Details Stapellauf: Schlitten, Wiegen, Bremsschilde

Begonnen von mhorgran, 08 Februar 2010, 16:05:58

Vorheriges Thema - Nächstes Thema

0 Mitglieder und 1 Gast betrachten dieses Thema.

mhorgran

Hallo
Zitat von: harold am 01 Februar 2010, 22:09:21
Servus Marco,
schau dir mal den tadellosen Schattenwurf der Leinen außenbords an:

http://www.maritimequest.com/warship_directory/germany/battleships/tirpitz/tirpitz_construction_and_launch.htm
Wozu dienten diese Leinen eigentlich?

[edit. Harold: abgetrennt aus dem ursprünglichen Thema "Geschwindigkeits-Schätzung nach Wellenbild"]

harold

Wozu dienten diese Leinen eigentlich?
...vermutlich halten sie die einzelnen Elemente der Oberbahn in Position?

Soweit ich mich erinnere, ist in einer der MR (43? 44?) ein recht aufschlussreicher Artikel über "Stapellauf in beschränktem Raum" - womit natürlich TP in W'haven gemeint ist. Hab ich nicht zur Hand... und Peter K (unsere Zentralbibliothek) kommt erst gegen März wieder an den Rechner.
4 Ursachen für Irrtum:
- der Mangel an Beweisen;
- die geringe Geschicklichkeit, Beweise zu verwenden;
- ein Willensmangel, von Beweisen Gebrauch zu machen;
- die Anwendung falscher Wahrscheinlichkeitsrechnung.

Urs Heßling

Hi

Zitat von: mhorgran am 08 Februar 2010, 16:05:58
Wozu dienten diese Leinen eigentlich?

sind das nicht einfach Girlanden (Schmuck) ?

Gruß, Urs
"History will tell lies, Sir, as usual" - General "Gentleman Johnny" Burgoyne zu seiner Niederlage bei Saratoga 1777 im Amerikanischen Unabhängigkeitskrieg - nicht in Wirklichkeit, aber in George Bernard Shaw`s Bühnenstück "The Devil`s Disciple"

harold

#3
@ Urs, nänä, wir meinen hier nicht die Girlanden...
In "Tirpitz" von John Asmussen / Kjetil Akra sind diese Leinen sehr gut zu sehen in den Fotos auf den Seiten 18 und 20.
(stell ich nicht rein, wegen copyright)
Wenn man hier  --/>/> http://bismarck-class.dk/tirpitz/gallery/galltirlaunch.html etwas genauer hinschaut, sieht man auch, dass die Leinen erst NACH der Vorschiff-Wippe von Deckskante bis unter den Rumpf gespannt sind, im Abstand von so etwa 6 bis 10 m.

Der Rumpf rutscht ja nicht auf seiner Bodenplatte von der Helling, sondern liegt auf den (bei TP 4) Ablaufbahnen mit Oberschlitten auf. Bei nur zwei Bahnen fixiert die Bugwippe diese Oberschlitten-Teile gegen die Richtung des Ablaufs - bei zwei weiteren äußeren Bahnen (breites Schiff) werden die dortigen Schlittensegmente durch Leinen in Position gehalten, die von der Bordkante unter dem Rumpf durchgegurtet sind.
Sowohl Bugwippe als auch alle weiter achterlichen Segmente sind an der Bordkante angeleint, mal hier genauer überprüfen:
http://www.youtube.com/watch?v=VQ1cjOaVQ94
und wer sich das Video bis zum Ende gibt, sieht dann auch noch, dass sowohl Bugwippe als auch Bremsschilde noch bis zum Schlepp ins Dock dran sind. Vermutlich gilt dies auch für die Schlittensegmente, die erst im Dock dann wieder abgebaut werden ...
Auch hier, beim Schwesterschiff BS  --/>/> http://www.youtube.com/watch?v=wUn098DNgOY&feature=related  bitte bei 1:43 und 3:35 genauer hingucken, und dass BS hier ohne Bremsschilde abläuft, weil bei B+V einfach mehr Raum war als in W'haven.

Sollten wir noch mehr über Stapellauf und -techniken sammeln wollen, werde ich das Thema hier ausgliedern und als neuen thread einstellen!
[edit. Harold: soeben getan]
4 Ursachen für Irrtum:
- der Mangel an Beweisen;
- die geringe Geschicklichkeit, Beweise zu verwenden;
- ein Willensmangel, von Beweisen Gebrauch zu machen;
- die Anwendung falscher Wahrscheinlichkeitsrechnung.

Teddy Suhren

Hai

Gibts eigentlich Fotos von der anderen Rumpfseite der Tirpitz?
Waren die Bremsschilde nur einseitig angebracht um den Rumpf durch die Bremswirkung im Wasser in eine bestimmte Richtung (quer) in den Bauhafen zu "ziehen"?
Gruß
Jörg

WoWarships Nick: Teddy191

Herr Nilsson

Zum Thema Stapellauf Tirpitz gab es einen wunderschönen Artikel in einem Jahrbuch der Schiffbautechnischen Gesellschaft (1941?). Dort wurde insbesondere auf die sehr beengten Verhältnisse in Wilhelmshaven und die damit verbunden Lösungsansätze, Vorberechnungen und Versuche eingangen.
Gruß Marc

Peter K.

Besagter Artikel mit dem Titel "Der Stapellauf eines großen Schiffes" wurde von den Marinebauräten SCHLÜTER und STEMMER anlässlich eines Sprechabends der Schiffbautechnischen Gesellschaft Ende Mai 1940 in Wilhelmshaven ausgearbeitet und im 42. Jahrbuch (1941) der Gesellschaft veröffentlicht.

Eine wirklich feine Abhandlung über 39 Seiten mit vielen schönen Skizzen, Fotos und Rechenbeispielen ...
Grüße aus Österreich
Peter K.

www.forum-marinearchiv.de

Impressum & Datenschutzerklärung