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Autor Thema: Suche Unterlagen Mehrzweckboot MZ-1 der Kriegsmarine  (Gelesen 1721 mal)
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fezzo
Oberbootsmann
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« Antwort #15 am: 17 September 2010, 18:05:51 »

hallo zusammen,

falls es bei B+V nichts gibt,könnte man evtl. auch noch im Bundesarchiv/Militärarchiv anfragen.

Zitat:
"RM 25   

 Hauptamt Kriegsschiffbau
 
Informationen zum Bestand
Am 1.1.1925 entstand aus der Konstruktionsabteilung des Allgemeinen Marineamtes das Konstruktionsamt (K), das 1939 die Bezeichnung Amt bzw. Hauptamt Kriegsschiffbau erhielt. Gleichzeitig wurden die militärische Abteilung Schiffsmaschinenbetrieb (Ing.) aus dem Stab des Oberbefehlshabers der Marine sowie Teile der Werfthauptabteilung des Allgemeinen Marineamtes dem Hauptamt angeschlossen. Das Hauptamt Kriegsschiffbau wurde hauptsächlich mit der Durchführung von Prüfungen, Berechnungen und Entwurfsausarbeitungen für Kriegsschiffe betraut. 1943 wurden die Zuständigkeiten für Werft-, Hafen- und Strombau an das Allgemeine Marinehauptamt abgegeben. Infolge der Vereinbarung zwischen dem Oberbefehlshaber der Marine und dem Reichsminister für Rüstung und Kriegsproduktion zur Durchführung des Flottenbauprogramms verlor das Hauptamt ab 1943 an Bedeutung, doch wurde ihm ab 1. August 1944 das neu aufgestellte Technische Beschaffungsamt der Kriegsmarine angegliedert


Überlieferung
Im Bundesarchiv überliefert sind Unterlagen über die Konstruktion und Ausrüstung von Kriegsschiffen, Bauvorschriften, Versuchsberichte, Organisationspläne Schiffbau, Skizzenbücher sowie technische Zeichnungen und Konstruktionspläne von schweren und mittleren Kampfschiffen, Torpedobooten, Zerstörern, Minenräumbooten und U- Booten.
......"


Kontaktadresse für online-Anfragen:
militaerarchiv@bundesarchiv.de

Gruß
Jan
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RePe
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« Antwort #16 am: 08 November 2010, 19:28:08 »

Hallo und Grüß Gott zusammen,

ich habe ein bißchen in meiner Literatur nachgesehen und folgendes zu den MZ-Booten gefunden:

- Marine-Arsenal Spezial Bd. 9 S. 45 - 48 => ein Beitrag von Siegfried Breyer zu diesen Booten
  mit Zeichnungen (Seiten- und Decksansicht, drei Decks, sieben Querschnitte);
- Zeitschrift "Soldat und Technik", Nr. 1/1968, S. 22 - 24 => genau das Gleiche von S. Breyer;
- ein Modellbauer hat schon mal dieses Boot als kleines Modell gebaut, ein Foto davon ist zu
  finden in der Zeitschrift "Modell-Fan", Nr. 5/1986.

Leider habe ich keinen Scanner (und wenn würde sich immer noch die Copyright-Frage stellen),
aber vielleicht helfen meine Angaben trotzdem weiter.
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Alex Shenec
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« Antwort #17 am: 21 November 2010, 20:46:53 »

Hallo.

Ich habe etwas Bücher gelesen
E. Gröner
H. Fock - Die deutschen Schnellboote 1914-1945
M. Whitley "Deutsche Seestreitkräfte 1939 - 1945 - Einsatz im Küstenvorfeld"
S. Breyer - Marine-Arsenal Spezial Bd. 9

und bei mir sind die Fragen entstanden.

1. Lentz-Einheitsdampfmaschine ("Dampfmotor"). Was es für die Anlage? Seine technischen Charakteristiken?

2. Gröner schreibt was auf das Schiff festgestellt wurden 3 - 8,6 RAG (Raketten Abschuss Geräte). Andere Autoren nicht erwähnen darüber.
Ich las, dass auf die Zerstörer zwei Sätze RAG stellten. Und hier sofort drei... Und wo dann die Munition bewahrt wurde?

3. Gröner und Fock schreiben darüber, dass auf das Schiff der 12zyl. Zweitakt-Diesel festgestellt wurde.
Breyer und Whitley - 6zyl. Viertakt-Diesel.... Wo die Wahrheit?  smiley

Schöne Grüße

Alex
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Peter K.
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« Antwort #18 am: 22 November 2010, 09:31:31 »

zu 3.

MZ-1 erhielt ebenso wie R-239 einen neuen Motor der Firma Klöckner-Humboldt-Deutz in Köln eingebaut.
Es handelte sich um den T12M133 - einen 12-Zylinder-Motor in V-Form, der im Zweitaktbetrieb arbeitete und an dem das Untersetzungsgetriebe angeflanscht war.

Zylinderdurchmesser 220 mm
Kolbenhub 330 mm
Zylindervolumen 12,54 l
Drehzahl bei Dauerhöchstleistung ca. 700 U/min.
Leistungsgewicht 5,7 kg/PS

Die geplante Höchstleistung von 1.200 PS bei 720 U/min. (= 100 PS Zylinderleistung) konnte nicht erreicht werden, sie lag bei 1.150 PS bei 682 U/min. (= 95,8 PS Zylinderleistung)

Quelle: MÖLLER/BRACK, Einhundert Jahre Dieselmotoren für fünf deutsche Marinen, ISBN3-8132-0566-5
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Peter K.

