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Autor Thema: Besuch im Militärhistorischen Museum der Bundeswehr in Dresden  (Gelesen 3350 mal)

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Offline Big A

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Besuch im Militärhistorischen Museum der Bundeswehr in Dresden

Mitte September hatte ich im Rahmen der Politischen Bildung die Gelegenheit, die Baustelle des „Militärhistorischen Museums des Bundeswehr“ in Dresden zu besuchen. Obwohl das Gebäude offiziell gesperrt ist, da massive Umbauarbeiten stattfinden, konnte unsere Gruppe das Gebäude besichtigen.
Zur besseren Orientierung empfehle ich einen Blick auf die Webseite www.mhm.bundeswehr.de
Von moderner Architektur habe ich zwar wenig bis gar keine Ahnung, der Entwurf zum Umbau von Daniel Liebeskind ist jedoch bemerkenswert. Der in das Gebäude hineingebaute Glaskeil zeigt mit seiner Spitze auf die Stelle, an der im Februar 1945 die ersten Bomben auf Dresden fielen, die Dreiecksform auf eine Karte projiziert entspricht in etwa dem Bereich der größten Zerstörungen.
Durch die Keilform werden spannende und interessant Ausstellungsflächen geschaffen, deren Konzepte in einem sehr guten Vortrag durch einen der militärischen Mitarbeiter eingehend erläutert wurden.
Es wird eben nicht ein „Museum der Bundeswehr“, sondern vielmehr ein militärhistorisches Museum, welches viele Aspekte von Militär und Gesellschaft in Deutschland beleuchtet. Erwähnenswert hier sind z.B. Militär und Mode (Ursprung der rechten und linken Schuhe im Preußischen Uniformwesen, die Jacke von Jimi Hendrix oder Ray Ban Fliegerbrillen), Leiden und Krieg, Militär im Alltag (z.B. Karussell – Karossen, Spielzeug etc), Fundstücke heute wie ein Stück Bürgersteig aus Dresden, dessen Löcher Reste von nicht gezündeten Stab-Brandbomben sind und vieles mehr wie u.a. Kriegstiere.
Dazu kommen auch Installationen, welche die Brutalität und den Schrecken des Krieges verdeutlichen sollen.
Im Gebäude befindet sich z.Zt. außer dem hinter einer Holzwand geschützten „Brandtaucher“ noch kein Exponat (er würde bei fertiger Fassade nicht mehr eingebracht werden können), die Baustelle gab aber einen lehrreichen Einblick. Ich denke, bei der Eröffnung am 14.10.2011 wird Dresden um ein hochinteressantes und hervorragend konzipiertes Museum bereichert werden.
Das Konzept ist, Gerät / Exponate z.T. so zu zeigen, „wie sie sind“, also durchaus rostig wie sie geborgen wurden oder aus dem Einsatz kamen.
Interessant auch, dass die NVA durchaus besser als die Bundeswehr war, was das Sammeln von „Belegexemplaren“ der Technik betraf, es ist manchmal recht schwierig, relativ neues Gerät der BW als Ausstellungsstück zu bekommen, oft geht das nur über persönliche Beziehungen. Nur als kleines Beispiel sei erwähnt, dass es ziemliche Schwierigkeiten machte, Fahrzeuge der BW mit Kennzeichen zu bekommen. (Die sind schließlich registriert!)
Im Anschluss an die Museumsbesichtigung hatten wir dann noch die seltene Gelegenheit, die auf der gegenüberliegenden Seite befindlichen Depots des Museums zu besuchen. In zwei großen Hallen, die durch einen riesigen (14.000 m² großen) Keller verbunden sind befinden sich rund 1 Millionen Exponate, darunter ausreichend Waffentechnik, um einen mittleren Putsch durchzuführen. Als Dienststelle der Bundeswehr hat dieses Museum da natürlich hervorragende Möglichkeiten der Aufbewahrung und des Zugriffs auf Exponate. Hier ist alles zu finden, von Pferdegespannen über WK II Fahrzeuge bis hin zu modernster Technik und Fahrzeuge aus den Einsätzen, welche bei Angriffen beschädigt wurden.
Im Folgenden will ich ein paar Bilder einstellen, um Euch ein wenig den Mund wässrig zu machen und zu einem Besuch ab Oktober nächsten Jahres zu animieren.
Die ersten sechs zeigen in der Reihenfolge:

1.   Modell der „Bismarck“, ausgelagert in einem Seitengebäude
2.   Blick in ein Seitengebäude mit Ausstellungsstücken
3.   Schiffsglocken im Seitengebäude
4.   Säulengang im alten Gebäudeteil
5.   Erdgeschoss unter dem Keil
6.   Keilspitze mit Blick auf Dresden

Mehr folgt

Axel

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Offline Big A

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Re: Besuch im Militärhistorischen Museum der Bundeswehr in Dresden
« Antwort #1 am: 12 Oktober 2010, 11:55:03 »
Bilder Teil 2

