Forum Marinearchiv
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Autor Thema: Vermessungsschiffe ( Aufklärungsschiffe )  (Gelesen 3109 mal)
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Albatros
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Deutschland


« am: 04 September 2010, 12:25:22 »

Jede Seite versuchte doch durch das Abhören auf der »Wellenlänge« des Gegners was „Neues“ zu erfahren.

Zur funkelektronischen Aufklärung hatten wir doch die so genannten Vermessungsschiffe Alster, Oste und Oker. um in den Manövergebieten der WP-Staaten zu operieren.

Die VM hatte HYDROGRAPH,METEOR und KOMET zum selben Zweck.

Gibt es da nicht mal ein paar Erlebnisse etwas über ausspionierte „Geheimnisse“ zu berichten....... Kaptn lach

Ist doch alles Geschichte, sollte man doch Heute drüber reden/schreiben können, oder ?

 Matrose gruesst

Manfred
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« Antwort #1 am: 04 September 2010, 14:38:04 »

Manfred - wenn Du da mehr wissen willst so empfehle ich Dir mal - Spezialfunkdienste der NVA - zu googeln. Hatte mit uns "normalen Tastenquälern " sehr wenig zu tun. Die Seiten sind aber sehr interessant.

Gruß - Achim - Trimmer
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Deutschland


« Antwort #2 am: 04 September 2010, 19:41:36 »

Danke Achim aber ich dachte ich könnte vielleich den einen oder anderen locken mal etwas zu  erzählen/schreiben........ Kaptn lach es sind doch einige hier im Forum

die auf so einem Aufklärungsschiff  gefahren sind.

 Matrose gruesst

Manfred
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« Antwort #3 am: 05 September 2010, 12:00:41 »

Manfred - glaube ich Dir ja von Seiten der BM gerne. Aber ob sich hier Leute äußern die bei " Horch und Guck " waren  huh Soweit ich es mit bekommen habe gab es doch da "Spezialisten " des MfS die diese Funktionen erfüllten. Ich lasse mich aber gerne belehren falls es nicht so war.

Gruß - Achim - Trimmer

PS: Manchmal gab es einen "Ansch.... " und keiner von uns konnte genau sagen woher . Soll wohl damals von der Funkabwehr /Funkaufklärung des MfS gekommen sein. Wir waren in Niederlehme und die Truppen des MfS waren Luftlinie 3 km entfernt in Gosen.
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« Antwort #4 am: 05 September 2010, 13:06:50 »

Manfred - glaube ich Dir ja von Seiten der BM gerne. Aber ob sich hier Leute äußern die bei " Horch und Guck " waren  huh Soweit ich es mit bekommen habe gab es doch da "Spezialisten " des MfS die diese Funktionen erfüllten. Ich lasse mich aber gerne belehren falls es nicht so war. .

Achim, ich bin halt Optimist....... Kaptn lach

" Horch und Guck "  grin

Ähm.....eine Frage waren eigentlich welche vom MAD bei uns an Bord.....?

 Matrose gruesst

Manfred
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Urs Hessling
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« Antwort #5 am: 05 September 2010, 23:54:32 »

moin,

Gibt es da nicht mal ein paar Erlebnisse etwas über ausspionierte „Geheimnisse“ zu berichten....... Kaptn lach
Ist doch alles Geschichte, sollte man doch Heute drüber reden/schreiben können, oder ?

Nein, nicht unbedingt. Geheimnisträger sind auch nach dem Ausscheiden aus dem Dienst zur Wahrung der Geheimnisse verpflichtet. Ich selbst habe eine dementsprechende Erklärung noch vor 10 Wochen unterschrieben.

Gruß, Urs
« Letzte Änderung: 06 September 2010, 17:15:42 von Urs Hessling » Gespeichert

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« Antwort #6 am: 06 September 2010, 06:29:26 »

Urs - Dich verstehe ich da ja aber ich glaube Manfred (und auch mir ) geht es mehr um Dinge die nun über 20 Jahre zurück liegen.Wäre  ja sonst so als ob ich wegen "Geheimnisverrats " von Sachen aus der NVA heute noch belangt werden könnte  grin

Gruß - Achim - Trimmer
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« Antwort #7 am: 06 September 2010, 09:49:12 »

Meines Wissens fuhren Mitarbeiter des MAD nur offiziell mit, also wenn etwas zu ermitteln war, von IM's ist mir nichts bekannt.

Axel
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« Antwort #8 am: 10 September 2010, 17:11:08 »

.... da ist einiges nicht ganz richtig, auf den Vermessungsschiffen der VM ( D41, D42, D43) fuhren im Normalfall die Aufklärungsfunker des Funkdienst 18. (Zingst, Tarnewitz) die hatte mit den Aufklärungsfunkern des Mfs nichts zu tun. Das Mfs hatte einen eigenen Funkraum auf der Hydrograph (D41). Dort hatte die VM keinen Zutritt. Aufklärungsziel waren natürlich der BGS - See, die BM / NATO Seestreitkräfte.
In sehr seltenen Fällen kam es vor, das auf D41 d. Mfs und FD 18 zur gleichen Zeit mitfuhren. Man hatte sich aber nichts zu sagen. Tatsächlich konnte man ein gewisses Konkurrenzverhalten merken. Der FD 18 gehörte also nicht zu Horch und Guck sonder zur VM!   
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« Antwort #9 am: 24 September 2010, 21:12:33 »

Da gibt es durchaus einiges zu erzählen .
Schließlich fuhren damals viele Wehrpflichtige/gescheiterte Verweigerer mit .
Diese wurden im einfachen Borddienst eingesetzt , bekamen aber auch brisante Sachen mit .

Die Abteilung "Horch und Guck" waren bei uns- (Oker und Alster) sog. "Kaschuben" - Wurden nur an Bord genommen , wenn es in die Danziger Bucht ging .
(Meistens Sprech-Funker Russisch -Polnisch-Lettisch etc.  )
Es waren viele ! Kombüse war überfordert , Essen dementsprechend ........

Ansonsten war der MAD an Bord einfach nicht notwendig . Handy`s gab es noch nicht , Flaschenpost war/ist nicht effektiv .

Tatsächlich sind wir dann gelegentlich irgendwelchen Sowjet-Kreuzern hinterher gejagt , aber auf Grund unserer mangelhaften Geschwindigkeit nicht mal in die Nähe gekommen .
Ziel war es , die neuen Russen-Pötte vor unsere Stereo-Objektive zu bekommen .
(3D sagt man heute )

Diese Messboote / Flottendienstboote waren im Einsatz immer zu langsam . Nur auf dem Rückmarsch nach Hause wurden neue Rekorde aufgestellt Matrose zwinkert

Wolfgang


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Albatros
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« Antwort #10 am: 25 September 2010, 12:27:26 »

Hallo Wolfgang,

wäre schön wenn Du etwas ausführlicher Deine Erlebnisse schildern könntest, auch in Deinem vorletztem Beitrag zur Rollenkarte wolltest Du eigentlich beim nächsten mal mehr erzählen...... Kaptn lach

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« Antwort #11 am: 25 September 2010, 14:51:25 »

Wolfgang - ich kann mich dem Wunsch von Manfred nur anschliessen. Mit den "Spezis " der rusischen Sprache ist eigentlich klar war ja die Kdo - Sprache und selbst wir hatten da bei einer "Zusammenarbeit " oft echte Probleme  - fonetisch prijom - kommen

Gruß - Trimmer - Achim
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« Antwort #12 am: 27 September 2010, 09:57:02 »

Hallo und ein freundliches"Ins Deck" in dieser Runde!Ich möchtemich kurz vorstellen.Mein Name ist Thorsten,komme aus einer kleinen Stadt in Oberfranken und war 8 Jahre bei der grauen Flotte (93 -2000) als Decksmaat eingesetzt unter anderem bei dem Flottendienstboot " Oste "(Flensburg/Kiel) und auf einem Minenbock,Kl.343 " Pegnitz "!
Ich verfolge dieses Forum dschon eine ganze Zeit mit und finde es sehr Interesant über was hier alles und mit einem Fachwissen diskutiert wird!
Vieles was auf den "Horch & Guck" Booten aufgeklärt/aufgezeichnet wurde in der Opz,Funkraum,Sonar haben selbst die Bordfahrer nie mitbekommen/mitgehört!Ich selbst war in 3 Jahren nur 1x in diesen Räumen und das nur im Hafen wo sie ausgeräumt war!Die meisten Geräte wurden ja erst von dem BET mitgebracht!Auch der Container de von den Bayrischen Kollegen vom Fichtelgebirge besetzt war war meistens verschlossen!Der MAD war aber nur in den Häfen ab und zu an Bord wenn irgendetwas in irgendwelchen Kneipen oder Familien oder am Telefon die Runde machte und die es mitbekommen haben!Handys mußten bei derSeefahrt abgegeben werden,sofern irgendeiner eins hatte in dieser Zeit.
Das was wir auf der Brücke mitbekommen haben war halt nur die optische Aufklärung und die war schon wenn sehr Spannend teiweise!Es gab einen Aufklärungsrudergänger,Fotografen & Kamerateam wenn irgendein rotes Schiff aus Baltisk rauskamm oder bzw einer von den roten Vögeln mal schaute ob wir noch dort lagen wo wir sein sollten!Die meiste Zeit hatten wir auch einen Beobachter dabei ( "Pauk" vom Grenzschutz oder Stenka klasse)Wenn Mannöver oder schiessen von den Roten angesetzt war kammen noch die Schweden mit ihrer "Cola-Dose"(Orion),die Polen mit ihrem "Navigtor"und die Dänen mit ihrer "Flyyvefisken"vorbei die dann doch sehr ruppig und energisch in die Russischen Mannöver eingegriffen haben!
Bis dahin erstmal
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Urs Hessling
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« Antwort #13 am: 27 September 2010, 10:07:37 »