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« Antwort #19 am: 22 November 2010, 09:43:06 »

Diesmal war ich schneller Peter!!! Matrose lacht laut

Look Here

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Quand tu veux construire un bateau, ne commence pas par rassembler du bois,
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Peter K.
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« Antwort #20 am: 22 November 2010, 09:49:36 »

... na dann!  grin
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« Antwort #21 am: 22 November 2010, 11:28:17 »

zu 1.

Unser Dampfmaschinenspezialist TURBO-GEORG könnte hier sicher weitaus kompetenter und umfangreicher antworten, aber in aller Kürze:

Die Lentz-Einheits-Schiffsmaschine (LES) war eine Doppelverbundmaschine mit Ventilsteuerung nach dem in Südafrika geborenen österreichischen Maschinenbauer Hugo LEN(T)Z, war für niedrige Dampfspannungen ausgelegt und in mehreren Baugrößen mit abgestuften Leistungbereichen erhältlich, anfangs besonders von den Ottensener Eisenwerken und vom Bremer Vulcan.
Das Artillerieschulboot DRACHE war übrigens das erste Schiff der Kaiserlichen Marine, das schon 1908 Hauptmaschinen mit Ventilsteuerung nach den Vorschlägen von LENTZ erhielt, allerdings noch einfache, dreikurbelige Verbundmaschinen.

Weiterführende Literatur:

Wilhem SALGE, Die Lentz-Einheits-Schiffmaschine: Entstehung, Entwicklung, Vorteile und gesammelte Erfahrungen
in: Jahrbuch der Schiffbautechnsichen Gesellschaft 1928
HENSCHKE, Schiffbautechnisches Handbuch, Band 4
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Peter K.

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Alex Shenec
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« Antwort #22 am: 23 November 2010, 19:06:59 »

Hallo.

Peter, danke.

Noch eine Frage. Bei mir das Buch Whitley englisch. Er schreibt:

"The ship was fitted for minesweeping (SDG, GBT, KKG) and the shipping of 36 EMC mines was being investigated."

Was solches SDG, GBT, KKG?

Schöne Grüße

Alex
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Schorsch
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« Antwort #23 am: 23 November 2010, 19:15:07 »

Hallo Alex,

GBT = Geräuschboje Turbine; wird ausgebracht, um Minen mit akustischem Zünder in ungefährlicher Entfernung vom Schiff zur Detonation zu bringen. (Link zum Pfeil Bild)

KKG = Knallkörpergerät; leider keine Hinweise zur Funktion, arbeitet wahrscheinlich mit kleineren Mengen von Explosivstoffen

SDG = Scherdrachengerät; siehe Pfeil hier

Mit freundlichen Grüßen
Schorsch
« Letzte Änderung: 23 November 2010, 19:22:11 von Schorsch » Gespeichert

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Alex Shenec
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« Antwort #24 am: 23 November 2010, 19:35:57 »

Hallo Schorsch.

Den Vielen Dank!  Top

Schöne Grüße

Alex
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« Antwort #25 am: 23 November 2010, 19:57:44 »

Zum Knallkörpergerät habe ich auf die Schnelle bei Google auch nur folgendes gefunden (dabei geht es um die Ju 52 zum Räumen von Minen):

"Other aircraft were fitted with a so-called Knallkörpergerät. This deviced had 30 small explosive charges which would be dropped into the water near accoustically triggered mines, thus triggering their explosion."
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Schöne Grüße
Thorsten
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Alex Shenec
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« Antwort #26 am: 23 November 2010, 20:27:00 »

Ich habe genug die ausführliche Beschreibung gefunden es ist die Geräte. Aber es russisch.  smiley

Zum Knallkörpergerät habe ich auf die Schnelle bei Google auch nur folgendes gefunden (dabei geht es um die Ju 52 zum Räumen von Minen):
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« Antwort #27 am: 24 November 2010, 08:31:11 »

... zur GBT:
Es gab zwei verschiedene Ausführungen - GBT I und GBT II (160 kg Gewicht, 1,80 m Länge, 35 cm Durchmesser)
Wesentlicher äußerer Unterschied war das vierkantige Kopfstück der GBT II, das übrigens alle 30 bis 50 Stunden Betrieb ausgewechselt werden musste.

... zum KKG:
Dieses einfachste Räummittel gegen akustische Minen bestand aus einem primitiven Rohr, aus dem normnale Doppelzünder ausgestossen wurde.
Dieses Rohr bestand normalerweise aus zwei Teilen und sollte mindestens 3,2 m lange sein, um eine übliche Wurfserie von 20 Doppelzündern aufnehmen zu können.
Bei Räumfahrzeugen mit größerem Freibord als 5 bis 6 m konnte es verlängert werden, durfte aber nicht länger als 8 m sein, da sonst die Zünder, die durch Schieberbolzen gehalten wurden, vorzeitig detonieren konnten.
Ausgelöst wurden die Zünder durch Seilzug über Feder.
Das Rohr konnte prinzipiell überall an der Bordwand angebracht werden. Bei Räumfahrzeugen mit einem Tiefgang von mehr als 3 m sollte es allerdings möglichst vorne montiert werden, um Geräuschabschattungen zu vermeiden.
Das Rohrende sollte 0,7 bis 1 m unter der Wasseroberfläche enden, damit die Zünder nicht in der Luft detonierten (Splittergefahr) bzw. Rohrkrepierer auftraten.
Gegen frische Minen wurde alle 1.500 m eine 20er-Zünderserie geworfen, gegen alte, taube und stumpfe Minen alle 500 m.
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Peter K.

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