7. zeigt eine 40 mm Doppellafette der Deutschen Marine (damit habe ich selbst schon geschossen)
8. Blick in eine Depothalle mit ordentlich Eisen
9.-11. Wehrmachtstechnik
12. etwas maritimes im Depot

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Offline Big A

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Re: Besuch im Militärhistorischen Museum der Bundeswehr in Dresden
« Antwort #2 am: 12 Oktober 2010, 11:59:34 »
Bilder Teil 3

13. NVA Schnellboot im Freigelände
14. Kampf-Trabbi
15. und 17. aus der Ostsee geborgene Torpedoteile
16. in AFG zerstörtes geschütztes Fahrzeug (keine Personenschäden)
18. Teile der Torpedosammlung
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Offline Big A

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Re: Besuch im Militärhistorischen Museum der Bundeswehr in Dresden
« Antwort #3 am: 12 Oktober 2010, 12:02:27 »
Bilder Teil 4

19. Teil der Minensammlung
20. ein wenig Schiffsartillerie
21. Entwicklungsträger der Deutschen Marine für einen Geräteträger zur Datenerfassung bei Torpedoschießen usw.
22. altes Torpedorohr

Das war's!

Fahrt mal hin!

Axel
« Letzte Änderung: 12 Oktober 2010, 12:55:05 von Big A »
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Offline RonnyM

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Re: Besuch im Militärhistorischen Museum der Bundeswehr in Dresden
« Antwort #4 am: 12 Oktober 2010, 12:22:42 »
...Mensch Axel, dass ist ja wirklich "Jacobs Krönung" :MZ: top

Will sowieso mal wieder auf die Bastei - aber dann mit Museum :-D

Grüße Ronny
...keen Tähn im Muul,
over La Paloma fleuten...

Offline Q

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Re: Besuch im Militärhistorischen Museum der Bundeswehr in Dresden
« Antwort #5 am: 12 Oktober 2010, 14:15:11 »
War wohl ein reine Interne BW Veranstaltung, sonnst haette ich bei naechtser Gelegenheit gerne auch mal bei sowas mitgemacht. Einen Depotbesuch des Technikmuseuums in Berlin kann ich bei entsprechender Nachfrage auch organisieren.

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Offline Big A

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Re: Besuch im Militärhistorischen Museum der Bundeswehr in Dresden
« Antwort #6 am: 12 Oktober 2010, 14:38:52 »
Ja, war im Rahmen der Politischen Bildung, wir waren mit dem Dezernat dort.
Aber ab Oktober 2011 ist zumindest das Museum wieder für alle Besucher offen, das Depot aber soweit ich weiß nur auf Anfrage für kleine Gruppen.

Axel
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Offline Schappi1976

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Re: Besuch im Militärhistorischen Museum der Bundeswehr in Dresden
« Antwort #7 am: 12 Oktober 2010, 15:13:12 »
Oh ja, das MilHistMuseum...oh wie war das damals schön... Hatte 2004 ein vierwöchiges Praktikum in der Restauration... Ich hatte das Glück die russische 37mm-Doppelflak restaurieren zu dürfen. Habe es leider nicht bis zur Fertigstellung geschafft, da das Praktikum dann zu Ende war:( Aber es war eine sehr schöne Zeit im Museum und mit den Mitarbeitern...

Da fällt mir auch ne kleine Story ein....
Ich hatte ja in der Offiziersschuele genächtigt. als Soldat ging das... nebenan die ganzen Offiziersschüler und ich von der Marine....
Das Mittagsmahl hatten die zivilen Mitarbeiter und ich zusammen in der Offz-schule eingenommen... So oft wie dort wurde ich noch nie gegrüßt. Dabei war ioch damals nur OSG :))
Ich hatte mein BGA an ( ups habe ich das jetzt wirklich geschrieben ??? ), natürlich mit goldenen Dienstgradabzeichen... Auch Stabsoffiziere des Heeres haben mich schon aus weiter Ferne gegrüßt, sie dachten wohl ich bin etwas besonderes (vielleicht Admiral)... Soviel nur zum Thema Wir sind eine Armee und man kennt die Abzeichen der anderen TSK... Aber wir haben uns alle köstlich amüsiert;)
Wie sagt man doch so schön...Seit wann grüßt Gold zuerst Silber... Man mag es wirklich kaum glauben, welchen Nachholbedarf unsere TSK´s haben...

Jedoch am ersten Tag bekam ich vom stellvertretenden Dienststellenleiter des Museums gleich Ärger....
Wir waren auf dem Weg zur Offiziersschule als wir bei besagtem Major, welcher gerade rauchend auf dem Museumsgelände stand, vorbei kamen. Dummerweise habe ich ihn nicht mit der Hand gegrüßt, sondern ihm nur ein freudiges „Mahlzeit“ entgegengebracht….
Major: „Herr Oberstabsgefreiter, haben Sie nicht etwas vergessen??!!“
Ich: Nein Herr Major, ich habe doch freundlich eine gute Mahlzeit gewünscht.
Major: Herr Oberstabsgefreiter, sie wollen mir doch wohl nicht erzählen, dass bei der Marine nicht gegrüßt wird?!?!
Ich: Herr Major, bei der Marine wird nur die Flagge auf den Schiffen gegrüßt und an Schulen…
Major. Das glaube ich ja wohl nicht, wir haben alle dies selben Vorschriften…!!!
Ich: Jawohl, Herr Major, (militärisch grüßend) und auf ging es zum essen.

