Vorpostenboot versenkt Zerstörer

Begonnen von Zerstörerfahrer, 29 April 2006, 12:45:19

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Zerstörerfahrer


Lutscha

Naja, also wenn ich mir die Seite so ansehe... O_o
Das ist ja barer Unsinn, wenn das stimmen würde, hätten SIE ja recht!

Typisch deutsche Argumentationsweise.

Spee

Servus

Thomas

Suicide Is Not a War-Winning Strategy

Huszar

Im LDW gibts den:

Martienssen

SChon die EK wurden mW nur nach genauester Prüfung verliehen, und dann das RK erst!

Entweder hat der Herr M die ganze Crew zum Saufen eingeladen, oder da wurde wirklich was versenkt, oder zumindest zusammengeschossen.

Im KTB des OKW finde ich nix - was eigntlich nicht viel bedeutet, da das 1944 mehr, als lückenhaft aufgezeichent wurde.

mfg

alex
Reginam occidere nolite timere bonum est si omnes consentiunt ego non contradico
1213, Brief von Erzbischof Johan von Meran an Palatin Bánk von Bor-Kalán

Mario

ZitatWas mich an der Sache am meisten wundert, das die Autoren von dem Buch diese Aussagen so übernommen haben, ohne sie nachzuprüfen.
Naja, ist doch klar. Die schreiben ein Buch, wollen es möglichst oft verkaufen und müssen die Seiten irgendwie voll kriegen. Wenn ich mir überlege, wieviel Bücher hier bei mir auf dem Regal stehen, die kaum zum Ofen heizen taugen ...  :cry:

Die Internetsite der Würtembergischen Landesbibliothek basiert meines Wissens auf die Arbeiten von Herrn Rohwer, einem allseits anerkannten Marinehistoriker. Natürlich ist er nicht unfehlbar, aber sicher doch seriöser einzuschätzen, als irgendwelche Autoren.
Ich hoffe, ich liege mit meiner Ansicht nicht falsch.

Zerstörerfahrer

Ich hab mal in Balsis Forum nachgefragt, aber die wissen ausser den Angaben aus dem obigen Buch auch nichts.
Anscheinend hat sich wohl noch niemand die Mühe gemacht, das mal nachzurecherchieren.

Thomas

Hallo,

habe mal im KTB der SKL, Band 58 II nachgeschlagen. Der Sachverhalt wird erwähnt, als Beschießung des Zerstörers am Rande/in einer gelegten Nebelwand dargestellt. Der Zerstörer soll einen Rammversuch gegen das M-Boot unternommen haben. Er sei rückwärts insbesondere von der 8,8cm  ca. 15min beschossen worden, habe gestoppt und hat gebrannt. Das VP-Boot habe gefechtsklar den Hafen erreicht.

Das RK wurde am folgenden Tag "auf Beschluß" Hitlers verliehen. Vielleicht muss man das vor dem Hintergrund der schwierigen Situation in der Abwehrwehrschlacht Normandie sehen. Die RK-Verleihung wurde an die Dienststellen der Gruppe West gemeldet - Durchhaltepropaganda?

Grüße
Thomas

Huszar

Irgendwas müsste doch geschehen sein, als Propaganda hätte es auch weit pausiblere Verliehungen geben können (die T- und S-Bootangriffe gegen den Brückenkopf zB).


mfg

alex
Reginam occidere nolite timere bonum est si omnes consentiunt ego non contradico
1213, Brief von Erzbischof Johan von Meran an Palatin Bánk von Bor-Kalán

Zerstörerfahrer

Danke Thomas, das du mal im KTB nachgesehen hast.
Einen versenkten Zerstörer können wir ja nun nicht nachweisen, aber wie siehts mit einem am 27./28.06.1944 beschädigten Zerstörer aus ?
Jemand eine Idee ?

Zerstörerfahrer

Alex ( Huszar ) hat im Panzer-Archiv-Forum mal nachgefragt und ein Thomas ( cpa95 ? ) hat dies hier geantwortet :
ZitatHallo,

da es sich um die beiden DD Eskimo und Huron handelte, folgendes gefunden:

"On the next patrol which took place on 27/28 June, a 3 inch shell fired from a German trawler hit ESKIMO in No 1 Boiler Room. She lost all steam and electric power, but continued to fire while HMCS HURON circled her with smoke. ESKIMO managed to steam back to Plymouth at 20 knots using only one boiler. As the winter of 1944 approached, there was little work for Tribals in Home waters, so it was decided to send them to the Far East to join the Australian Tribals in the final defeat of Japan. She left for the Indian Ocean by way of the Mediterranean but it was soon realized that the Tribals had been 'arcticized' so they could operate in freezing temperatures. In the Tropics, the temperature in the galley could reach 160 degrees, and no ship ever received water coolers. ESKIMO was refitted to make her more hospitable for work in hot, humid, climates."

http://hmcshaida.ca/eskimo.html

Dann noch:
"On 27 June, in the Bay of Biscay, HMCS
Huron and HMCS Eskimo took on a sweeper
and two armed trawlers. Not in the least
daunted by the size of our ships, the Third
Reich crews greeted them with sustained
fire from their three-inch guns. After the
sweeper flared like a torch and sank, the
trawlers ducked behind a smoke screen and
enlisted the protection of the shore batteries.
Although the two destroyers escaped
lightly, HMCS Eskimo deplored the damage
done to its machinery and radar."

