Baubericht: RC Tirpitz 1:100 mit SonderfunktionenVorwort:Möchte nun hier meinen Baubericht über mein Tirpitz Modell beginnen.
Ich baue nach dem Gallyplan und wenn vor handen erweiterte Informationen, Fotos,
Zeichnungen und einen Abwicklungsplan der Außenhaut, der mir zur Verfügung gestellt wurde.
Ich möchte mich hier für die Hilfe bei folgenden Modellbauern, Experten und Liebhabern der Tirpitz bedanken:
Michael Otten, Andreas Woelfer, John Asmussen, Redfort (Axel), Bernd Willmer(109),
Uli Rudowski, Manfred unserem „Albatros“ und vielen anderen sehr herzlich bedanken.
Zielsetzung:Ich möchte die Tirpitz im Zustand ca Juni/Juli 1944 bauen. Es soll ein hochdetailiertes RC Modell mit ca 70 – 80
Sonderfunktionen werden.
Die Genauigkeit wird in etwa, den mir zur Verfügung stehenden Unterlagen entsprechen.
Die im Juli 1944 fehlenden Boote und der Stb. Kran werde ich aber einbauen auch damals vorhandene Beschädigungen
werde ich nicht nachbilden.
Also baue ich ein Modell wie die Tirpitz hätte aussehen können, wenn sie nicht bombardiert worden wäre. Die im Juli 1944
sehr einfache und nicht gerade interessante Tarnbemalung lasse ich weg.
Bei Details in den Aufbauten, wovon ich keinerlei Nahaufnahmen oder andere Unterlagen besitze, lehne ich mich sehr
stark an die Bismarck an.
Das Modell soll ein „Heavy Duty“ Vorführungsmodell werden d.h. es muß sehr stabil gebaut werden, sodaß es die vielen
Wasserungen gut überstehen kann.
Ausserdem muß es für Wartungen und Reparaturen vollkommen zerlegbar sein.
Bei der Bismarck kann ich nur den gesamten Aufbautenkomplex abheben, was ohne Beschädigungen nicht möglich ist.
Deshalb hab ich mich bei der Tirpitz entschlossen das gesamte Hauptdeck, vom vorderen
Wellenbrecher bis zum achteren Teil der Grundfläche Hakenkreuz, zusammen mit den gesamten Aufbauten abnehmbar zu bauen.
Dies hatte den Vorteil, daß ich viel mehr Platz für Einbauten im Rumpf bekam.
Ausserdem bin ich damit in der Lage notfalls, sogar die Wellen zu erneuern. (Was bei der Bismarck nicht mehr möglich wäre.)
Viele Teile werde ich versuchen gegenüber meinem Bismarck Modell zu verbessern und dazu gehört außer vielen Details vor allen
Dingen die Mechanik und die Elektronik..
Die Bauzeit soll möglichst nicht länger als 5000 Stunden (ca 2,5 Jahre) betragen. Damit dies erreichbar ist, habe ich beim Bau meiner
Bismarck eine Reihe von Systemen entwickelt, die mir dies hoffentlich ermöglichen.
Ausserdem baue ich nur an und ein was sichtbar ist, so lasse ich z.B.: die Seeventile, die unterhalb der Dockingkiele liegen, weg,
denn die würde ich nach Fertigstellung des Modells hoffentlich nie mehr wiedersehen.
Allgemein zu meiner Person als Modellbauer:Modellbau ist für mich ein reines Hobby. Es hält mich geistig fit und es macht mir Spaß.
Aber es ist nicht mein Lebensinhalt.
Ich baue immer nur so gut wie ich kann, und halte mich nicht für den besten Modellbauer der Welt und möchte auch keine Medaillien gewinnen.
Der Gesamteindruck eines Modelles ist für mich oft wichtiger als die absolute Genauigkeit. In jedem Falle bin ich kein Nietenzähler.
Ich bin zwar Kapitän (Handelsmarine) von Beruf aber bei Kriegschiffen bin ich oft genau so ein Laie wie viele andere.
Ich hab eine sehr große Werkstatt (80 m²) und ab und zu 2 Teilzeitgehilfen, dir mir viele Arbeiten wie.z.B. das Einschleifen und die Raparatur der gelieferten Teilen abnehmen.
Allgemeines zum Baubericht:Ich werde versuchen jede Bauphase detailliert zu beschreiben und es soll nur darstellen was und wie
ich es gemacht habe,
was nicht heißt, daß es anders geht und andere es besser machen können.
Ich würde mich freuen, wenn ich mit diesem Bericht einigen Modellbauern Ideen oder Anregungen vermitteln kann.
Sachliche Kritik ist sehr erwünscht und ich freu mich natürlich auch wenn euch etwas gefällt.
Fragen werde ich gerne beantworten.
Antworten und Diskussionen sollten unter der Rubrik
Feedback zum Baubericht: "Baubericht: RC Tirpitz 1:100 mit Sonderfunktionen"
eingestellt werden.
http://forum-marinearchiv...ex.php/topic,11652.0.htmlDies geschieht zum Zwecke der Übersichtlichkeit des Bauberichts.
Grundlage zum Bau meines Modells:Als Grundlage dient mir ein Glasfiberrumpf der Bismarck und ein Basisbausatz der Aufbauten des Herstellers MZ-Modellbau (Manfred Zinnecker)
Beide Sachen haben ziemlich schlechte Qualität, sind unvollständig und haben diverse Fehler.
Die mitgelieferten Kleinteile sind zum größten Teil für die Bismarck und sind für die Tirpitz nicht verwendbar.
Der Rumpf hatte 124 eingeschlossene Luftblasen, die nach außen aufplatzten, nachdem wir den Rumpf in die Sonne gelegt hatten. Alle diese diese Löcher mußten ausgespachtelt und eingeschliffen werden


Beginn des Bauberichts:Als erstes galt es aus dem Bismarck Rumpf einen Tirpitz Rumpf zu machen. Obwohl die Differenz zwischen beiden Rümpfen gering ist,
war dies schwieriger als ich dachte.
Da die Wasserlinie fast gleich ist, mußten wir vor allen Dingen in den Überhängen am Bug und Heck aufmodulieren, was aber zur
Folge hatte, daß die Einpassung des mitgelieferten Sperrholzdecks nicht mehr gegeben war.
Ausserdem mußten wir einen schweren Rumpffehler in der Panzerrung am Heck sowie alle dort befindlichen Bullaugen korrigieren.
Lange Rede kurzer Sinn, meine Leute und ich brauchten ca 400 Stunden und 3 Versuche um einen recht ordentlichen und genauen
Rumpf hinzubekommen.( siehe Fotos)


Wichtig beim Rumpf war natürlich auch die Ausarbeitung der Docking Kiele.
Die Wasserein- und Auslässe mußten verändert werden, die Wellenhosen, die Stützen für Aussenschrauben eingearbeitet werden.



Innen wurde als erstes auf den Rumpfboden mehere Alu-Formschienen (4 b x 1,5 h cm) eingeklebt(zwei Komponenten EPOXY Kleber)
und 2 Komponenten Powerknete (außen)
Sie dienen der Längsfestigkeit des Rumpfes und zur Aufnahme des späteren 1. Zwischendecks.


Als nächstes wurden die Wellen mit Teflonbuchsen und Kugellagern eingebaut.
Siehe folgende Grafik:


Als der Basis Rumpf fertig war, wurden die Klappen für die Trimmtanks sowie die Sonar-(Schall) und Flachwassertiefenlot
und natürlich das Gruppenhochgerät angebracht werden.
Dann gegann der Innenausbau. Im Rumpfinneren benötige ich sehr viel Platz für eine saubere Verlegung der Elektronik und Mechaniken deshalb verzichtete ich auf Vollspanten.
Als erstes kamen die Decksbalken (Unterzüge) dran. Sie bewirken das eine Decksbucht (Querkrümmung des Decks) für das aufliegende
Sperrholzdeck erreicht wird.
Diese Decksbucht ist nicht gleichmäßig sondern ist am Bug und am Heck wesentlich geringer als in der Mitte des Schiffes.
Den Deckssprung (Längsbiegung des Decks) erreichten wir mit einer Auflagekante für das Sperrholzdeck.
Die Decksbalken geben dem Rumpf auch die seitliche Formfestigkeit für die genaue Einpassung des Decks.

Als nächstes wurde der Innenausbau (Zwischendeck) aus Sperholz gefertigt. Hierbei wurde
speziell die Raumaufteilung der späteren Einbauten beachtet sowie auch auf die Vertrimmung..
Das Zwischendeck stützt aber auch, etwa in Höhe der Schlingerkiele, die Seitenfestigkeit
des unteren Rumpfes. siehe Grafik

Unter den Decksbalken und an gewissen Zwischenpositionen wurden nun Halbspanten mit großen Löchern (die zur
Aufnahme der späteren Kabelstränge dienen) eingebaut.
Diese Halbspanten geben dem Rumpf die notwendige Seitenfestigkeit zwischen dem Bereich des Zwischendecks und
der Decksbalken.
Nun wurden die Ruderschäfte im richtigen Anstellwinkel eingebaut. Hierzu wurden 2
10 x 8 mm Rohre mit jeweils 2 Kugellagern 8x 5 x 2,5 mm ausgestattet und dann mit Powerknete einmoduliert.
Jetzt wurde der Rumpf dem Wasserdichtigkeitstest im Pool unterzogen. Dazu beschwerten wir den Rumpf so, daß er mehr
als normalen Tiefgang bekam und ließen ihn eine Stunde im Wasser.
– Er war absolut dicht-
Auf den folgenden Bildern sieht man den vorderen und achteren Teil des Haupdecks der
fest eingebaut werden wird.


Für das mittlere abnehmbare Deck mußten auf jeder Seite in die einmodulierten Deckskanten jeweils 10 x3mm Gewindebuchsen eingebaut werden. Sie dienen dazu das Hauptdeck fest zu verschrauben.
Dies hat natürlich den Nachteil, daß die Senkschraubenköpfe sichtbar sein werden.
Aber ich denke da fällt mir was ein ,wie ich die kaschieren kann.
Der hier gezeigte Rumpf wurde nach Entfernung der alten Farbe 2 mal mit Epoxy Primer gespritzt.
Er erhält jetzt noch einen Anstrich mit Primer und wird dann innen und außen komplett in grauer sperzieller Haftfarbe gespritzt.
Erst danach werden die Originalfarben aufgetragen und die Wasserline markiert.
Die Farben, die ich benutze sind EPOXY professionelle Farben im Yachtbau. Normale Modellbaufarben würden die tropische Witterung nicht
lange überleben. Die Lacke müssen bei mir Tropenfest sein. Diese Yachtfarben haben einen UV Filter und sind seewasser- und chemikalienfest.
Allerdings sind sie auch recht teuer.
Die angebrachten Propeller sind Testpropeller und nicht die Original PropellerSo das wärs erst einmal für heute.
Fortsetzung folgt:
Viele Grüße
Hans