Dabei war es nicht einmal Absicht von mir, ihn nicht zu grüßen, aber in all den Jahren hatt man sich so daran gewöhnt….
Zwei Wochen später, kam ein Vorauskommando vom Verteidigungsministerium vorbei. Herr Struck hatte sich ein paar Wochen später angesagt…
Als Leiter des Kommandos war ein Fregattenkapitän dabei… Da dachte ich so insgeheim, jetzt werde ich dem Major mal zeigen, dass ich doch recht hatte….
Klar war das volles Risiko, aber ein Seemann der soweit ab der Küste ist, freut sich immer einen anderen Seemann zu treffen….
So war es dann auch… Ich grüßte den Kapitän, wie man es „gelernt“ hatte mit:
Moin, Herr Kap´tän.
Als er mich sah, kam er gleich Hände schüttelnd auf mich zu und begrüßte mich…
Aber das Gesicht des Majors, werde ich in diesem Augenblick nie vergessen. Es war unbeschreiblich….
Seit diesem Tag hatte er auf das Grüßen verzichtet und begann nette Gespräche und stellte Fragen über dies und jenes.

Wenn du ein Schiff bauen willst, dann trommle nicht Männer zusammen, um Holz zu beschaffen, Aufgaben zu vergeben und die Arbeit einzuteilen, sondern lehre sie die Sehnsucht nach dem weiten, endlosen Meer.
Antoine de Saint-Exupéry

Offline Schappi1976

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Re: Besuch im Militärhistorischen Museum der Bundeswehr in Dresden
« Antwort #8 am: 12 Oktober 2010, 15:16:06 »
Zu Axels ersten Beitrag ist noch zu erwähnen, dass das Bismarck-Modell im M 1:50 gebaut ist, also doch sehr imposant!!!! :MV:
Das Museum hatte seinerzeit 50.000 DM dafür ausgegeben.
Des Weiteren gibt es im Museum ein Großmodell der Gorch Fock, ich glaube es war im M 1:20
Jetzt kann jeder mal seine Fantasie spielen lassen, wie majestätisch das Modell wirkt :MV:

Aber gerade, wenn man dort die Möglichkeit hat in die Lagerhallen und Depots zu schauen, findet man unheimlich viele Schätze. Es ist einfach nur wahnsinnig geil dort, um es mit den Worten der heutigen Jugend auszudrücken ;)
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Antoine de Saint-Exupéry

Offline Big A

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Re: Besuch im Militärhistorischen Museum der Bundeswehr in Dresden
« Antwort #9 am: 12 Oktober 2010, 17:24:04 »
Ich habe bei den Gallerien noch ein paar weitere Bilder reingestellt

Axel
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Offline Kuestenjaeger

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Re: Besuch im Militärhistorischen Museum der Bundeswehr in Dresden
« Antwort #10 am: 12 Oktober 2010, 17:40:41 »
Danke,Axel,für diese Fotos,ich war da nämlich seit DDR-Zeiten nicht mehr drin.
Das wäre mal wieder einen Besuch wert.

Zumindest hatte ich meine Ausbildung als 11er auch in der 40mm auf Borkum.
Mit scharfen Schuss war leider nichts.........,da wäre unser Seelenverkäufer wohl fast auseinandergefallen.
Ein Clip wurde in meiner Zeit gerade mal verschossen.

Online bettika61

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Re: Besuch im Militärhistorischen Museum der Bundeswehr in Dresden
« Antwort #11 am: 05 November 2017, 15:06:32 »
Bilder Teil 2

12. etwas maritimes im Depot
Hallo,
zu sehen von unten "Marder" , "Molch" und "Hecht",
aber welches Boot ist oben zu sehen?
Grüße
Beate

„Wer sich nicht an die Vergangenheit erinnern kann, ist dazu verdammt, sie zu wiederholen.“ George Santayana

Offline Bugsierstefan

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Re: Besuch im Militärhistorischen Museum der Bundeswehr in Dresden
« Antwort #12 am: 05 November 2017, 15:47:05 »
Moin,

ich denke, dass ist ein LTS (Leichtes Torpedoschnellboot) der DDR Volksmarine. Hier in der Version "Wiesel", erkennbar an dem Radargerät auf einer achteren Mastposition.

Viele Grüße  :MG:

Online bettika61

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Beate

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Offline Bugsierstefan

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Re: Besuch im Militärhistorischen Museum der Bundeswehr in Dresden
« Antwort #14 am: 05 November 2017, 16:29:39 »
Ja, durchaus!  :MG: