um eine Expertise des "Sovaernets Fromandskorps EOD"
(Kampfmittelräumer dänische Marine  :?)
Vielleicht kann das ein dänischkundiger hier genauer  :-) übersetzen.

Dieser Fund befindet sich weit außerhalb des ausgewiesenen Versenkungs-und Sperrgebietes
http://www.schleswig-holstein.de/DE/UXO/Berichte/PDF/Karten/karte_3.pdf?__blob=publicationFile&v=2

Aus dem Text von Nehring:
Zitat
Korvettenkapitän Kurt Jäckel vom Führungsstab der Bundesmarine wurde beauftragt,
alle vorhandenen Erkenntnisse zusammenzutragen und zu bewerten. Am 5. Dezember
1969 legte Jäckel seinen Untersuchungsbericht vor (4).Darin stellte er unter anderem fest, dass »ca.
5000 t Gasmunition und ca. 600 t V1-Geschosse von 3 Schiffen in 7 Fahrten« vor dem Südausgang
Kleiner Belt versenkt worden seien.....
»Die Granaten wurden von Hand über Bord geworfen und die Bomben in den Kisten aus dem Laderaum gehievt und über die Reling gekippt. Da die Kisten ziemlich wasserdicht waren, trieben sie noch längere Zeit an der Oberfläche.« So verwundert es auch nicht, dass 14 Jahre später, 1959, eine dieser 250 Kilogramm
schweren Gasbomben bis an den Strand der dänischen Insel Ærø gelangte, wo sie umgehend
gesprengt wurde. Jäckel führte weiter aus, dass nach Aktenlage de Gasmunition und die V1-Waffen noch
im Versenkungsgebiet lagerten. Ungeklärt sei jedoch, um welche Arten von Gasmunition es
sich handele....
Zu einer Beseitigung kam es bekanntermaßen bis heute nicht....
Zwischenzeitlich weiß man auch "offiziell" das Senfgasmunition dabei war.

Grüße
Beate

„Wer sich nicht an die Vergangenheit erinnern kann, ist dazu verdammt, sie zu wiederholen.“ George Santayana

Offline bettika61

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Re: Kieler Bucht , deutlich mehr Munition aus dem WK II nachgewiesen.
« Antwort #92 am: 11 April 2017, 22:53:35 »
Hallo,
die Fortschreibung 2016 von "Munition im Meer " wurde vorgestellt
http://www.shz.de/regionales/bericht-zur-munitionsbelastung-im-meer-264-funde-in-nord-und-ostsee-id16558731.html
Die Arbeit des letzten Jahres ging eher geräuschlos voran, "business as usual", gewollt?
http://www.schleswig-holstein.de/DE/UXO/Berichte/PDF/Berichte/ae_blano_fortschritt2016.html;jsessionid=3648D299939BEBE4E90BDDA3A746CEE8

Die Minenräumung hat sich verlagert auf den Kiel–Ostsee-Weg (nordwestlich Fehmarn) und Lübeck–Gedser-Weg (ostwärts Fehmarn) mit bisher gefundene 36 englischen Grundminen.
Zitat
September und Dezember2016,
Gewässer um Fehmarn Im Rahmen von Manövern findet die Marine Grundminen und Torpedos auf den Seewegen Kiel–Ostsee-Weg (nordwestlich Fehmarn) und Lübeck–Gedser-Weg (ostwärts Fehmarn):
Ein Torpedokopf wird am 23.11.2016 auf dem Lübeck–Gedser-Weg gesprengt; die 84 minenverdächtigen Kontakte werden durch den Kampfmittelräumdienst, NATO-Kräfte und den Wracksuchdienst des Bundesamtes für Seeschifffahrt und Hydrographie überprüft. Dabei werden 36 Kontakte nordwestlich Fehmarn als englische Grundminen identifiziert. In der Folge werden 25 Minen durch Einsatztaucher des Kampfmittelräumdienstes Schleswig-Holstein sprengtechnisch entschärft. Mitte Dezember identifizieren Mitglieder der NATO-Einsatzgruppe SNMCMG 18dort weitere 28 Kontakte im Rahmen einer internationalen Einsatzübung. Alle Objekte an den überprüften Positionen sind ungefährlich. Die Arbeiten werden fortgesetzt

Nicht wirklich überraschend , höchstens der Zeitraum , seitdem die Information schon vorlag.
Zitat
19. Mai, Flensburger Förde, Neukirchengrund – KRD SH verlagert zwei Marschflugkörper Fi 103 „V1“, welche erstmals im Oktober 2010  durch die Bundeswehr dokumentiert wurden, in das MVG Kolberger Heide (siehe Abbildung 1.5).


Wer glaubt, das man sich endlich mit dem Thema Finanzierung auseinandersetzt, wird desillusioniert
Zitat
Am 16.11.2016 trat die „Richtlinie über die einmalige finanzielle Unterstützung der Länder durch den Bund für die Beseitigung ehemals alliierter Kampfmittel (Weltkriegsmunition) auf nicht bundeseigenen Liegenschaften“ in Kraft. Zu diesem Zweck waren im Zuge parlamentarischer Beratungen Finanzmittel in Höhe von 60 Mio. Euro bereitgestellt worden. Die Beseitigung von Munition im Meer ist jedoch nach Nr. 1 Abs. 3 Buchstabe c) von der Anwendung der Richtlinie ausgeschlossen
[Hervorhebung von mir)
Grüße
Beate

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Offline bettika61

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Sylt: deutsche Fliegerbombe an der Hörnum Odde
« Antwort #93 am: 20 April 2017, 09:51:28 »
Hallo,
an der Hörnum Odde wurde eine Bombe freigespült und vom KMRD gesprengt, etwas überraschend , es handelte ich um eine deutsche Fliegerbombe. In der Nähe befand sich der Seefliegerhorst Hörnum.

Zitat
An der Hörnum Odde musste gestern eine Fliegerbombe aus dem Zweiten Weltkrieg kontrolliert gesprengt werden. Das hochexplosive, zirka 500 Kilogramm schwere Ungetüm war am Vortrag von Urlaubern gefunden worden. „Die Bombe lag unmittelbar an der Abbruchkante einer Düne und wurde im Laufe der Zeit durch die Gezeiten freigespült“, ...
..Zunächst wurde vermutet, dass die Bombe über Hörnum von alliierten Luftstreitkräften zum Ende des Zweiten Weltkriegs abgeworfen wurde, um die Flakstellungen zu zerstören, deren Überreste sich noch heute in den Dünen der Odde befinden. Vor Ort stellte sich jedoch heraus, dass es sich um eine Fliegerbombe deutscher Bauart handelt. „Warum sie gerade dort ausgeklinkt wurde, ist nach so langer Zeit schwer bis gar nicht mehr zu klären“, .....
http://www.shz.de/lokales/sylter-rundschau/bombenfund-an-der-hoernum-odde-id16620756.html
Grüße
Beate

„Wer sich nicht an die Vergangenheit erinnern kann, ist dazu verdammt, sie zu wiederholen.“ George Santayana