moin, Thorsten,

Die meisten Geräte wurden ja erst von dem BET mitgebracht!

als ex-Mariner sage ich "herzlich willkommen" (die Ehemaligen-Fraktion kann jede Hilfe brauchen)

es gibt aber auch viele (sehr nette  grin wink) Nicht-Mariner hier; deswegen erlaube ich mir folgende Anmerkung:

BET = Bordeinsatzteam, d.h. die nicht zur Stammbesatzung des Bootes gehörenden Spezialisten, normalerweise Soldaten des "Fernmeldestabs 70"

die Schweden mit ihrer "Cola-Dose"(Orion

http://en.wikipedia.org/wiki/HMS_Orion_(A201)

Gruß, Urs
« Letzte Änderung: 28 September 2010, 11:56:42 von Urs Hessling » Gespeichert

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« Antwort #14 am: 28 September 2010, 00:13:04 »

BET ?? Das waren dann zu meiner Zeit noch "Kaschuben "  grin
Auf Grund der Nachfragen hier nun noch einige Impressionen vom Borddienst auf einem Messboot / Flottendienstboot so Anfang der 80er Jahre .

Ich beziehe mich hier auf die Einsätze von Oker und Alster .
Das waren schon ziemlich hässliche Ostsee-Gurken .
Wurde nur noch getopt von der „Ostsee-Titte „ Oste .

Fahrziel war meistens Danziger Bucht , Pillau -Reede ,alles was aus Königsberg kam beobachten .

Sinn und Zweck der Boote z.B.war die elektronische Aufklärung – eher im taktischem Bereich .

Also beobachten ,welche Manöver der Ivan fährt und welche Funksprüche er dazu abgibt .

Gefahrene taktische Manöver der Sovjetflotte sind aufgrund meines Geschmieres am Plottingtisch der Nachwelt/ Bundesmarine wohl nicht erhalten geblieben. ( Siehe anderen Thread dazu ) .

Dann natürlich auch noch jedes WP-Fahrzeug Beobachten /Scannen , ob da nicht irgendwo eine neue Antenne/Rakete  oÄ  herausspriesst .
Wenn ja , dann diese bitte auch in 3D fotografieren .
Dazu möglichst mit hoher Geschwindigkeit parallel zum Objekt aufschliessen und dann ein paar schöne Aufnahmen machen .

Dies gelang eigentlich  nur per Zufall , oder wenn der Russe Maschinenschaden hatte .
Unsere Bewacher waren damals „Poti`s“ und immer mal wieder ne „Mail“ die vorbei brummte.
Wenn wir dann  doch mal in guter Fotografier-Position waren , lag schon ein U-Jäger auf Kollisionskurs – mal hat´s gescheppert , mal drehten wir ab ….....


Sowohl unsere Heizer als auch unsere Seeziegen (11er) bekamen von der Jagd nach einem Objekt natürlich nicht viel mit – Außer dem „“Heizergruß“ auf der Schanz – Riesensauerei !.
Und später natürlich etwas Beipönen .

Was an Feinheiten im Radom / Horchraum bei unseren „Kaschuben „ so abging , wusste die Brückencrew natürlich auch nicht .

Tatsache war aber : Immer wenn es dann nach Hause ging , waren wir einen Knoten schneller als bei der  Verfolgung  z.B. der Kirov …...

Grüße ,

Wolfgang

P.S. Paar Oker-Bilder hätte ich noch , nur wie und wohin hochladen ?


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