Daneben: Result reports: http://www.jproc.ca/iroquois/results.html

Sowie: http://www.bbc.co.uk/ww2peopleswar/stories/75/a7823775.shtml
"A few nights later while on patrol off the French coast with the other Canadian Tribal Class destroyer HMCS Huron, we contacted and attacked a small enemy convoy. It was early on the Wednesday morning of June 28th at about 0100 hours when the first contact was made, The short sharp engagement that ensued involved our smaller guns ( armament ) with our twin power-operated Oerlikons situated on X gun deck these being an integral part of the action.

The effects of tracer bullets on a dark night being directed at 'you personally' - or so it seemed to me — was one of wonderment at their beautiful trajectory mingled with mesmeric fear as these 'shooting stars' approached and whizzed overhead on their mission of death — a terrifying experience!

Our starboard Oerlikon gunner who could not bring his gun to bear, but whose back was exposed to crossfire from the port quarter, was found slumped over his controls at the end of the action. He was fortunately alive and a victim of shrapnel and along with two others was transferred to hospital by a waiting ambulance as we arrived back in Plymouth later in the morning.

The amazing outcome of this encounter proved to be that the Eskimo and the Huron had sunk a German merchantman and both its escorting trawlers with only slight damage to themselves. Our port gunner was awarded a 'Mention in Dispatches' for his part in this action."

Grüße
Thomas

Da meine Englischkenntnisse verdammt schlecht sind, weiss ich nicht, in wie fern uns das weiterhilft.  :?:

Zum selber nachlesen : http://forum.panzer-archiv.de/viewtopic.php?t=4698

Thomas

Hallo Z-fahrer,

stimmt schon, das bin ich.  :lol:
Daraus geht jedenfalls mal hervor, dass ESKIMO beschädigt worden ist und das Gefecht wohl ein ziemliches Handgemenge darstellte. Eine Versenkung auf allierter Seite hat es nicht gegeben.

Grüße
Thomas

Frontline

Fragt doch mal Lothar Günter Buchheim , der ist in seinem 2. Buch "Die Festung " darauf eingegangen.

mfg matthias

Zerstörerfahrer


Zerstörerfahrer

Moin Moin,

ich kram mal diesen Thread wieder raus, weil sich mir nun auch eine dt. Quelle aufgetan hat.
Ich hab mir " Die Kriegsmarine, Deutsche Marine-Zeitung " eine kommentierte Auswahl abgeschlossener, unverändeter Beiträge aus der propaganda-Zeitschrift der dt. Kriegsmarine zugelegt.

Damit wurde mir klar, dass das Kapitel " Vorpostenboot versenkt Zerstörer " aus dem Buch " Seekrieg im Ärmelkanal " einfach nur aus der Marine-Zeitung ( Heft 17/18 1944 ) abgeschrieben ist. Warum die Autoren dies nicht deutlich zum Ausdruck bringen , ist mir dabei völlig unklar, ensteht doch so der Eindruck, als wäre tatsächlich ein Zerstörer versenkt worden.
Im 5. Band der kommentierten Ausgabe der " Marine-Zeitschrift " steht dazu im Anhang als Kommentar :
Der brit. Zerstörer Eskimo und der kanadier Huron stiessen in der Nacht zum 28.Juni 1944 nordwestlich St. malo auf drei dt. Hilfsschiffe und versenkten M 4260, einen früheren franz. Fischlogger, und V 213, einen ehemaligen Fischdampfer. Das Vorpostenboote V 203 ( Oblt. z.S. Ekko Martinsen ) kam in künstl. Nebel nahe an die Eskimo heran und konnte ihr mehrere Treffer beibringen. Einer davon ging in den Kesselraum I, ein anderer zerschlug die Hauptdampfleitung, so dass Eskimo nach Ausfall der Stromversorgung stoppen musste.
Radar und Geschütze fielen ebenso aus . Huron lief heran und legte Rauchschleier, bis die Maschinen der Eskimo wieder soweit klar waren, dass das Schiff mit 6 kn ablaufen konnte.
Die Schäden waren rasch behoben, Eskimo konnte bereits einige Tage später wieder eingesetzt werden. Als Nachwirkung der Kampfschäden vom 29. Juni hatte der Zerstörer in der nacht zum 2. Juli vor Ushant Radarausfall und Ruderhavarie. Es kam zu einer Kollision mit dem Zerstörer Javelin, auf dem 5 Seeleute getötet wurden. Eskimo wurde am Bug stark beschädigt und musste in die Werft.




Huszar

Wie einfach die kompliziertesten Sachen doch sein können...  :-D


mfg

alex
Reginam occidere nolite timere bonum est si omnes consentiunt ego non contradico
1213, Brief von Erzbischof Johan von Meran an Palatin Bánk von Bor-Kalán

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